Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 26. 1989-1992 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1997)

Tanulmányok – Abhandlungen - Kiss Attila: Die goldene Schildrahmen von Sárvíz aus dem 5. Jarhundert und der Skirenkönig Edica. p. 83–132.

die Könige der Sueben, Hunimund und Halarich, die Könige der Skiren, Edica und Hunvulf, die Könige der Sarmaten, Beuca und Babai. Bevor wir darüber nach­denken würden, wer der genannten acht Könige, allesamt Teillnehmer der Schlacht, als Eigentümer des Fundes anzusehen wäre, dürfen wir auch die Hochachtung nicht vergessen, die in der frühmittelalterlichen germanischen Welt dem Heldermtum, dem furchtlosen Standhalten im Kampf entgegengebracht wurde. Die Kehrseite dieser Betrach-tungsweise wird durch eine Angabe des germanischen Rechtes veranschaulicht: Laut Paragraph XXX, 6 des Pactus Legis Salicae galt das Wegwerfen des Schildes während der Schlacht als Sinnbild der Feigheit und wurde streng bestraft (Die Gesetze 1935 44-45). Als Prämisse ist also die These anzunehmen: Als Eigentümer des Schildes kann nicht betrachtet werden, wer die Schlacht überlebte, vielmehr können/müssen wir den ehemaligen Eigentümer unter den Toten der Schlacht suchen. Die Könige der siegreichen Goten, Thiudimer und Vidimer haben die Schlacht überlebt und verließen Pannonién im Jahre 473 in Richtung Balkan und Italien (PLRE, II, 1069-1070 bzw. 1164). Von den Skiren­königen spielte Edico/Edica seine letzte geschichtliche Rolle in der Schlacht an der Bolia (ibid. 386-386), weiteres ist über ihn nicht überliefert worden. Dies ist umso bemerkenswerter als die Taten seiner beiden Söhne, Odoacer und Hunvulf, in späteren Quellen erwähnt werden. Dazu die Meinung von L. S с h m i d t : "Edica scheint in desem Kampf gefallen zu sein" (Schmidt 1941, 98). Sein Sohn Hunvulf ist nach der - für die Skiren verhängnisvollen - Niederlage an der Bolia nach Byzanz und von dort zu seinem älteren Bruder Odoacer, König von Italien, geganngen, war also in der Schlacht nicht gefallen (PLRE, II, 806). Die letzte Erwähnung an der Bolia verknüpft (PLRE, II, 49 bzw. 574). Auch der Sarmatenkönig Beuca betrat in der Schlacht an der Bolia zum letztenmal die Bühne der Geschichte (PLRE, II, 229), während Babai einige Jahre später von Theoderich dem Großen eigenhändig umgebracht wurde (PLRE, II, 207). Die Könige der Sieger haben also die Schlacht überlebt, auf der Verliererseite traten jedoch Edica, Hunimund und Halarich bzw. Beuca später schon nicht mehr in Erscheinung, konnten also in der Schlacht gefallen sein; allerdings können wir von den Königen, die im Karpatenbecken geblieben sind (Hunimund, Halarich, Beuca) später auch deshalb nichts weiteres gehört haben, weil wir die Geschehnisse von gotischer Seite her kennen und aus der Zeit nach 473 keinerlei Quellen in bezug auf das Gebiet haben. Jedenfalls ist der mögliche Eigentümer des Schildes nur unter diesen vier Königen zu suchen. Beim Versuch zur Feststellung der Person diese möglichen Besitzers beachtete ich folgende Gesichts­punkte: a) Stilmerkmale des Gegenstandes, b) ehemaliger Wert des Fundes bzw. des Schildes, c) "Persönlich­keitsanalyse". 1. Stilmerkmale Auf stilkritischer Grundlage wurde bereits voran­gehend festgestellt, daß der Kompositionskreis der Zellen des Fundes von Sárvíz (Bakodpuszta-Gegend von Kiew ­Pouan-Domagnano-Testona- Ravenna) - abgerechnet die entfernte Kiew-Gegend - sich auf den geographischen Raum erstreckte, wo die Germanen des Karpatenbeckens in der post-hunnischen Ära verkehrten bez. lebten. (Nb.: Odoacer wurde in Gallien sogar auch westlich von Pouan geortetl - PLRE, II, 791). Laut I. В ó n a hingen die Funde von Bakodpuszta mit den Bestattungen der weiblichen Mitglieder der ski­rischen königlichen Familie zusammen (Bona 1968/1976, 125/131, bzw. Bona 1971b 277). Diese Ansicht wurde auch vom Verfasser der vorliegenden Zeilen geteilt in seinem Versuch zur Bestimmung des skirischen Fundmaterials (Kiss 1983, 95-131). Die ethnische Bestimmung des goldenen Sattel­beschlag-Fundes von Ravenna (476-489/493) ist zwar ­in Ermangelung der entsprechenden arhäologi sehen Beobachtung und der Kenntnisse über den kompletten Grabfund - nicht durchführbar, doch der Kreis der in Betracht kommenden Personen kann schon aufgezeichnet werden. Odoacer skirischer Herkunft (PLRE, II, 1980, 791-793) war von 476 bis 493 König der Skiren, Hernien und Rugier (Jord., Get., 242: Odoacer Torcilingorum rex habens secum Sciros, Herulos; Get., 291: sub regis Thorcilingorum Rogorumque tyranide; Rom., 344: Odoacer genere Rogus Thorcilingorum Scirorum Herulorumque turbas munitus), die das Gros der Streitkraft von Italien darstellten. Zur Frage der Torcilingi, wie in Quellen erwähnt, meint L. Schmidt: "Es ist nicht unmöglich, daß sie gar kein selbständiges Volk gewesen sind, daß ihr Name vielmehr sie als Fürstengeschlecht der Skiren bezeichnete". (Schmidt, 1941, 99). Derselben Meinung ist auch Pohl (Pohl 1979, 274). Die vornehme Persönlichkeit, die die Verwandtschaft in Ravenna, Odoacer Haupstadt, schon nach römischer Sitte (?) in einer mit Ziegelsteinen besetzten (?) und mit Granitplatten überdeckten Rotonda Beisetzte (Bierbrauer 1975, 299), in ihr Grab aber auch noch . ihren goldbeschlagenen Sattel legten, konnte offenbar eine germanische (skirische, herulische oder vielleicht rugische) Notabilität von Odoacers Königreich gewesen sein (vgl. das bei der Datierung Geschriebene!). Auch von den Funden von Domagnano bzw. Testona (s. das bei der Datierung Geschrieben!) ist mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß sie Denkmäler der Odoacer-Ära sind; auch scheint es höchstwahrscheinlich zu sein, daß die in diesen Gräbern bestatteten Personen den germanischen Völkerschaften des Karpatenbeckens 121

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