Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)

Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Kolník, T.: Zur Verbreitung und Beliebtheit der Reibischalen und deren Nachamungen bei den swebischen Germanen (Quaden). p. 249–252. t. XIX.

Alba Regia, XXV, 1994 ••..••• • ' ' ' • T. KOLNÍK ZUR VERBREITUNG UND BELIEBTHEIT DER REIBSCHALEN UND DEREN NACHAHMUNGEN BEI DEN SWEBISCHEN GERMANEN (QUADEN) Noch im Jahr 1969 konnte Sakaf (1969, 212, Abb. 6) im norddanubischen Barbaricum bloß 21 Fundstellen aller bekannten Reibschalen nachweisen, größtenteils in der Nähe des nordpannonischen Limes in der sog. Kontaktzone. Eine Ausnahme bildete bloß der Einzelfund aus Poczakowo in Polen. Im Jahr 1973 konnte Krekoviő (1973, 102) bei der Aufarbeitung der Funde aus der Slowakei - also nur aus einem Teil des nordpannonischen Limesvorlandes - feststellen, daß die Aussage von V. S a­k a f über das seltene Vorkommen der jüngeren glasierten Reibschalen nicht stichhältig ist. Im Gegenteil, E. Krekoviö stellte fest, daß die braun- und grünglasierten Schalen auf den spätkaiserzeitlichen Fundstellen in der Slowakei den häufigsten Keramikimport überhaupt darstellen. Die Ausgrabungen in der Südwestslowakei in den letzten drei Jahrzehnten zeigten, daß Reibschalen ­selbstverständlich in fragmentarischem Zustand - in jeder umfangreicher untersuchten germanischen Siedlung aus der jüngeren Kaiserzeit belegt sind. Durch zahlreiche Exemplare sind sie natürlich auf Fundstellen im Vorfeld des nordpannonischen Limes vertreten, die wir mit dem Terminus "römische Stationen" bezeichnen. Die wichtigsten sind: Cífer-Pác und Bratislava-Dúbravka (Kölnik 1986). Wie bekannt, ist das Problem der Deutung der Funktion dieser Fundstellen mit römischen oder auf römische Weise errichteten Bauten offen, obwohl sich immer häufiger und fundierter die Ansicht durchsetzt, daß wir es in diesen "römischen Stationen" eher mit germanischen Fürstensitzen oder Residenzen zu tun haben, als mit tatsächlichen römischen Stützpunkten im Barbaricum. Das Vorkommen römischer Keramikimporte auf diesen Fundstellen mit römischen Bauten ist leicht begreiflich und man kann es als Äußerung engerer Kontakte ihrer Besitzer oder Benutzer mit dem provinzial­römischen Milieu betrachten. Die häufigen Zeichen der Abnützung an der Innenseite der Reibschalen aus diesen "römischen Stationen" zeugen zweifellos davon, daß die Funktion dieses spezialisierten Küchengeschirrs, sei es zur Bereitung von Gewürzen, speziellen Speisen oder Milchprodukten (GARBSCH 1966, 69, 105-111), im Vorfeld des nordpannonischen Limes nicht unbekannt war. Das unerwartet häufige Vorkommen von Reibschalen auch in den gewöhnlichen germanischen Siedlungen im Vorfeld des nordpannonischen Limes (Karte), d. h. in der Südwestslowakei (Krekoviő 1981, 356-357), in Südmähren (PERNICKA 1966, 90, Taf. LXII: 14; das Verzeichnis neuerer), auch unveröffentlichter Funde stellte mir liebenswürdigerweise E. Droberjár zur Verfügung und in Niederösterreich (POLLAK 1980, 163, 166, 172; hier habe ich keine ausreichende Übersicht über die neue Fundsituation), wie auch in Brandgräberfeldern (06kov - Kölnik 1956; BeSeiiov - Kölnik 1961), aber auch in Körpergräbern (Abraham - Kölnik 1973) stützt deutlich die Ansicht, daß dieser Keramikimport, also die späten glasierten Reibschalen, keine Ausnahme, sondern eher auch im breiteren "ländlichen" quadischen Milieu gebräuchlich war. Ich nehme an, daß das Phänomen des häufigen Vorkommens der Reibschalen insbesondere durch folgende Umstände zu erklären ist: 1. Voraussetzung der breiten Kenntnis der Benützung der Reibschalen in einer spezialisierten Küche im germanischen Vorfeld des nordpannonischen Limes; 2. rege Kontakte mit Pannonién und vorwiegend günstige militärisch-politische Verhältnisse an der nordpannonischen Grenze in der späten Kaiserzeit; 3. die Nähe des Verbreitungsgebietes zu den pannonischen Produktionszentren der glasierten Keramik. Der grundlegende und bestimmende Faktor für den Import von Reibschalen in das Barbaricum mußte jedoch die angeführte breite Kenntnis ihrer speziellen Verwendung sein. In dieser Ansicht bestärkt uns das 249

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