Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 25. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1995)
Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta XXXIV - Topal Judit: Glasierte Kasselrollengriffe von Pannonien. p. 101–113.
Herstellungszentrum dort zu suchen. Einige Hinweise darauf konnten im Laufe der Forschungen gefunden werden, z.B. in dem frühen Grabbezirk in der Bécsi Straße, Laktanya-Gasse, Kommandogebäude und im Gräberfeld in der Benedek Elek Gasse (Bonis 1947, 48,Grab. 56, Taf. II/5; Kaba 1955, 286, Abb. 5.6, Inv.-Nr. BTM Ró 54.1.1035, Abb. 21,1-3, Inv.-Nr. 54.1.1036. 54.237-238; Kaba 1976, Abb. 318, Benedek Elek Str., Grab. 10). T. N a g y fand in der Zivilstadt, Basilica, Fundort "Beta" nicht nur glasierte Schlüssel-fragmente sondern auch Fragmente eines Tiegels zum Anrühren des für die Glasur verwendeten Rohmaterials (T. Nagy 1964, 50, Abb. 47, Anm. 160.; Vgl. Inv.-Nr. BTM Ró 83.3.143. Zur Zeit im Depot nicht aufzufinden, aber das Material existiert trotz der Feststellung von Bonis 1990, 26). Sowohl M. К a b a , als auch T. N a g y geben als Zeitgrenze die Markomannenkriege bzw. den Ausgang des 2. Jh. n.Chr. an. Daher können wir voraussetzen, daß um die Mitte, bzw. in der zweiten Hälfte des 2. Jh. in der Töpferwerkstatt "Gasfabrik" es zumindest einen Töpfer gab, der diese Technik kannte, (mitbrachte oder übernahm) und mit dem lokalen Formenschatz kombiniert, eine kurze Zeit lang anwendete. Die andere Gruppe der Kasserollengriffe mit halbkreisförmigem Abschluß repräsentieren die aus Brigetio stammenden zwei Exemplare und ein weiteres Stück aus Aquincum. Nach ihren Darstellungen lassen sich diese als zusammengehörend vermuten: bei allen drei ahmt das Perlenmuster der Umrahmung den Griff der echten Metallkasserollen nach (RADNÓTI 1938, Taf. XXI, 3, 8), die Darstellung der nackten Gestalt kann hingegen eindeutig mit dem dionysischen Ideenkreis in Verbindung gebracht werden. Das material der aus Brigetio stammenden beiden Exemplare und ihre hellgrünlichgelbe Glasur kann an die frühe Periode der sog. Gerhát-Töpferwerkstatt angeschlossen werden (Bonis 1979, 134, Abb. 23, 3; Inv.Nr. MNM Római Gyűjtemény 52.4.155). Ihr Hersteller zog vermutlich die Bronzegefäße der Kölner Werkstätten nachahmenden glasierten Produkte (Bonis 1990, 28; Nuber 1972, Taf. 16, 3-4) als Vorbilder heran. Die Zahl und ihr enges Verbreitungsgebiet weist auch hier auf einen Töpfermeister hin, der eine kurze Zeit lang bloß eine mit geringer Intensität durchgeführte speziellen Anspruch befriedigende Arbeit verrichtet hat. Der Aquincumer Kasserollengriff kam, der Ausgräberin nach in einer Kaserne des Lagers zum Vorschein, die nach Mark Aurel entstanden ist. Die übrigen Begleitfunde des Stückes sind uns noch nicht bekannt (Szirmai 1989, 260) jedoch haben wir keinen Grund, die Richtigkeit der Datierung in Abrede zu stellen. Da dieses Stück kaum abgewetzt ist, können wir seine Erzeugung in die Mitte des 2. Jh. setzen und die Zeit, in der das Stück in die Erde gekommen ist läßt sich nicht früher als in die letzten zwei Jahrzehnte desselben Jahrhunderts datieren. Sämtliche Aspekte der aus Győr {Arrabona) stammenden Kasserolle wurden von E. T h о m a s eingehend erörtert (1961, 20-25). Sie stellte vollkommen richtig fest, daß das Stück, obwohl es den Griffen den mit der Namensbezeichnung VALMAX aus Aquincum und Mur sa (Osijek-Eszék) nahesteht, sich dennoch nicht dieser Werkstatt zuweisen läßt (L. Nagy 1945a, 296, Abb. 15, oben links; Vikió-Belanőió 1970, 37; Mócsy 1973, 388). Sie datiert es in das erste Viertel des 2. Jh.. Auf die Frage, wo sich die Werkstätte befunden hat, könnten weitere Gegenstände ähnlichen Typs eine Antwort geben. Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese gallischen Einfluß und Geschmack vermittelnde Werkstätte eventuell in Vindobona oder sogar in Carnuntum gearbeitet hat. Es ist möglich, daß aus den mittelgallischen Töpferzentren des Rhone-Tales einige Meister in die Donauprovinzen gewandert sind (Póczy 1959, 152; Vertet 1971, 92; Kocztur 1976, 99) und dort auch einige aus ihrer Heimat mitgebrachten, im neuen Milieu als Rarität geltende Gefäße herzustellen versucht haben. Schließlich noch einige Worte über die Funktion dieser Kasserollen. Es ist auffallend, daß mit Ausnahme je eines aus Arrabona und Aquincum stammenden Exemplares die übrigen 11 bloß Fragmente waren. Der Grund hierfür besteht darin, daß der Griff der aus Ton erzeugten Metallkasserollen nachahmenden - Stücke leicht abgebrochen hat. Bei der ergänzten Schale von Győr schließt sich ein dünner und schmaler Stiel an, der z.B. beim Eintauchen in irgendeine Flüssigkeit bald abbricht. Dasselbe kann auch bei der im einen Grab von Százhalombatta {Matrica) gefundenen, im Verhältnis zum Exemplar von Györ-Arrabona besser proportionierten, jedoch der Form nach analogen Kasserolle beobachtet werden (TOPÁL 1981, Grab 124, Taf. XLI, 124/5, Taf. 6/4). Nebenbei möchte ich bemerken, daß dieses Stück nicht glasiert ist, sondern, den Exemplaren von Nicopolis ad Istrum ähnlich, einen bräunlichroten Überzug hat, weshalb es nicht in unserer Übersicht vorkommt. Es liegt also auf der Hand, daß diese Kasserollen nicht für den praktischen, alltäglichen Gebrauch erzeugt worden sind, sondern Prunkgefäße waren und gewissen Kultzwecken gedient haben. E. T h о m a s dachte im Zusammenhang mit den Darstellungen des Griffes von Arrabona an den Kult der Terra Mater (1961, 24, Anm. 33). Unserer Meinung nach stellen diese Reliefverzierungen die Attribute des Hermes-Mercurius dar (Tassmari 1970, 143, Abb. 4; Bonis 1952, 30), oben die Widderhörner, bei dem Ansatz des Stieles der Bock oder gleichfalls ein Widder und die zwei Vogelköpfe - Kraniche - alles heilige Tiere des Hermes. Von den zahlreichen Funktionen dieser Gottheit sollen hier nur zwei hervorgehoben werden: er ist der Begleiter der Verstorbenen - Psychopompos - der die Seelen aus dem Krug (und nicht aus der Büchse) der Pandora zur Auferstehung herbeiruft. Das Gefäß, oder der Korb {cista mistica, panarium), ist ein Symbol der auf 103