Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 21. 1981 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1984)
Tanulmányok – Abhandlungen - Barkóczi László – Salamon Ágnes: Tendenzen der struktuellen und organisatorischen Änderungen pannonischer Siedlungen im 5. Jahrhundert. p. 147–187.
Falle unregelmäßiger Seiten die zweite Lösung eher auf der Hand lag. An den Ecken, wo die unrägelmäsigen Mauern zusammentreffen sind die Turmansätze schmäler. Auch die Ecktürme an der Stadtmauer von Gorsium stimmen mit denen des Lagers von Contra Aquincum überein {Abb. 8; Fitz 1983, 204) und sind ebenfalls an die Lagermauerecken angeschlossen. Ecktürme derselben Form sowie kleinere, weniger dickwandige, hufeisenförmige Türme wurden auch an der Stadtmauer von Alsóheténypuszta—Iovia entdeckt (Abb. 9; SOPRONI 1978, 138—142, Tafel 89,1). In den angeführten Fällen deutet die Konstruktion der Türme auf das gleiche Bauprogramm hin. In dieses Programm müssen wir aber auch das Lager mit unregelmäßigem Grundriß bei Pilismarót— Castra ad Herculem einreihen (Finály 1907, 38,57), welches auch nach jüngster Ansicht auf das Zeitalter des Diocletian datiert wird (Abb. 10; SOPRONI 1978, 194). Im Lager von Pilismarót wurden die kurzen, hufeisenförmigen Türme später angebaut, doch zwei längere hufeisenförmige Türme, die sich an die Mauer anschließen, sind denen von Contra Aquincum und Alsóheténypuszta — Iovia ähnlich. Elisabet- Brücke Abb. 6: Contra Aquincum. Póczy, 1976. 122—123. Auch die Türme des Lagers von Boiotro seien noch erwähnt {Abb. 4; Christlein 1979, 91—123; Ubl 1982, 81). Das Lager hat einen unregelmäßigen Grundriß, mit drei fächerförmigen Türmen und einem fünfeckigen. Einer der fächerförmigen Türme wurde an die Ecke der beiden Mauern angeschlossen. Der zweite steht am Begegnungspunkt von zwei Mauern, die sich in einem Spitzwinkel treffen, und wurde nicht aus der Fortsetzung der beiden Längsmauern ausgestaltet. Trotzdem bilden die beiden geraden Mauern des Turmes einen fast rechteckigen Winkel. Nach Ergänzung der beiden geraden Mauern kann der Turm viereckig rekonstruiert werden; es sei auf die Ecktürme viereckigen Grundrisses der Festungen vom Typ Gamzigrad hingewiesen (Abb. 5). Der dritte Turm wurde ebenfalls nicht aus der Fortsetzung des Mauerzusammentreffens ausgestaltet, aber die geraden Turmmauern stehen auch hier fast rechteckig zueinander. Bezeichnend für alle drei Türme, daß sie ebenfalls an die Lagermauerecken angeschlossen sind. An den ähnlichen Türmen bei der Unteren Donau oder im Orient (Abb. 11) sind die Seitenmauern gewöhnlich kürzer, während der Abschlußbogen größer und beinahe halbkreisförmig ist (IVANOV 1980, passim). Wenn auch die Turmmauern nicht, oder nicht immer aus den zwei zusammentreffenden Lagermauern ausgestaltet sind, laufen sie merkwürdigerweise im allgemeinen — wenn auch ein wenig verschoben — mit diesen parallel bzw. sind darauf rechteckig. Diese Lösung war bei der Errichtung größerer Türme notwendig. Aus der Reihe treten nur die Lagertürme von Drobeta (Abb. 12) heraus, aber da handelt es sich schon um die Bauten einer nächsten Periode, wie sie auch in Pannonién einem anderen Bauprogramm angehören. Es scheint also wahrscheinlich zu sein, daß die aus der Begegnung der Lagermauern fortlaufend ausgestalteten Ecktürme in Pannonién demselben Bauprogramm und der frühen Periode der Tetrarchiezeit angehörten. In bezug auf die Bauzeit von Contra Aquincum (Budapest, Március 15. tér) müssen wir auf eine Angabe von Hydatius zurückgreifen, wonach im Jahre 294 zwei Gegenfestungen gegen die Sarmaten errichtet wurden, die eine bei Aquincum, die andere bei Bononia. Wie bereits durch frühere Forschungen festgestellt, bezog sich diese Angabe nicht auf Acumincum (SOPRONI 1978, 128), sondern auf Aquincum. In dieser Beziehung dürfen wir nachstehend eine mündliche Mitteilung von Tibor Nagy zitieren: „Die Consularia Constantinopolitana, deren erster Teil bis zum Jahre 330 auf einen in Rom geführten Grundtext zurückgeht, bemerkt zum Jahr 294: His conss. castra facta in Sarmatia contra Acinco et Bononia (sie). Wäre с Acinco eine Verschreibung von с Aci(mi)nce, so hätte der römische Chronist die Errichtung der beiden Gegenfestungen nicht dem Lauf der Donau entgegengesetzt, sondern in desselben Richtung, in der Reihenfolge с Bononia et Acinco eingetragen. Die Textüberlieferung läßt aber keinen Zweifel über die Richtigkeit der Reihenfolge с Acinco — с Bononia aufkommen, woraus jedoch eindeutig folgt, daß с Acinco nicht flußabwärts nach, sondern flußaufwärts vor с Bononia lag und mit der in Not. dign. oc. 33,48 Valeria — und nicht in Pannónia Secunda — registrierten Gegenfestung c. Acinco identisch ist, mit derselben also, die in Budapest, Március 15 tér, entdeckt wurde." Wie bereits erwähnt, wurde auch das Lager von Pilismarót — Castra ad Herculem unter der Tetrarchie erbaut ; um die gleiche Zeit begannen auch die Bauarbeiten der wichtigen inneren Anlagen. Diese Stadtmauern wurden nach einer anderen Konzeption errichtet wie die von Scarbantia. Damals, bzw. kontinuierlich von dieser Zeit an, dürften demnach die Mauern von Gorsium und Alsóheténypuszta entstanden sein. Die beiden letzteren Bauten müssen mit der Bautätigkeit des Galerius in Zusammenhang stehen, so auch mit dem Namen „Valeria" der Provinz und mit der Benennung von Alsóhelénypuszía in Iovia und Gorsium (FITZ 1976, 101) in Herculia (dazu vgl. Srejovic —Lalovic —Jankovic 1980, 77—80). Es fragt sich nun, wie die in das Lager von Intercisa — 30 km von Gorsium entfernt — eingebauten Ecktürme (Abb. 13; Barkóczi 1954, 56) mit dieser Periode zusammenhängen, deren Mauern mehr als 220 cm, die Lagermauem 152