Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 19. 1979 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1981)

Tanulmányok – Abhandlungen - Palágyi Sylvia, K.: Die römischen Hügelgräber von Inota. p. 7–93.

Die Schnalle mit Pelta-Bügel und die beiden bronzenen Anhänger waren Teil eines Gürtels (Kat. 1.3.15; Taf. IV, 9; Kat. 1.3.16; Taf. IV, 4—5). Die Schnallen waren von Britan­nien bis Pannonién und sogar außerhalb des Reiches im 1—2. Jahrhundert weitverbreitet (Bella 1895, 400; ULBERT 1959,93, Taf. 17/34; Uslar 1961, Abb. 8/6—22; Kölnik 1961, 6, Abb. 294; WEBSTER 1969, 123, Fig. 12; Oldenstein 1976, 145—146, Taf. 36). Das Armband aus Hügel 2. gehörte — wie früher ange­deutet — nicht zu den vom Verstorbenen getragenen Gegenständen. Eine bedeutende Fundgruppe stellen die zur Körperpflege benützten strigilis dar (Kat. 2.1.26; Taf. VIII, 22; Kat. 2.2.3—8; Taf. IX, 1—5; IX, 9—10). Garnituren derselben erscheinen in Pompeji und auf den Aquincumer Mosaiken (MAU 1900, Fig. 212; KUZSINSZKY 1889, Abb. 32) Aus Hügelgräbern und Wagenbestattungen sind sie ebenfalls bekannt (ROOSENS—LUX 1970, Fig. 11; Gaul 1890, 107; Bonis 1968, 48). Im zur Datierung am besten geeigneten Tessiner Gebiet kommen die aus Eisen gefertigten Stücke in einer, der Inotaer ähnlichen Umgebung vor. In Grab 31. von Minusio-Cadra wurden sie mit lilien- und trauben­verzierten Terra Sigillata Drag. 35, mit zylindrischen und prismatischen Gläsern zusammen gefunden (SIMONETT 1941, 168, Gräber 7, 12, 31, 33). In den Hügeln von Inota wurden beide Toten, bzw. deren verbrannte Reste zusammen mit Waffen beerdigt. In Hügel 1. waren Schildbuckel und Griff aus Eisen, ein Dolch mit bronzenem Kreuzband, Pfeilspitze, Speerspitze ? und Eisenmesser angeordnet (Kat. 1.1.15—18; 1.1.23; Taf. II, 4—5; II, 7—10). Die Messer sind bei einer Bestat­tung nicht immer als Waffen zu betrachten. (DOORSELAER 1967, 198; Nuber 1972, 169/1005). In Hügel 2. fanden wir ein bemaltes Holzschild mit einem verzinnten Schildbuckel, ein langes Schwert, Lanze und Eisenmesser (Kat. 2.1.24—25; Taf. VIII, 14, 21; Kat. 2.2.9.1; Taf. IX, 8; Kat. 2.2.11.29; Taf, IX, 14). Es mag auf eine ovale Schildform in Hügel 2. gefolgert werden, wir be­sitzen jedoch keinerlei Stützpunkt für die Form des hölzernen Schildes in Hügel 1., das zum eisernen Schildbuckel gehörte. Unter den verschieden geformten Schildern sind an den Säulen und Grabstein-Abbildungen oft ovale Formen sichtbar (LINDENSCHMIDT 1882, 18—22; 1/7,11/1,111/1, V/1, Hoffilier 1909, 314—328), ein solcher ist auch auf der Traianus-Säule zu sehen (KLUMBACH —SCHUMACHER 1935, 8 WEBSTER 1969, PI. XII, XVIII, XIX, 128; ROBINSON 1975, PI. 199). Sie wurden von Infanterie und Reiter, Legionar­und Auxiliar-Soldaten gleichermaßen benützt (LINDEN­SCHMIDT 1882, 15, 18—21; WEBSTER 1969, 128—129; THOMAS 1970, 32; ROBINSON 1975, PI. 199; DEGEN 1976,13; Ulbert ohne J. 418—419). Die Abbildungen der Schild­buckel geben keine genügende Aufklärung über ihre Form und Chronologie. Das Material und die Form der Inotaer Schildbuckel ist auch verschieden. Ihr Ursprung ist gemeinsam, sie zeigen bloß verschiedene Phasen der Entwicklung. Unsere Schild­buckel nähern sich den konischen Formen Jahn 6, die der Autor aus der Form 3/b La Tène ableitet. Form 3/b lebt, mit geringer Veränderung in der Kaiserzeit weiter (JAHN 1916, Taf. IV/5). Aus den konischen Buckel ent­wickelt sich die, unsere Aufmerksamkeit erweckende Form auf Tafel III/6 von Jahn, die gegen das Jahr 100 häufig erscheint. Die Datierung von III/5 fällt auf die erste Hälfte des 1. Jahrhunderts, bis ungefähr 100. Die konischen Schild­buckel sind jedoch auch im 2. Jahrhundert beliebt. (JAHN 1916, 177—179, Taf. III). Als geeigneteste Analogie zu unserem Schildbuckel aus Hügel 1. bietet sich — unter den aus Dunaújváros, Malacka, Kálóz als „A" und „В" Stücke — der eiserne Schildbuckel aus Grab „B" von Kálóz. Eine Verwandtschaft der Káló­zer Stücke kann — im Gegensatz zu Bona — also eher mit jenen von Hügel 1. festgestellt werden (1978, 273).( 23 ) Eine Analogie des bronzenen „Umbo"-s mit acht Nägellöchern mag der Schildbuckel von Dunaújváros darstellen (Bona 1963, 295—296, Taf. LI/1). Der auf das 1. Jahrhundert datierte Schildbuckel von Cifer dürfte — laut Bona — älter sein (1963, 250, 253, 251, Abb. 1). Eine weitere Annäherung an die von Bona erwähnte Kreis bietet die Lanze aus Hügel 2., der eine gedrungenere Form eines Wurfspeers darstellt (Bona 1963, 244, Taf. XXXIX, 5), seine Schulterform jedoch profilierter ist. Es kommen oft Lanzen in den an der Donau gelegenen Lagern und aus den Gräberfeldern des 1—2. Jahrhunderts zum Vorschein (Nagy 1893, 34; Bonis 1960, 95, Abb. 24; Petres 1965, 88, 21a; SIMONETT 1941, Abb. 42/1, 126; ULBERT 1968, 13; ULBERT 1959, Taf. 27, 53; PLANCK 1975, 185). Eiserne Dolche wurden im frührömischen Gräberfeld der Hámán Kató Straße in Szombathely gefunden (Mócsy 1954, 170—171, 190). Das 72 cm messende zweischneidige Inotaer Schwert ist eine Art von Langschwert (Spatha). Diese an den Reitergrabsteine des 1. Jahrhunderts erscheinende Waffe wurde — laut Ulbert — nur von Reitern benützt. Das Exemplar von Rottweil dürfte einem Soldaten der Auxiliar-Truppe gehört haben (Ulbert ohne J., 417, Taf. 79/3; PLANCK 1975, 183—184; DEGEN 1976, 14, 21, Abb. 1/6). Aus den Gräbern der Rheingebiet­Lagern sind ebenfalls Langschwerter bekannt. Ihre frühen Varianten wurden an Hand des Diersheimer Exemplares, auf das 1. Jahrhundert angesetzt (PLANCK 1975, 183—184; Ulbert ohne J., 417). Im Fundmaterial des 1—2. Jahrhunderts von Kálóz befindet sich ein zweischneidiges Langschwert (Bona 1955, 72, Taf. XVII, 35; Bona 1978, 272—273). Der ungeschmückte Wagen aus Hügel 2. (Kat. 2.2.10; Taf. X — XV) kann in sich, ohne sonstigen Fundumstände, nicht datiert werden. Die vierrädrigen, einfachen Wagen­formen erscheinen an Grabsteinen aus dem 1—2. Jahr­hundert (Sági 1944—45, 220—222, Taf. LXXIX—XC). Die in Pannonién und Thrakien zum Vorschein kommenden Wagen sind auf eine weite Zeitspanne, vom 1. bis 3. Jahr­(23) Die Mitteilung an Seiten (Bona 1978, 272- 273) berichtigen wir wie folgt: In Inota gibt es sicherlich nicht mehrere Speerspitzen ; es gibt auch keine Bronzefibel ; der Schild­buckel und Griff aus Hügel Nr. 1. sind aus Eisen, der Schildbuckel aus Hügel Nr. 2. aus Bronze, der Griff aus Holz; es ist unwahrscheinlich, daß das Schild am Wagen angeordnet gewesen wäre, weil der Wagen vom Scheiter­haufen in die Grube kam und das Schild nicht brandig war; daß beide zusammen beerdigt wurden, beweist nicht ihre Zusammengehörigkeit, da auch die zum Wagen gehörenden Pferde in eine andere Grube gelangten. 25

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