Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 19. 1979 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1981)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bánki Zsuzsanna: Heiligtum der Iuppiter Dolichenus in Vetus Salina. p. 95–133.

Falls sie zum Heiligtum gehören und dessen Portikus bilden, dann stehen sie im Vergleich zur Fußbodenhöhe auf einem wesentlich tieferem Niveau, das Innere des Heilig­tums wäre also podiumartig erhöht. (Der Niveau-Unter­schied gilt aber auch unabhängig von den Säulen, was auch mit dem W — О —Gefälle des Uniergrundes in Verbindung gebracht werden kann. Wir nehmen an, daß das tiefe Fundament des III. Gebäudes zur Nivellierung dieses Gefälles dient.) Wahrscheinlicher ist jedoch ihre Zugehörig­keit zum III. Gebäude und so ist ihre scheinbare Anpassung an das Heiligtum ein Spiel des Zufalls. Den Säulen schließt sich nämlich unmittelbar keine Fußoberkante an, diese erscheint in angebrannter, lehmiger Form cca. 20 cm tiefer. Aus der fragmentarischen Schicht zwischen der Fußoberkante und den Säulensockeln stammt je eine Münze von Elagabalus und Gordian III. Das Fundament des III. Gebäudes durchquert diese Schicht, dieser Bau wurde also in der 2. Hälfte des 3. oder im 4. Jahrhundert über die Zerstörungsschicht des Tempels errichtet. Die Zugehörigkeit der Säulen und einiger Steinplatten läßt sich nicht eindeutig klären, sie können zur Zerstörungs­schicht sowohl des Heiligtums wie auch des III. Gebäudes gehören. Die Entstehungszeit des Heiligtums dürfte in den Jahrzehnten nach den Markomannenkriegen, gegen Ende des 2. Jh. gewesen sein. Dies scheint auch durch die Anga­ben der Ziegelstempel bestätigt zu sein (Analyse und Ziegelstempel-Katalog von B. L ö r i n с z ). Es ist anzu­nehmen, daß das Gebäude unter Caracalla oder Elagabal renoviert wurde, gleichzeitig mit der Errichtung des weiter nördlich befindlichen II. Gebäudes. Nach seinen Abmessungen rangiert das Dolichenum von Adony ungefähr in der Mitte zwischen den am Donau­Rhein-Limes (Abb.3) befindlichen kleineren Kultstätten von Zugmantel (Jacobi 1914—24,168; MERLAT 1960, 163— 165), Carnuntum (Dell 1893, 176—177; MERLAT 1960, 135—139) oder Brigetio (Milch 1900, 28—35; Láng, 1944, 165; MERLAT 1960, 133—135) und dem ansehnlichen Heiligtum von Saalburg (Jacobi 1937, 50; MERLAT 1960, 159—163). Es befindet sich in der unmittelbaren Nach­barschaft eines Militärlagers, wie die auch im Fall von Brigetio, Carnuntum, Pfünz {ibid. 144), Stockstadt (ibid. 156), Saalburg (Jacobi 1937,50) und Zugmantel zu sehen ist. Seine Orientierung: W —O. Darin sind die Stätten dieses Kultes einheitlich (MERLAT, 1960, 166), ansonsten kommen keinerlei Merkmale zur Geltung, die auf irgendwelche Vorschriften in bezug auf den Grundriß hindeuten würden. Da die Proportionen des Gebäudes eine Teilung erfordert und wir diese aufgrund der Freskenfragmente tatsächlich annehmen, dürften wir einen Grundriß feststellen, der mit dem von Brigetio verwandt ist. Außer der Wandmalereien wurden zur Gestaltung des Innenraumes auch Säulen ver­wendet. Darauf verweisen Sandsteinsäulen minderwertiger Qualität, in schlechtem Zustand, die auf dem Gelände des Heiligtums zum Vorschein kamen. Obwohl die Zugehörig­keit der vor dem Heiligtum gefundenen Säulenfragmente (diese sind aus Kalkstein) umstritten ist, können wir mit einem gedeckten (seitwärts und vorne offenen) Vorraum wie dem von Brigetio rechnen. Hier konnten wir mehrere Tegulafragmente bergen. Das Gelände ostwärts vom Tem­pel in Richtung des Lagers dürfte sich geneigt haben. Wahrscheinlich ist damit der westliche kurze Mauerstumpf an der Zwischenwand des späteren III. Gebäudes zu er­klären, ebenso auch der Niveau —Unterschied des Funda­mentes unter dem ostwärts liegenden Abschnitt der Zwi­schenwand. Ein geschlossener sakraler Bezirk, wo möglicherweise auch andere Kultstätten, z. B. ein Mithraeum wie in Carnuntum oder Stockstadt, oder ein Brunnen wie in Zug­mantel, zugegen waren, konnte infolge des aufgewühlten Terrains nicht beobachtet werden. Hoffentlich wird die pannonische Forschung durch die vollständige Erschließung des bisher teilweise freigelegten Dolichenums von Sa varia (Szentléleky 1968, 379; Szent­éleky 1972, 279) in den Besitz von mehr Informationen­gelangen. Wir versuchten, die Motive der Schaffung dieses Heilig­tums, einschließlich der Mitwirkung orientalischer Ele­mente, zu ergründen, konnten aber im spärlichen in­schriftlichen Material keinen diesbezüglichen Anhaltspunkt finden. Auch an die Missionstätigkeit der orientalischen Kolonie aus dem benachbarten Intercisa konnten wir nicht denken, da ein nachweisbarer Kult des Iuppiter Dolichenus in Intercisa bisher nicht zu entdecken war (FITZ 1972, 194). Im Unterschied zum Heiligtum in Brigetio, welches neben einem Legionslager auf einer viel kleineren Grund­fläche stand, läßt das Dolichenum in Vetus Salina ange­sichts seiner Dimensionen eine zahlreichere Glaubensge­meinschaft ahnen. Über die Bauzeit steht uns keine genaue Angabe zur Verfügung, doch dürfte die Errichtung des Heiligtums — gleichsam als eine Geste gegenüber dem kaiserlichen Haus — mit dem Besuch von Septimius Severus und seiner Familie im Jahre 202 (Fitz 1958, 162) in Zusammenhang gebracht werden. Eventuell verließen die kaiserlichen Gäste den Limes nach Gorsium nicht aus Intercisa, son­dern über Vetus Salina und so konnte der Herrscher die zwischen Intercisa und Rácalmás im Jahre 198 wieder­hergestellte Straße (ibid.) und zugleich auch das Dolichenus besichtigen. Dem Anschein nach (in kleine Stücke zerbrochene und angebrannte kullische Gegenstände, verkohlte Überreste von Holzbalken usw.) ist die Zerstörung des Gebäudes das Ergebnis vorsätzlicher Verwüstung und Brandstiftung. Obwohl diese Erscheinung im Falb der Dolichenum — Heiligtümer in den Provinzen am Rhein und an der Donau ähnlich nachgewiesen und zeitlich zumeist auf die Jahre um 235 angesetzt werden kann, ist sie doch nicht mit den von Herodianos aufgezeichneten Aktionen des Maximinus Thrax zu erklären (Tóth 1973, 109; anderer Meinung: Balla 1976, 67; Mócsy 1977, 395; NOLL 1980, 116). Die Ver­heerung des Heiligtums in Adony erfolgte später, erst im Jahre 238—239, wie dies die beiden, in Viminacium gep­rägten und in der Zerstörungsschicht gefundenen Münzen von Gordian III, (Münzen, 3—4) bezeugen. Laut András Mócsy (1972, 158) dürfte der rasche Verfall des Kultes „mit den politischen Konflikten des Zeitalters militärischer Anarchie in Zusammenhang stehen." In Moesia Inferior und Thrakien ist das späteste datier­bare Denkmal des Kultes ebenfalls mit Gordian in Ver­bindung zu bringen (Tatscheva-Hitova 1976, 26). Von Soldaten dem Iuppiter Dolichenus geweihte Inschrift in Ampelum (Dazien) stammt aus den Jahren 238—244, eine 98

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