Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 17. 1976 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1978)

Irodalom – Besprechungen - Mozsolics Amália: Bóna I., Die mittlere Bronzezeit Ungarns und ihre südostlichen Beziehungen. p. 335–339.

IRODALOM — BESPRECHUNGEN I. BONA, Die mittlere Bronzezeit Ungarns und ihre südöstlichen Beziehungen. AHung, IL, 1975, 317 S., 281 Taf., 28 Abb. im Text, 31 Pläne, 11 Verbrei­tungskarten Im Vorwort spricht der Verfasser über die Entstehung dieser Arbeit, zu der er das Material in den Jahren 1953 — 57 sammelte. Die Thesen veröffentlichte er 1960 (1960a, 198 - 205 ; 1960b, 45 - 66). Über das Buch schreibt er fol­gendes : „Ich betrachte diese Arbeit als das was sie ist : als Zusammenfassung der Forschungen bis zum Jahre 1958. . . Deshalb sind der Text des ursprünglichen Manu­skriptes und die Details, wenn auch oft stark verkürzt und unter Weglassung ganzer Kapitel, unverändert ge­blieben". Man bedauert, daß B. das von ihm gesammelte Material vor der Publikation nicht nach den neueren wissenschaftlichen Standpunkten wieder bearbeitete. Schon die Forschungsergebnisse der sechziger Jahre finden im Buch fast keinen Niederschlag. Aus der ange­gebenen Literatur sieht man, daß einige Ergänzungen und Nachträge, ohne das vorher Geschriebene umzu­arbeiten, hinzugefügt wurden (S. 178, 190, usw.). B. leitet das Buch mit einem theoretischen Kapitel „Methodologie — Terminologie — Forschung — Chrono­logie" ein (S. 15 ff). In diesem Kapitel beschreibt B. was er unter Kultur, Gruppe, Variante, Periode-Phase, Stam­mesgebiet, Teil-Siedlung, Einflüsse versteht, setzt sich mit dem Problem der Wanderungen auseinander, gliedert die europäischen geographischen Regionen in eine südost­europäische, eine mitteleuropäische und eine osteuropäi­sche (Steppen), eine westeuropäische Region, Italien und eine nördliche Region. Ferner gibt er einen Überblick der Forschung und schließlich widmet er ein Kapitel der „Chronologie". Das Dreiperiodensystem wurde für die ungarische Bronzezeit bereits von K. M i s к e vorge­schlagen und auch er unterschied in jeder der drei Perio­den drei Phasen bzw. Gruppen und stützte sich auf die Gräberfelder (1916, 253-269). Nun greift B. dieses System -wieder auf. Die Chronologie der Spätbronzezeit hat er in dieser Arbeit nicht behandelt, sondern in einem früheren Aufsatz. B. unterteilt jede Periode in drei Pha­sen oder Perioden (die bei ihm ca dasselbe bedeuten (S. 16), jedenfalls ist der Unterschied nicht klar herausge­stellt. Nach den Phasen 1 — 3 der Frühbronzezeit folgen die drei Phasen der Mittleren Bronzezeit (1 — 3), danach folgt — nach der Auffassung von B. — die „Koszider­Periode", die mit der südosteuropäischen Späte BZ bzw. mitteleuropäischen Mittleren BZ gleichzeitig wäre (S. 26). B. datiert die „Koszider-Periode" in die Spätbronzezeit, was nach meiner Chronologie В Illb, nach Reinicke der Stufe В entsprechen würde. Über die jüngeren Perioden finden wir in dieser Arbeit keine Hinweise. Heute be­zeichnet man H A-B als Urnenfelderzeit — nicht als Ei­senzeit. In Italien begann die eigentliche Eisenzeit mit Villanova I, nach der Protovillanova-Stufe, bzw. nach Bronzo Finale. Die Spätbronzezeit entspräche also nach B. den Stufen Bronzezeit B, C, D und Hallstatt А —В (nach Reinecke), die nicht genauer definiert wurden. Man muß in Ungarn vor Augen halten, daß vor Hallstatt С nicht von Eisenzeit gesprochen werden kann. Somit wäre von der „Koszider-Periode" bis H С alles „Spät­bronzezeit". In einem früheren Aufsatz meinte В., daß mit der Niederlegung der Koszider-Funde das „Ende der Bronze­zeit" da war, wie wir noch sehen werden. Die „Entstehung" der ungarischen Bronzezeit datiert er in die Jahre „um 1900", die Frühe BZ 3 - Mittlere BZ l in 1700-1600, die Mittlere BZ 2 „hat Beziehungen zu MH III - LH I, das wäre 1600-1500" (S. 27). Die Mittlere BZ 3 möchte B. nach Parallelen mit Beycesultan III und Alaca Höyük in die Zeit zwischen 1450 und 1300 und die Spätbronzezeit von 1300 bis zum 8. Jh. datieren. Auch B. sagt, daß es sich um „allgemeine Gesichts­punkte" handelt und daß aus der mittleren Bronzezeit keine gut datierbaren mediterranen Waren zum Vorschein kamen (S. 27). (Siehe zu dieser Frage: Mozsolics 1973, 4 — 7). Die von B. angegebenen Daten würden bedeuten, daß die Depotfunde des Horizontes Hajdúsámson um 1300 herum in die Erde gelangten ; danach folgen die „Koszider-Periode", und nach den neueren Forschungen die Fundhorizonte von Forró, Opályi, Aranyos und Kurd und diesen letzteren Fundhorizont kann man nach den heute zur Verfügung stehenden Daten mit Ende von LH III С — Übergang zu Protogeometrisch, bzw. Ende von Bronzo récente — Übergang zu Bronzo Finale synchroni­sieren. Dies bedeutet mit absoluten Zahlen ausgedrückt ungefähr Mitte bis zweite Hälfte des 11. Jh. v. Chr. Auf ungarische Verhältnisse übertragen würde das System von B. bedeuten, daß vom Ende der Tellsiedlungen — Depot­funde des II. Horizontes (S. 295 - 296) - d. h. nach B. der Depotfunde des Hajdusámsom-Horizontes bis zum Kurd-Horzizont ca 250 Jahre verstrichen sind. 1300 für das Ende der „mittleren Bronzezeit" im Sinne von B. (nach R e i n e с к e sind die Funde der Hajdúsámson­Gruppe in A 2 zu datieren) ist zu niedrig und rein schät­zungsweise kann man in dieser Spanne Zeit kaum Bron­zezeit В — D und Hallstatt A (nach R e i n e с к e) unter­bringen. Die ägäische Chronologie darf man nicht kritiklos auf die ungarische Bronzezeit übertragen, besonders nicht bei der absoluten Datierung, da in Ungarn keine Funde bekannt sind, die als Importstücke aus der Ägäis bezeich­net werden können. Vergleiche mit italischen Funden scheinen für Kreuzdatierungen viel mehr Erfolg zu ver­sprechen (z. B. verschiedene Typen des Kurd-Horizontes, wie Violinbogenfibeln, Terramare-Sicheln, verschiedene Beil- und Dolchformen, usw.). Bei der Periodisation der Mittleren BZ 1 — 3 geht B. in erster Reihe von der Vatya-Kultur aus, wobei er die von ihm angenommenen Wanderungen, bzw. „die Verbrei­tung der Kultur", die Grundlage darstellt. Es wäre glaubwürdiger, hätte B. bei der Periodisation die Resul­tate der Teilausgrabungen, d.h. die Stratigraphie berück­335

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