Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 17. 1976 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1978)

Irodalom – Besprechungen - Mozsolics Amália: Bóna I., Die mittlere Bronzezeit Ungarns und ihre südostlichen Beziehungen. p. 335–339.

sichtigt und mit den schichtenweise gesonderten Funden die Beigaben der Gräber und die Depotfunde verglichen. B. schneidet die Frage der Siedlung kurz ab (S. 32, 52, 57 ff). Die meisten Siedlungen waren in der „III. Phase der Vatya-Kultur" bewohnt, doch auch bei ihrer Aufzählung erfahren wir nichts Konkretes über die Stratigraphie. Aus­führlicher behandelt B. die Gräberfelder. Im Absatz über die Relativchronologie stellt B. fol­gende innere Gliederung der Kultur auf (S. 73) : Frühe BZ 3 - Kisapostag A, Nagyrév II; Mittlere BZ 1 - Kis­apostag B, Kisapostag, Vatya, Vatya la; Mittlere BZ 2 — Vatya Ib, Vatya II; Mittlere BZ 3 - Vatya III. Es sei hier vor allem bemerkt, daß Nagyrév II und Kisapostag A nicht gleichzeitig sind. Kisapostag-Scherben wurden in Tószeg В (Mozsolics 1952, Taf. VIII, 25-26) in den Schichten der Hatvanéi' Kultur gefunden und auch viel­fache Beweise für die Gleichzeitigkeit von Hatvan und Kisapostag existieren, nicht zuletzt in Dunaújváros. Dort fehlt am Kosziderpadlás zwar eine Kisapostag-Schichte zwischen den Nagyrévei" und den Vatyaer Schichten, da­für erstreckte sich aber nordöstlich vom Kosziderpadlás, westlich von der sog. Radarstation, ein Gräberfeld der Kisapostager Kultur mit mehr als 200 Gräbern (unver­öffentlichtes Material). Auch sonst gibt es Anzeichen, daß manche Siedlungen am Ende der Nagyrévei' Kultur abge­brochen und dann wieder zur Zeit der Vatya-Kultur be­wohnt waren, so z.B. in Százhalombatta, wo an einer Stelle zwischen den Nagyréverund den Vatyaer Schichten eine sterile Schicht beobachtet werden konnte (Kovács 1969, L63) und tatsächlich in der Umgebung Kisapostager Gräberfelder bekannt sind. Das bedeutet also, daß im Gebiet der Vatyaer Kultur — wenigstens an der Donau — nicht von einer Folge Nagyrév-Vatya gesprochen werden kann. Auch sonst wird man überprüfen müssen, warum manche Siedlungen zeitweise verlassen und dann wieder bewohnt waren, das ist aber nicht den Wanderungen zuzusprechen, der man in der Arbeit immer wieder begeg­net. Siehe z.B. S. 32 oder 75. Von der Szöreg-Gruppe stellt B. fest: „Die Szöreg-Gruppe wechselte ständig ihr Stammes-Gebiet" (S. 83); „entlang der Donau nach Nor­den wandernden Gerjen-Siedler" (S. 117); „Die inneren Migrationsverhältnisse in der Siedlungsgeschichte der Gyulavarsánd - Gruppe ... " (S. 123). Von der Gyulavar­sánder Gruppe: „Die ethnischen Inseln wurden von neuen Eroberen überwältigt ..." (S. 141); von der Füzesabonyéi­Gruppe: „...das Volk ist im Verlauf der Geschichte ständig weiter vorgedrungen" (S. 146) und an vielen an­deren Stellen (S. 142, 167, 225-227, 292). An einer Stelle sagt В., daß das Volk der Füzesabony-Gruppe in erster Reihe von Ackerbau gelebt hat (S. 166), was u. E. mit den Wanderungen im Widerspruch steht. Nach dem Kapitel über Methode usw. folgen : I. Die Vatya-Kultur. Das ist das umfangreichste Kapitel des Buches (S. 28 — 78), das eine Übersicht über die For­schung, Verbreitung, Gräber und Bestattungsritus, Kera­mik, verschiedene Phasen und die Typen der einzelnen Phasen, Siedlungen, Bronzen-Bronzekunst, Hortfunde, Goldfunde, Relativchronologie, Gesellschaft ,Wirtschaft, Geschichte enthält. Die weiteren Kapitel: II. Die Perjá­mos-Kultur (S. 79-119), III. Die Kultur der Spiral­buckelgefäße (S. 120-170), IV. Die mittlere Bronzezeit Siebenbürgens (S. 171-178), V. Die Kultur der Kan­tharos-Keramik (S. 179-192), VI. Die Kultur der in­krustierten Keramik (S. 193 — 230), VII. Die Gruppen der mitteleuropäischen Region im Mittleren Donaubecken (S. 231 — 249), VIII. Bemerkungen zur materiellen Kultur der mittleren Bronzezeit (S. 250 — 270), IX. Bronze ­Gold - Hortfunde (S. 271-295) und Schlußwort. Die Kapitel II — VII sind im großen und ganzen wie Kapitel I aufgebaut, wobei auch verschiedene lokale Gruppen berücksichtigt werden. Im Kapitel VIII werden vor allem typologische Fragen erörtert. Im Kapitel „Die Kultur der Spiralbuckelgefäße" (S. 120 — 170) schreibt B. ausführlich über die „Gyulavar­sánd-Gruppe", worauf hier nicht näher eingegangen werden soll, da ich verschiedene Bedenken bereits in einer anderen Rezension geäußert habe (1975, 227 — 230). Aus­führlich erörtert B. bei der Behandlung der „Füzesabony­Gruppe" (S. 144 — 170) die beiden Gräberfelder von Hernádkak und Megyaszó und bildet von diesen beiden Fundorten stammendes Material auf den Tafeln 154 — 189 ab. Bei den einzelnen Stücken sind die Grabnummern auf den Tafeln angegeben. Leider muß man sowohl hin­sichtlich der Auswertung des Materials als auch die Zusammengehörigkeit der von B. angegebenen Grabbei­gaben Zweifel und Bedenken äußern. In der Dokumenta­tionsabteilung des MNM sind unter Nr. 6, H. 1 zwei dünne Hefte über die Ausgrabungen von Hernádkak er­halten, ohne Zeichnungen der Gräber, ohne Grabungsplan, wobei von F. Tompa das Geschlecht nach der Lage bzw. Orientierung bestimmt wurde und in vielen Fällen findet man die Eintragung, daß die Knochen nicht erhalten blieben, bzw. vollständig verwest waren. Insgesamt sind 131 Gräber überaus wortkarg beschrieben. In einem Bericht von einer Seite wird bereits von 140 Gräbern gesprochen (Nr. 40, H. I), wobei bemerkt wird, daß die Gräber eine Orientierung N —S, bzw. O — W hatten und bei ersteren das Gesicht nach O, bei letzteren nach S gerichtet war, die Frauen lagen auf der linken, die Männer auf der rechten Seite. Ca 60% der Gräber waren von Säuglingen und Kleinkindern, die Skelettreste blieben in den meisten Fällen nicht erhalten. In den Paketen, die ich nach dem Krieg öffnete, um das Material zu inventari­sieren, fand ich gewöhnlich nur die Grabnummer, in einigen Fällen ohne konstatieren zu können, ob die Grabbeigaben von Hernádkak oder von Megyaszó stam­men. Da wortkarge Aufzeichnungen über Hernádkak von den Gräbern 1 — 131 erhalten blieben, das Grabungs­journal von Megyaszó jedoch nicht, konnten nur nach den einzelnen Stücken beigegebenen Zettelchen die Gräber von Nr. 131 — 225 mit Sicherheit als von Megyaszó stammend bestimmt werden, da von Megyaszó nur zwei ganz kurze zusammenfassende Berichte von je einem Blatt (Maschinenschrift) erhalten blieben (MNM, Doku­mentationsabteilung: 64. M. II und 68. M. II). Aus diesen erfahren wir, daß in zwei Grabungskampagnen vom 25. Juni bis 18. Juli 1934 und vom 23. August bis 8. Septem­ber 1933 gegraben wurde: Berichte mit dem Datum 21. Juli 1934 und 10. Sept. 1934. In diesem letzteren Bericht, der ein Jahr nach der Grabung niedergeschrieben wurde, heißt es, daß 110 Gräber, davon 26 Männer- und 28 Frauengräber ausgegraben wurden und im nachfolgenden Jahr wurden 105 Gräber, also insgesamt 215 ausgegraben, von diesen sind 60% Kinder- und Säuglingsgräber, bzw. Gräber, worin die Knochen nicht erhalten blieben. Wie wir sehen, ist sowohl was den Fundstoff als auch was ihre Auswertbarkeit betrifft größte Vorsicht geboten. Ein ausführliches Kapitel ist der Perjámos-Kultur gewidmet ; man kann so lange nichts Verbindliches sagen, bis die rumänischen Forscher die Resultate ihrer Ausgra­bungen veröffentlicht haben (M. Soroceanu in Kolozsvár, mündliche Mitteilungen). „Die Kultur der Kantharos-Keramik" (mit der Vattina- und Verbiciora­Gruppe) ist nur ein kurzes Kapitel (S. 179-192). Es ist noch mehr Vorsicht geboten, denn das alte Material aus der Zeit von B. Milleker ist, da Zusammenhänge so gut wie unbekannt sind, kaum zu gebrauchen. Im Kapitel „Die Kultur der inkrustierten Keramik" (S. 193 — 230) erfährt man, daß B. das ganze Material des Gräberfeldes von Királyszentistván samt Plänen zur Ver­fügung stand. Man bedauert, daß er dieses Gräberfeld nur summarisch behandelt und es nicht in extenso veröffent­licht (Taf. 210-241). Über diese Funde hätte B. eine mustergültige Arbeit schreiben können und so werden sicherlich andere das von ihm Versäumte nachholen. Im VIII. Kapitel spricht B. auch ziemlich ausführlich über die Hirschgeweihtrensen (S. 262 — 265), wobei ihm ver­schiedene Fehler unterlaufen sind. Die beiden Trensen von Borjas repräsentieren denselben Typus, nur ist an einem ein Stückchen abgebrochen und B. ordnete diese Trense seinem „Typus Dunaújváros" zu (S. 263), die er aber nicht abbildete. 336

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