Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 16. 1975 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1978)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bóna István: Arpadenzeitliche Kirche und Kirchhof im südlichen Stadtgebiet von Dunaújváros. – Árpád-kori templom és temető Dunaújváros déli határában. p. 99–157.

Die Kirche Durch die im Dezember 1959 gezogenen Forschungs­gräben wurde die Ausdehnung der Kirchenruine er­mittelt, ihre genaue Richtung jedoch nur annähernd bezeichnet. Bei der Freilegung begannen wir des­halb 1960 mit der Ausdehnung des Schnittensystems von 1959, was sich nachher als nicht sehr glücklich bewährte (Abb. 35). Die Grundmauer des Chores — in einem verhältnis­mäßig tolerablen Zustand verblieben — wurde im Schnitt IV freigelegt. Die Fortsetzung, d.h. der süd­liche Apsisbogen, die Ecke des Schiffes und der An­satz des Triumphbogens kamen im Schnitt V zum Vorschein. Der nördliche Apsisbogen im benachbarten Schnitt VI war 1944 durch das Ausgraben von zwei 80 — 90 cm breiten Schützengräben vernichtet wor­den, — die Grundmauer zwischen den beiden Schützengräben ist der in bestem Zustand gebliebene Abschnitt der Kirche. (Taf. 1,5-6). In den an Schnitt VI sich anschließenden Schnitten VII und VIII war die Zerstörung vollkommen. Von der nördlichen Längs wand des Schiffes blieb nur der bis zum Lößboden ausgeholte Grundgraben sichtbar, wir fanden weder Bodenniveau noch Ansatz dessel­ben. Etwas besser zeigte sich Schnitt IX, das die Südwand und den südlichen Teil des Chores freilegte, sowie das, die südwestliche Ecke, die westliche Fas­sade und den Eingang freilegende Schnitt X (Taf. 1,2,4). Die Kirche wurde in einen 110—115 cm tiefen, im allgemeinen ein m breiten, in Löß gegrabenen Gra­ben fundiert, dessen Grund nicht festgestampft war. Das Fundament bestand aus Kalksteinschotter (Taf. 1,3), der 50—60 cm unter der heutigen Ober­fläche zum Vorschein kam, demnach ursprünglich 50 — 60 cm stark war. An einigen Stellen, wo der die Grundmauer in besserem Zustand blieb, war die Oberfläche mit einer, der Mauerung vorangehenden kalkigen Mörtelschicht bedeckt (Schnitt VI und IX), im größeren Teil der Kirche war jedoch das Funda­ment teilweise vollständig ausgehoben, oder blieb nur der untere 20 cm starke Rest der Grundmauer beste­hen, darüber ein gut wahrnehmbarer und ausheb­barer, verhältnismäßig fester, Steinsand und Mörtel enthaltender Abbruchsschotter( 15 ). Der einzige Rest des Oberbaus war der südwestliche Eckstein der Kirche (Taf. 1,4). Der längs der südlichen Mauer des Schiffes laufen­de, 1— 1,5 m breite Streifen westlich der Gräber 111 — 113, war reiner gelber Löß (Schnitt V und IV); der keine Gräber enthaltende Lößstreifen lief vor der (15) Bei der Freilegung war der Schutt feucht, deshalb hielt er zusammen und konnte leicht ausgeholt wer­den. Die Abmessungszeichnungen wurden in dieser Phase verfertigt. In der Julihitze trocknete er jedoch rasch und zerfiel, oder wurde von den Week-end­GäSten, die nur auf den Wänden her umspazierten, zerbröckelt. Die Mehrzahl der Aufnahmen wurde nach der Freilegung der Kirche gemmacht, deshalb zeigen sie — leider — diesen verheerten Zustand . Abb. 27: Grab 183. westlichen Fassade der Kirche weiter (Schnitt X). In Schnitt IV und einem Teil von Schnitt V reichten die Gräber bis zum Chor, bis in Schnitt VI sich keine Gräber befanden. Das Innere des Chores gruben wir etwa in 80 — 90 cm Tiefe aus, — es war nirgends ein Grabfleck oder Knochenrest im reinen gelben Löß zu finden. Einzig an der südöstlichen Seite, im Inneren des Chors war der Fleck einer größeren, unregelmäßigen Grube zu sehen, welche wir wegen der geplanten Konservie­rung vorläufig nicht freilegten. Das Innere des Schiffes war in 50—70/80 cm Tiefe mit Schutt bedeckt. Im mit viel Mörtel gemischten Schutt — der unter anderem auch terra sigillata ent­hielt — fanden wir 18 Stück bearbeitete Quader­steine. Die Abmessung der 30 cm langen, 15 cm ho­hen und 17 cm breiten Quadern war zwar nicht die gleiche wie jene des an der südwestlichen Ecke in situ verbliebenen Ecksteines, trotzdem waren diese Qua­der sicherlich einstige Bausteine der Kirche. Es ist anzunehmen, daß sie aus den hergeholten, behauenen Steinen (vgl. die Sigillaten) einer nahen römischen Villa (Dunaújváros —Radar) oder eines Wachttur­mes (Strohzellusose-Fabrik, Umgebung des Wasser­turmes) gebaut wurde. Das Bruchstück einer Zwerg­120

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