Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 15. 1974 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1976)

Tanulmányok – Abhandlungen - Gáspár Dorottya: Griechischer Eid der Ratsherren gefunden in der Széchényi Nationalibliothek. XV, 1974. p. 39–64.

aus Elfenbein hatte, die heute nicht mehr vorhanden obgleich sie noch im Katalog von M. Kubinyi (1956)( 7 ) erwähnt wird; da aber der diesbezügliche Teil mit dem Hänel-Katalog wörtlich überein­stimmt, dürfte M. Kubinyi ihm vom letzteren abgeschrieben und eben deshalb den Mangel über­sehen haben. Auf dem 2. Blatt sind oberhalb des griechischen Textes zwei Zeilen in lateinischer Sprache zu lesen, die über die Eigentumsverhältnisse des Handschrift uns informieren^) : Ex Bibliotheca I. A. Reisachii S. R. I. Comitis. 1813. Donum/ Bernardi L. B. ab Hornstein. Statuum prov. Neob. Mareschall Ergänzt: Ex Bibliotheca I. A. Reisachii S(acri) R(omani) Imperii) Comitis. 1813. Donum Ber­nardi L(iberi) B(aronis) ab Hornstein. Statuum prov­(inciae) Neob(randenburgiensis) Mareschall(atus)( 9 ). Miklós Jankovich schaltete sich erst im Jahre 1819 in die Auktion der Reisach-Bibliothek ein( 10 ) und nahm daran später persönlich oder durch Be­auftragten teil( u ) Dementsprechend bedeutet das Datum nicht den Zeitpunkt des Kaufes, sondern der Verschenkung. Der Geschenkgeber, Bernardus Li­ber Baro ab Hornstein, erwarb die Handschrift laut dem Vermerk aus der Reisach-Bibliothek vielleicht bei einer Auktion. Der Rest der Aufzeichnung be­zieht sich auf die Titeln des Freiherrn( 12 ). Wie läßt sich also das Schicksal die Handschrift verfolgen ? Dem Vorwort ist zu entnehmen, daß das Original im Kloster zu Lorsch aufgefunden von Johannes Sichardus dem Pfalzgrafen Otto Heinrich übersandt wurde, auf dessen Befehl dann Jacobus Mycillus den griechischen Text abgeschrieben sowie ins Lateinische und Deutsche übersetzt hat. Der Text wurde offen­bar abgeschrieben, weil die Klosterbibliothek in Lorsch Anspruch auf dem Besitz des Originals hielt. Von diesem Zeitpunkt an ist also das Schicksal des Originals und der Abschrift zu verfolgen. (7) M. KUBINYI O. C, Libri Manuscripti Graeci. .. 48 (8) Miklós Jankovich, der das Handschreiben erkannte, teilte mir mit, daß die Aufzeichnung von seinem Ur­urgroßvater stamme, der auf jedes einzelne Stück seiner Sammlung das Datum und die Weise der Er­werbung sowie die Herkunft des Stückes aufgeschrie­ben habe. An dieser Stelle möchte ich für die frdl. Mitteilung danken. (9) Zur Ergänzung verwendet: A. BART Ab, Glossari­um Mediae et infimiae Latinitatis Regni Hungáriáé. Lipsiae, 1901, Baro 69, Liber baro 376, Mareschal­latus 409, Status Nr. 1. 627 Stichwörter. — Die An­gaben über die Reisach-Bibliothek verdanke ich J. В e r 1 a s z und A. V í z к e 1 e t y. (10) J. BERLÁSZ, О. С, 138. (11) A. VÍZKELET Y, Beschreibendes Verzeichnis der alt­deutschen Handschriften in Ungarischen Bibliotheken Bd. /. Széchênyi-Nationalbibliothek. Budapest, 1969, 10. (12) In der Korrespondenz von Miklós Jankovich konnte ich den Namen des Freiherrn nicht finden. Voll­ständigkeitshalber sei erwähnt, daß ich die im Besitz deb Nationalarchivs befindliche Korrespondenz nicht durchgeforscht habe. Das Kloster zu Lorsch wurde von Karl d. Gr. im Jahre 763 gegründet( 13 ) und brannte während dem Dreißigjährigen Krieg, im Jahre 1621, ab( 14 ). Der griechische Originaltext wurde vermutlich mit vielem anderen bei diesem Ereignis vernichtet. Wie aber das Original in das Kloster gelangten durfte, dafür gibt die vielfach erwähnte karolingische Renaissance ohne genaue Umstände anzugeben, einen Anlaß. Der erste Eigentümer der Abschrift war Otto Heinrich, der seine Bibliothek ,,durch Testament zum Wohl von Gemeinwesen und Regierung hin­terließ". Daraus entstand die „Pfälzische Landes­bibliothek", die, auch durch andere Spenden be­reichert, als die reichste Bibliothek", Europas galt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Biblio­thek aufgeteilt. Der größte Teil gelangte in den Va­tikan^ 5 ), während der Rest vermutlich zwischen anderen Bibliotheken aufgeteilt wurde. Allerdings werden diese im angeführten Lexikon nicht er­wähnt( 16 ). Der nächste, mit Bestimmtheit identifi­zierbare Standort der Handschrift ist die Reisach'sche Bibliothek, wohin es nach der Aufteilung der Pfäl­zischen Landesbibliothek entweder unmittelbar oder auf indirekte Weise gelangen konnte. Über die frü­here Schicksal der Abschrift konnte sowiel festge­stellt werden. Nehmen wir nun die im Vorwort genannten Per­sonen unter die Lupe. Jacobus Mycillus (1503—1558) heißt eigentlich Moltzer, Mycillus war nur sein humanistischer Na­me( 17 ). Er studierte die lateinische und die griechische Sprache, wurde im Jahre 1528 Rektor in Frankfurt am Main und im Jahre 1532 Professor der griechi­schen Sprache in Heidelberg( 18 ). Seine wissenschaft­liche Tätigkeit bestand in der Übersetzung lateini­scher und griechischer Autoren ins Deutsche sowie in deren Veröffentlichung. Die Liste seiner veröf­fentlichten Werke( 19 ) läßt ihn als einen hochgebil­deten Humanisten zu erkennen, der sowohl die latei­nische als auch die griechische Sprache souverän be­herrschte. Joannes Sichardus (1499—1552) studierte Rechts­wissenschaften. 1531 Doktor, 1535 Professor in Tü­bingen^ 0 ). Einige Jahre vorher (um 1524) bekam er aber die Erlaubnis, Deutschland berühmteste Bib­(13) Der große Brockhaus, Wiesbaden, 1955, VII, 322. Stichwort Lorsch. (14) Meyers Großes Konversations-Lexikon. Leipzig — Wien 1909 e , 715. —Stichwort Lorsch (15) Der große Brockhaus, XII, 690. —Stichwort Palatina. (16) Ibid. — Der angegebenen Literatur ist eindeutig zu entnehmen, daß der Rest in deutsche Bibliotheken gelangte. (17) Der Name ist auch in der Orthographie Micyllus bekannt : Сн. G. JÖCHER, Allgemeines Gelehrten Lexikon. Leipzig, 1751, III, 524. Spalte. (18) Ibid., 524—525. Spalte. (19) Fortsetzung und Ergänzung zu Gh. G. Jöcher s allge­meinem Gelehrten­Lexicon worin die Schriftsteller aller Stände nach ihren vornehmsten Lebensumständen und Schriften beschreiben werden. Angefangen von: J. Сн. ADELUNG und vom Buchstaben К fortgesetzt von: H. W. ROTERMUND, Hildesheim, 1961, IV, 1702— 1703. Spalte. (20) Сн. G. JÖCHER, O. C, IV, 567—568. Spalte. 4* 51

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