Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)

Tanulmányok – Abhandlungen - Kocztur Éva: Ausgrabungen im südlichen Stadtviertel von Gorsium (Tác-Margittelep). XIII, 1972. p. 69–148.

dion <210) . Die bedeutendsten Kenntnisse im Laufeder letzteren Jahrzehnten lieferten jedoch die im Gebiete der Tschechoslowakei erschlossenen Siedlungen, die mit den in Margittelep erschlossenen Wohngebäuden gleichaltrig sind. Unter den Haustypen finden wir auch hier viele verwandte Züge. Über die allgemeine Ähnlichkeit der Wohngruben hinaus (in die Erde eingetiefte Rechteckform, abgerundete Ecken, Pfos­tenkonstruktion), hatte die ausführliche Untersu­chung, bei der Suche nach den Analogien der in Tác erchlossenen Typen nur wenig Erfolg. Die Zusammen­fassung der Haustypen der LT-Siedlungen in Böhmen stammt von K. Motyková-Sneiderová. (211) Ihre sämt­lichen Feststellungen sind auch für die Tácer Fälle gültig : ihre Maße : 4— б m X 2, 5 — 3, 5 m (das kleinste Maß in Chyné: 3,6X1,6, das größte in Záluzi X. : 6,9X3 m.) Sie wurden 45—150 cm tief eingegraben, OW orientiert bzw. weicht diese etwas nach NO ab, — dieses letztere war ihrer Meinung nach von der Umgebung von Saaz bis Mittelböhmen eine allgemeine Sitte. — Diese Sitte konnte sich aber nicht auf ein gewißes Gebiet beschränkt haben, da wir dasselbe auch beim Haus II, V, X. in Tác, ja selbst bei den NS-orientierten Häusern VI. und IX. konstatiert haben. Das slowakische Material hat T. Kölnik in einer ähnlichen Abhandlung zusammengefasst. (212) Die zwei Hauptgruppen der Bauten sind 1. die in die Erde eingetieften und 2. die auf den ursprünglichen Boden erbauten Häuser. In Tác haben wir nur die zur ersteren Gruppe gehörenden vorgefunden. Ihre Untergruppen sind die folgenden : I. Ohne Pfostenlöcher — ein solches ist das Haus V. von Tác. T. Nagy hat in Albertfalva in den Canabae des 1. Jhs ein gleiches mit Lehmziegel­mauern gefunden. <213) IL Mit 2 Pfosten — zu Beginn der Römerzeit in Mode (von Rechteckform, er zieht zwischen den Grundrißen mit 2 oder mehreren Pfostenlöchern keinen tieferen Unterschied.) Für ein solches gelten die Häuser I, IV, IX, und X. von Tác. III. Mit 6 Pfosten und gestrecktem Grundriß. In Tác unbekannt. IV. Mit Pfostenlöchern an den Ecken erbaut. Hierher müssen das Haus IL und vielleicht die Häuser VIII. und IX. gereiht werden. V. Ein kompliziertes Pfostenlochsystem zeigende — gewöhnlich irgendwelche Werkstätte — ein sol­ches Gebäude ist das Haus VII. von Tác. Aufgrund des oben Gesagten und der Analogien scheint es, daß die uralten Bautraditionen am ehesten von den Häusern IX. und X. von Tác bewahrt wor­(210) M. PÁRDUCZ — J. KOKRK, о. c, 166. — datieren die Siedlung auf das 3 — 4. Jh. (211) K. MOTYKOVÁ - SNEIDROVÁ, PA, L, 1969, und PA, LI, 1960, 161-183. (212) T. KÖLNIK, ARoz, XIV, 1962, 344- 396. (213) T. NAGY, AËrt, LXXXVIII, 1961, 287-288. ID., RégFüz, 11/14, 1961, 30. den sind. Der kleine Eingangsteil, die Pfostenkonstruk­tion weisen alle darauf hin. Interessant ist es, daß die Analogien des Hauses X. im allgemeinen irgend­welches, auf eine Werkstätte verweisendes Fundma­terial enthalten haben. Vielleicht gerade deshalb ist hier die herkömmliche Bauweise am stärksten erhal­ten geblieben. Ist diese Frage auch nicht so einfach, so steht es zweifellos fest, daß wir zwischen der An­wendung und dem Haustyp überall enge Zusammen­hänge finden. Z. B. die mit vielen Pfostenlöchern gefertigten Gebäuden haben sich als Arbeitsräume erwiesen. Als Schieferbrennöfen (zur Herstellung von Armbändern) in Msecké Zehrovice oder Královice; als Bronzegießwerkstätte in Libochovice (9. Haus) ; als Weberei in Sobesuky (III. Haus) ; das Gebäude IX. in Tuchlovice stand z. B. mit der Münzpräge in Zusammenhang. (214) Das Haus VII. von Tác halten auch wir als eine Werkstätte oder ein „keramisches Depot" in Evidenz, obwohl ausser den vielen zusam­menpassenden Gefäßfragmenten darauf nichts an­deres hinweist, als die vielen Pfosten- und Pfahllöcher, die das Vorhandensein von Arbeitsbänken oder von Kellern voraussetzen. Nur das Haus Nr. VI von Tác kann nicht in die Kolnikschen Gruppen eingereiht werden. Der Form nach scheint auch dies ein alter Typ zu sein, doch das darum gefundene Pfostenlochsystem läßt es als ein anderes Gebäude erscheinen. Zwischen der Wohn­grube und ihrer Lehmwand unterscheidet es von den übrigen ein 60—80 cm breiter, bankartiger Streifen, und sein Abstand verläuft mit den Häusern IX. und IV. zusammen auf die voranerwähnten senkrecht : in Richtung NS (etwas östlich abweichend). Am wahr­scheinlichsten ist es, daß die Häuser VI— IX. nur als Wohnungen gedient haben. Auf der bankartigen Um­randung des Hauses VI. konnte man entsprechende Schlafstätten ausbilden. Aufgrund des vorhergesagten haben die Haustypen zur Frühkaiserzeit nicht viele Änderungen gezeigt. Wir nehmen nur soviel an, daß sich die strukturellen Elemente der Bauten der einheimischen Bevölkerung im Gebiete der Provinz verändert haben. In der Bau­art der Wohngruben der einheimischen Bevölkerung wurde die Technik der Steingebäude übernommen. Im Barbaricum hat jedoch mannigfaltigere Formen annehmend der uralte Häusertyp weitergelebt. Die im Falle der auf der Siedlung angetroffenen anderen Erscheinungen, wie der Ofen III. oder der im Grä­berfeld erschlossene zweiteilige Ofen Nr. I. und IL können wir eine gleiche, allgemein gültige Feststellung machen. Der kleine Ofen Nr. III. konnte ein Backofen (215) gewesen sein, wie man ihn auch auf anderen römerzeitlichen Fundorten angetroffen hat. Die zweiteilige, sich bogenförmig schließende Form (214) K. MOTYKOVÁ — SNEIDEROVÁ, О. С, 182. (216) Ё. В. BONIS, АН, XL VII, 1969, 26 und 43: Gellért­hegy-Tabán; - К. SNEIDEROVÁ, AROZ VI, 1954, 239 : Straach. 135

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