Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 13. 1972 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1974)

Tanulmányok – Abhandlungen - Kocztur Éva: Ausgrabungen im südlichen Stadtviertel von Gorsium (Tác-Margittelep). XIII, 1972. p. 69–148.

rakteristischen Gefäßtyps in Stüdpannonien be­gann, sich von dort aus nach Norden und Osten zu verbreitete und vielleicht auch auf die dazischen Töpfer (Maroskeresztur) ihre Wirkungen ausübte. 2. Der Formenschatz von West- und Ostpannonien ist abweichend. Im Westen haben die eingebore­nen Meister die padanischen Formen, im Osten die Südgallische Form und ihren Musterschatz, also jene Form, mit deren Gebiet ihre Handelsbe­ziehungen enger waren, übernommen. Im Grä­berfeld der Hámán Kato-Straße finden wir das für beide Gebiete charakteristische Material. Die Verschmelzung der beiden hat vielleicht dort begonnen. (101) 3. Ihre Blütezeit ist die Mitte des 2. Jhs — auch dem Musterschatz der Fabrik von Lezoux ist an den Schüsseln zu begegnen. <102) Unser Material aus Tác vertritt diese Zeitspanne. Größtenteils kamen unsere Fundobjekte mit den in Lezoux zwischen 150—190 gefertigten Sigillaten gemeinsam zum Vorschein. Ihr Musterschatz kann aber schwer an das Material der südgallischen Werkstätte ange­schloßen werden. 4. Zu Beginn des 3. Jhs wurde das Muster einfacher, erhielt eine gröbere Zeichnung (103) und schließ­lich verdrängte die sich immer mehr nach Osten erstreckende Erzeugung von Sigillata-Gefäßen diese Ware völlig. (104) Unsere Forschung sucht im südöstlichen Teil des Komitats Fejér neuerdings nach der Werkstätte (oder Werkstätten ?) von Resatus.< 105) K. Sz. P Ó с z y, (106 > sodann E. B. T h о m a s setzen aufgrund der Varian­ten des Musterschatzes die Tätigkeit mehrer Mei­nterund Werkstätten voraus. Wie erwähnt, liegt die Sigillatenherkunft der Muster in vielen Fällen an der Hand. So kann man z. B. an den reichverzierten die Wirkung der Fabrik von La Graufesenque wahrneh­men (z. B. Taf. VI. 7; Taf. VI. 9; Inv. Nr. 63.349.9; Taf. VII. 12; Taf. VIII. 19). Die Stilisiertheit der Motive, die häufige Anwendung der geometrischen Formen weicht jedoch von den römischen Mustern ab (z. B. - Abb. 49. 7. und 13; Taf. VI. 6; Taf. VII. 14; Taf. VIII. 6). Bei diesen Verzierungen wirft E. B. T h о m a s die Möglichkeit auf, daß die Wir­kung vielleicht unmittelbar aus M e g a r a mit der Vermittlung durch Dalmatien und Moesien nach S i s с i a kommt und von dort in das Komitat Fejé r (lü7) gelangt. Unsere Forschung betrachtet die Anwendung der Rosetten und der stilisierten Mus­té im allgemeinen für eine südpannonische Eigenar­tigkeit. (108) Auch an den Sigillata-Nachahmungen der Werkstätte von Maroskeresztur sehen wir geomet­rische und stilisierte Blattmotive, doch in einer von (101) A. MÓCSY, AÉrt, LXXXI, 1954, 187. (J02) K.Sz. Pöczv, AÉrt, LXXIX, 1952, 103. Taf. XXIII. 12-13. (103) Ibid, Taf. XXIII. 6 und 11. (104) L. BARKÓCZI -É. BONIS, О. С, 170. (105) Е. В. THOMAS, О. С, 112. (106) К. Sz. PÓCZY, AÉrt, LXXIX, 1952, 103. (107) Е. В. THOMAS, О. С, 113. (108) L. BARKÓCZI - Ë. BONIS, О. С, 170. den unsrigen abweichenden Formen. Diese Werk­stätte dürfte eher aus dem Musterschatz der „Ur­quelle" geschöpft haben. (109) Auf eine südliche Ein­wirkung hinweisende Stücke in unserem Material sind die folgenden : Abb. 49. 14; 50. 2; 51.11; 53. 3; 62.7; Taf. VII. 15; Taf. VIIIJa; keine Drag. 37-Form ; Taf. VII. 7 und Taf. VIII. 9. Die Datierung des Ma­terials ist nicht eindeutig. Tatsache ist, daß in den Gräbern des 1. und 2. Jhs in Süd-und Westpannonien sowie in Aquincum überall die gestempelten Schüsseln anzutreffen sind. In Ostpannonien haben sie sich um die Mitte des 2. Jhs in größerem Maße verbreitet (in den Tumuli des Komitats Fejér). Auffallend ist es, daß sie im Castrum aus dem Material des Hauses XIV. völlig gefehlt haben, während sie auf dem einige Jahrzente später entstandenen Siedlungsteil in Be­gleitung von zahlreichen Sigillaten in verhältnis­mäßig großer Menge (123 St. gestempelte Gefäße und 377 St. Sigillaten) vorgefunden wurden. Aufgrund dieser scheint es, daß das Herstellungszentrum der gestempelten Keramik von SW nach О und SO zu gewandert ist. Im 1. Jh. sind Poetovio— Emona bzw. Wien — Győr, am Ende des 1. Jhs bzw. zu Beginn des 2. Jhs Aquincum bzw. im Laufe des 2. Jhs das Komi­tat Fejér, zu Beginn des 3. Jhs Maroskeresztur die Zentren. Natürlicherweise finden wir in ihrem Muster­schatz aus dem örtlichen Geschmack herrührende gewiße Änderungen. Gleichzeitig stimmt diese Weg­richtung auch mit der Erweiterung des Sigillaten­handels ungefähr überein. Ihre Erzeugung verfolgte vielleicht gar nicht so sehr das Ziel den Import zu verdrängen als vielmehr um die wegen den wenigen Import angestiegene Nachfrage zu befriedigen. In den Tumuli des Komitats Fejér finden wir verhältnis­mäßig wenige Sigillaten und viele gestempelte Schüs­seln, während sich in den westpannonischen Grä­bern eine umgekehrte Lage zeigt. Die Annahme, wonach sie für die arme Bevölkerung die teure Im­portware ersetzt hat, dürfte infolge der Tatsache bezweifelt werden, daß auf unserer Siedlung Sigilla­tenfragmente dreimal so viel als Stempelware vor­kommen. (Unter diesen strammen 62 St. Sigillaten aus den Jahren 150—190, also aus der zweiten Hälfte des 2. Jhs). Glastechnik nachahmende Becher finden sich unter unseren Funden nur wenige. (Ein verziertes Stück stellt Taf. VII. 8. dar und T a f. VIII. 1 — 2. zeigt ein unverziertes Exemplar). Aus gelbem Ton, mit orangebrauner Bemalung wurde Nr. 492 — Abb. 59. 14) gefertigt. Eine Rädchen Verzierung trägt das Fragment mit der Inv. Nr. 64.157.3. Im Westen stammen ähnliche Becher von der Wende des 1. —2. Jhs (110) , in Aquincum wurden sie vom Ende des I. Jhs bis zur Mitte des 2. Jhs aus grauem und im Zeit­(109) O. FLOCA, Bulétinul muzelului arheologie al societatii de istorie, arheologie si etnografie din Targu-Mures. P. 13. — unter diesen Formen kommt kein Typ Drag. 37 vor. Die Werkstätte wird mit dem Ma­terial der „Urquelle" verbunden. (110) É. BONIS, BpR, XIII, 1943, 473-476. - bezügliche Literatur cf. dort. 122

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