Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 11. 1970 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1971)
Tanulmányok – Abhandlungen - Salamon Ágnes – Barkóczi László: Bestattungen von Csákvár aus dem Ende des 4. und dem Anfang des 5. Jahrhunderts. XI, 1970. p. 35–75. t. XVII–XXIX.
diesem Gräberfeldabschnitt. Eine seltene Form. Außerhalb der Provinz ist ein gleiches Stück im Gräberfeld von Csongrád, Grab 8 zu finden. Wie bereits erwähnt, kann es angenommen werden, daß auch das letztere aus der gleichen Werkstätte wie die von Csákvár stammt (83) . 2. Gräberfeldabschnitt (Abb. 3, 4) Während der 1. Gräberfeldabschnitt eine Fläche von etwa 800 m 2 einnimmt, erstreckt sich der 2. Gräberfeldabschnitt — wenn wir die freigelegten Flächen in Luftlinien verbinden — aui etwa 12 500 in 2 . Die Gräberfeldfläche mit der größten Gräberzahl legte A. Marosi 1930 frei. Die im Jahre 1960 aufgedeckten sieben Gräber liegen im SO Teil des angenommenen Gräberfeldabschnitt. Die während der Ausgrabungen 1930 und 1960 entworfenen Pläne des Gräberfeldes ermöglichten uns die Analyse des Bestattungsritus. Bei der Frage der Orientierung der Gräber können bloß die Gräber 34 und 7 der erwähnten beiden Freilegungen Anhaltspunkte bieten, was aber die Bestattungsform und die Beigaben anbelangt, kann man auch andere Gräber in Betracht ziehen : (5 Gräber aus der ersten Freilegung 1930 unter der Leitung von A. Marosi und 3 weitere Gräber, die 1937 zum Vorschein kamen. Rechnen wir die 1929 aufgedeckten 5 Gräber dazu, so erhöht sich die Gräberzahl des 2. Gräberfeldabschnittes auf 55. Die Bestattungen sind in Reihen angeordnet. Auch die Orientierung der Gräber weicht von der des 1 Gräberfeldabschnittes ab. W— О Orientierung findet sich in keinen Gräbern. Die Gräber sind nicht einheitlich orientiert, die meisten sind S — N (darunter eins N — S, Grab 13); ebenda sind aber die von der Siedlung am weitesten liegenden Gräberreihen SO — NW orientiert (Abb. 3). Die Orientierung der 1960 freigelegten 7 Gräber (62-66, 68 Gräber) ist NW-SO, ausgenommen das Grab 67, das NO — SW gerichtet ist. Dieses Grab — die einzige Überbestattung in Csák vár — liegt über das Grab 68 (Abb. 4). Die S — N Orientierung herrscht in der sarmatischen Kiszombor — Ernőháza-Gnippe vor und ist für die Gräberfelder von Csongrád kennzeichnend (84) . In den spätrömischen Gräberfeldern kommen nur selten ähnlich orientierte Gräber vor (85) . Die SO — NW ist für die zur spätsarmatischen Tápé —Malajdok-Gruppe gehörenden Gräberfelder charakteristisch. Das archäologische Material dieser Gräber steht in vieler Hinsicht in naher Beziehung zu den Beigaben der Gräberfelder des Typs Csongrád (86) . Eine ähnliche Orientierung kommt vereinzelt auch in den Gräberfeldern von Csongrád vor (87) . Im Karpatenbecken er(83) Ibid. 39. (84) M., PÁRDUCZ, Sarmatenzeit III, 103 und M. PÁRDUCZ, Hunnenzeit, 45 (Gruppe 3). (85) Z. В. K. SÁGI, Intercisa I. 113. (86) M. PAKDUCZ, Sarmatenzeit III, 110 und /. KÖVÉIG, о. с. 214. (87) M. PÁRDUCZ, Hunnenzeit, 45 (3. Gruppe). scheinen die N—S gerichteten Gräber mit dem Fundgut des 5. Jahrhundert zusammen, ein ähnliches Material ist aber auch aus den NW —SO gerichteten Gräbern bekannt (88) . Die Bestattungsformen sind ebenmäßig verteilt: 26 sind Ziegelgräber und 25 Schachtgräber. Unter den Schachtgräbern sind die meisten SO — NW gerichtet. Die Verteilung nach Geschlechter steht in umgekehrtem Verhältnis zum 1. Gräberfeldabschnitt: hier sind Frauengräber in Mehrzahl. Die Zahl der Männergräber ist verhältnismäßig gering. Die Gräber sind an Beigaben reich, die Zahl der Gräber ohne Beigaben beträgt 7, diese liegen in dem von der Siedlung am weitasten entfernten Teil des Gräberfeldes und sind SO —NW orientiert. Ohrringe sind uns aus sieben Gräbern bekannt. Der eine Typ ist mit Schlinge und Haken versehen (Grab 68 Abb. 11, 6). Im 4. Jahrhundert ist in Pannonién dieser Ohrring mit Metalanhängsel und mit Perlenoder aus Perlen geschnürter Verzierung allgemein. Seine Varianten aus Gold, Silber und Bronze finden sich in den Gräberfeldern von Intercisa, Ságvár und in der Umgebung von Keszthely und Pécs gleicherweise (8!)) . Er ist auch außerhalb Pannoniens verbreitet und ist der kennzeichnende Ohrring der sarmatischen Kiszombor— Ernőháza-Gruppe (90) . Derselbe Ohrringtyp kam auch im Gräberfeld von Csongrád zum Vorschein und ist, wenn auch bloß vereinzelt, sogar in den Gräberfeldern von Muntenien vertreten 0 " \ Der andere Typ ist der sog. oktaedrische Ohrring, u. z. seine Bronzevariante mit in Zellen gefaßten Glaseinlagen und seine Variante aus massivem Silber (z. B. Abb. 8, 34, 8, 23). In einem Falle war der Ohrring mit Punktkreisen verziert (Abb. 11, 4). Fünf Paare davon lagen im nördlichen Teil der Ausgrabung 1930 (Abb. 3) und bloß eines lag darunter im Ziegelgrab. Das sechste Paar wurde von dem über dem Grab 68 gelegenen Grab 67 gehoben. Ein früher aufgefundenes ähnliches Ohrringpaar stammt aus demselben Gebiet (Abb. 4; s. Streufunde S. 56. III. /4. Die Gräber mit den oktaedrischen Ohrringen enthielten als Beigaben Eisenschnallen, Eisenfibeln und einige Perlen. In diesen Gräbern wurde Glas und Tongefäße gehoben, mit Ausnahme des Ziegelgrabes 33, wo sich ein einhenkeliger Becher mit Halswulst befand (Abb. 14, 3). Während ich auf dem einen Gebiet des 2. Gräberfeldabschnittes (Abb. 3) die oktaedri(88) I. KOVRIG, o. c, 212 und M. PÁRDUCZ, Hunnenzeit, 43 (2. Gruppe). (89) S. Anm. 12; S ág vár : A. BURGER, о. с, 146; Fenékpuszta: Т. PÉKÁR Y, AÉrt 82, 1955, Abb. 2, 11/1, 2; Abb. 4, 24/1 - 2^ 25/3; 26/2; Keszthely — Dobogó: К. SÁGI, Keszthely Abb. 29, 12; Abb. 36, 12; Abb. 48, 6; Kő : J. DOMBAY, о. с, Taf. 32, 2-3. (90) S. Anm. 12; M. PÁRDUCZ, Arch. Beiträge, Taf. VI, 7-8; Taf. XI, 10-11. (91) Csongrád - Laktanya : M. PÁRDUCZ, Arch. Beiträge, Taf. XI, 10, 11; Taf. VI, 7, 8. T î r g s о г : GH. DIACONU, Tîrgçor, 97 ; im ganzen Gräberfeld befanden sich vier Stück Ohrringe mit Schlinge und Haken und drei Stück mit verdrillten Endungen. №