Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 11. 1970 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1971)

Tanulmányok – Abhandlungen - Salamon Ágnes – Barkóczi László: Bestattungen von Csákvár aus dem Ende des 4. und dem Anfang des 5. Jahrhunderts. XI, 1970. p. 35–75. t. XVII–XXIX.

sehen öhrringe von den Ohrringen mit Schlußhaken nur gebietlich absondern, beweist die Ausgrabung 1960, daß der oktaedrische Typ den weiterlebenden Typ darstellt (Abb. 4, Gräber 68 und 67). Bis zur Zeit wurde die Erscheinung dieses ührring­types mit den hunnenzeitlichen Bestattungen verbun­den (92) und angenommen, daß dieser hauptsächlich mit Gräberkomplexen germanischer Färbung vor­kommt (93) . Zu dieser Annahme wollen wir mit dem Fundgut der Gräber von Csákvár und mit einigen auch bisher bekannten, aber mit diesem Kreis nicht verbundenen Funden und Beobachtungen beitragen. Die Oktaederform selbstwar in Pannonién schon auch den früheren Zeit nicht fremd. Die blauen Glas­und Karneolperlen mit „abgeschrägten" Ecken — selbst in goldener Variante — kommen in den Grä­bern des 4. Jahrhunderts häufig vor und sind auf dem sarmatischen Gebiet wohlbekannt. Auch unter den römischen Haar — oder Gewandnadeln finden sich solche mit oktaedrischen Endungen, sogar die eine Variante der Zwiebelkopffibeln hat ähnlich ge­artete Knöpfe (94) . In Intercisa lagen in den Gräbern der IL und XXIII. Gräberfeldabschnitte die oktaedrischen Ohrringe (95) . In Kenntnis dieser Grä­ber und der von Csákvár können wir das mit dem Schatzfund von Ászár zusammen gekauften oktae­drischen Ohrringpaar auch in die Römerzeit setzten und für gleichaltrig wie die solchen von Intercisa betrachten (96) . Die Mode der oktaedrischen Ohrringe hält sich lan­ge in Karpatenbecken: den ganzen 5. Jahrhundert hindurch sind sie die charakteristischen Ohrringe der Frauengräber (97) . Unsere jetztigen Beobachtungen bekräftigen die frühere Feststellung, daß die Variante mit Zellenwerk und die massive Variante keinen chronologischen Wert haben (9s) . Sie sind uns aus mehreren Gräberfeldern von den Gebieten östlich des Karpatenbeckens und auf der Küstengegend des Schwarzen Meers bekannt (99) . Sie fehlen aber in den Gräberfeldern der Cernjachov — Marosszentanna-Kul­tur in Muntenien und Marosszentanna. Am westlichen Rand des siebenbürgischen Beckens, dem Oberlauf der Somes entlang und beim mittleren Lauf der Mures sind sie in mehreren Fundorten vorhanden (100) und (92) M. PÁRDUCZ, Arch. Beiträge, 372. (93) I. KOVRIG,. о. c, 218. (94) M. R. ALFÖLDI, Schmucksachen. Perlen-Ketten­Anhänger. Intercisa II, 443, Abb. 94. 29-33; Intercisa: K. SÁGI, Anhang II. Intercisa II, 609, Grab 4;Mucsfa:J. CSALOG, AÉrt 1941, Taf. XXV, 30, 31; E. MEYER, Die Bügelknopf­fibel. Arbeits- und Foröchungsber. zur Sachs. Bodendenkmalpfege 8, 1960, 226. (95) K. SÁGI, Anhang II, Intercisa II, 563, Gräber 1 und 4; 611, Grab 63; 614, Grab 195. (96) MNM Budapest, Inv. Nr: 128/1898, 19, 20. (97) Zusammenfassend I. KOVRIG, о. c, 218. (98) Von der zeitlichen Aufeinanderfolge der zwei Type, T. NAGY, Budapest műemlékei, 2. Budapest, 1962.65 (99) M. PÁRDUCZ, Arch. Beiträge, 372 mit den Paral­lelen. (100) K. HOREDT, Untersuchungen zur Frühgeschichte Siebenbürgens, Bukarest 1958, 90. 20, 21; 92. 23, 24, 26, 28; 93. 35; D. CSALLÁNY, Archäologische Denkmäler der Gépiden im Mitteldonaubecken. AHung 38. 1961, 222, 223. abermals zeigen sich solche Funde bei der Einmün­dung des Flußes Körös in die Theiß (101) . Auch aus den Gräbern des 5. Jahrhunderts westlich des Karpaten­beckens sind sie bekannt (102) . Im Karpatenbecken kommen sie so häufig vor und waren sie so lange im Gebrauch, daß man mit ihrer Herstellung auf diesem Gebiet unbedingt rechnen muß. In neuen Gräbern des 2. Gräberfeldabschnittes lagen Kämmte. In den großen spätrömischen Gräber­feldern begegnen uns gewöhnlich keine Kämme als Grabbeigaben, sie kommen aber im Material der La­ger am Limes entlang vor. Wir kennen ähnliche Type wie von Csákvár aus Intercisa, Brigetio, Pilismarót und Nógrádveroce ao3) . Die Kämme von Csákvár sind in ihrer Mehrzahl doppelzeilig (5 Stück), jedoch Stücke mit gewölbtem Rücken (2 Stück) und auch dreieckige (3 Stück) befinden sich unter ihnen. Die doppelzeiligen Kämme kamen im nördlichen Teil des Ausgrabungsgeländes 1930 an denselben Stellen wie die oktaedrischen Ohrringe vor. In diesen Gräbern fanden sich Eisenschnalle, Eisenfibel und wenige Perlen. Der eine Kamm mit gewölbtem Rücken (Grab IL Abb. 7, 3) ist un verziert, der andere mit Vogelfiguren geschmükt (11, 12). Im letzterwähnten Grab 68 lagen: silberer Ohrring mit Schleife und Haken, silberne Lunule und glasierter Krug. Diese Kammtyp ist in Barbarieum bloß durch einige Stücken vertre­ten. (104) In der Cernachov —Marosszentanna-Kultur aber ist diese Form wohlbekannt (105) . Zoomorphe Darstellungen sind jedoch sehr selten an diesen Kämmen zu finden. Zwei Stücke (106) sind uns aus den Gräberfeldern der Mures entlang, ein von Pannonién aus Brigetio und zwei völlig gleiche aus Intercisa bekannt. (107) . Der dreickige Kamm kommt dagegen in Pannonién schon öfters vor. In Savaria auf dem Gebiet des Iseums ist uns ein Stück aus einem nachträglich zu­geschütteten Grab bekannt (108) , es kamen jedoch in (101) M. PÁRDUCZ, Arch. Beiträge, Taf. VIII, 6, 7; D. CSALLÁNY, о. с, 225. (102) I. L. CERVINKA, о. c, Abb. 23; Abb. 28, 2; Taf. X. 26. (103) Ähnlich abwechslungsreiche Formen stammen aus Intercisa : M. R. ALFÖLDI, Knochengegens­tände. Intercisa II, 479; aus Brigetio : Streu­fund, Jókai Museum, Komárno; aus Nógrád­verőce : unveröffentlicht, Palóc Museum, Balassa­gyarmat. (104) Tiszalök Rázom: M. PÁRDUCZ, Arch. Beiträge, Taf. XXIII, 3; Ózd: M. PÁRDUCZ-J. KOREK, AÉrt 85, 1958, Taf. VIII, 6; N Ó g r á d ­verőce : unveröffentlicht, Palóc Museum, Ba­lassagyarmat ; Untersiebenbrunn: W. KUBITSCHEK, о. с, 65, Fig. 36. (105) I. KOVÁCS, Marosszentanna, 328, z. B. Abb. 12, 3, Abb. 26, Abb. 41, 3; CH. DTACONU, Tîrgsor, 102. (106) Maros vás ár h ely : I. KOVÁCS, Dolg 6, 1915, Abb. 37; M e d i a s : К. KOREDT, Germa­nia 25, 1941, Taf. 21. (107) S. THOMAS, Studien zu den germanischen Kämmen der römischen Kaiserzeit. Arbeits und Forschungber. zur Sachs. Bodendenkmalpflege 8, 1960, 203; M. R. ALFÖLDI, о. с, Intercisa H, 486. ( 108) Savaria Museum, Szombathely, freundlichen münd­lichen Mitteilung T. S z e n 1 1 é 1 e к y s. 63

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