Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 10. 1969 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1969)

Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz Jenő: Die Personalpolitik des Septimus Severus im Bürgerkrieg von 193–197. X, 1969. p. 69–86.

noch wahrscheinlicher ist es aber, daß er auf eine offen ge­wordene Statthalterschaft in Pannónia superior warten mußte. Dies konnte Ende des Jahres 191 oder anfangs 192 gewesen sein, denn sein Konsulat war vermutlich Ende 190, spätestens in der ersten Hälfte des Jahres 191 (zweites-drit­tes nundinum) abgelaufen, und hinzu kommt noch die etwa einjährige Pause. Wenn die Verschwörung gegen Commodus für 193 geplant war — nach den Umständen beurteilt scheint es möglich und wahrscheinlich —, wäre die Vorberei­tungsfrist bis zum 1. Januar 193 zu kurz gewesen. 143 Viel­leicht wäre das die Erklärung dafür, daß Laetus nach der Ermordung des Commodus nicht Septimius Severus das Zeichen gab, sondern dem angesehenen Pertinax, der ge­rade zur Hand war, die Macht anbot. Diese Annahme scheint auch durch die bereits vorhin erwähnte Tatsache bewiesen, daß Severus und die pannonische Armee im April 193 zum Auftreten in Bereitschaft standen. 144 Wenn Septimius Severus im Januar 193 Pertinax — den er seit seinem syrischen Aufenthalt gut kannte 145 — ehrlich und gutwillig anerkannt hätte, hätte er sozusagen keinen Grund und kaum welche Möglichkeiten für einen Aufstand ge­habt. Wenn unsere Vermutungen die Verschwörung betref­fend richtig sind, hatte Severus — da seine Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen waren — Pertinax als Kaiser gezwungenermaßen anerkannt, ohne seine Vorbereitungen abzubrechen. Septimius Severus war nicht der Mann, der der Macht, die er fast schon in Händen hielt, entsagt hätte. Ende März oder Anfang April war es so weit, daß er — auch wenn sich der Zwischenfall nicht ereignet hätte — gegen Pertinax ins Feld gezogen wäre. Bewiesen ist es zwar nicht, aber es wäre denkbar, daß die Ermordung des Perti­nax am 28. März mit den beendeten Vorbereitungen im Zusammenhang stand. Laetus hegte wohl keinen Zweifel über das Verhalten des Septimius Severus. Die persönlichen Beziehungen des Septimius Severus zur Zeit seines Auftretens zu den Statthaltern und Legions­legaten der Donau- und Rheinprovinzen, von denen wir bereits sprachen, erhellen die Rolle, die Septimius Severus bei der Vorbereitung der Verschwörung spielte. Die er­wählten Senatoren hatten gewiß durch die Vermittlung des Laetus ihre Ernennung von Commodus erhalten, 146 ausge­wählt aber hatte sie — allem Anschein nach — der spätere Kaiser. Anders hätte es ja gar nicht sein können. Einesteils war Severus in den Jahren 190/191, als die Verschwörung vorbereitet wurde, bei den Donau- und Rheinarmeen ver­mutlich noch gar nicht bekannt, und es wäre schwierig ge­wesen, die Befehlshaber von der Eignung und den Fähig­keiten des Kandidaten zu überzeugen, andererseits aber hätte eine zu große Erweiterung der Verschwörung diese leicht zu Fall bringen können. Die Leiter der Verschwörung setzten also in alle politischen und militärischen Schwer­punkt-Stellungen die Freunde des Septimius Severus — ob es sich auch um eingeweihte Vertrauensmänner han­delte, ist fraglich — (P. Septimius Geta, P. Cornelius Anul­linus, Virius Lupus?, L. Alfenus Senecio?), die spätestens 192 ihre Ämter übernommen hatten. Ob ursprünglich auch C. Pescennius Niger zu diesen Konsularern gehört hatte? Et Pescennius quidem Severo eo tempore, quo Lugdunensem 143 Auch Fluss deutete es so, RE, II/A, 1923,1948. 144 Cf. Seite 75-76 und Anmerkung 94. 145 Im Jahre 180 und wahrscheinlich noch etwas länger war Pertinax Statthalter von Syrien. SHA vita Pert. 2,11 ; 3,1 is« /. Hasebroek, 17. provinciám regebat, amicissimus fuit, heißt es in der História Augusta. 147 Der Kampf gegen die Maternus deser tores hätte Severus ebenso gut auch mit Niger zusammenführen können wie mit Fabius Cilo: Die Glaubwürdigkeit der Nachricht untersteht demnach keinem Zweifel. Die Stel­lungnahme des syrischen Statthalters bei der Anwärter­schaft des Septimius Severus hätte möglicherweise auch die Stellungnahme des gesamten Ostens bedeutet. Wenn also 193 ein Freund des Severus syrischer Statthalter gewesen war, scheint die Annahme nicht zu gewagt, daß auch Niger Kenntnis von der geplanten Verschwörung hatte und sie auch unterstützt hätte, wenn es sich um die Verwirklichung der ursprünglichen Pläne gehandelt hätte. Es ist möglich, daß Niger nach dem Prätendieren des Pertinax die Ver­schwörung für null und nichtig hielt und in der Folge die Lage für sich nützen wollte. 147a Dem gegenüber aber hatten die Verschwörer zu D. Clodius Albinus scheinbar keine Verbindungen. Nach dem April 193 verhandelte Severus mit ihm, aber Albinus verhielt sich von Anfang an den seve­rischen Angelegenheiten gegenüber zurückhaltend: er nahm weder am Feldzug, noch am Aufbau der neuen Macht teil, es wurde ihm aber auch keine Rolle darin zugeteilt. Außer diesen wenigen Konsularern stützte sich die Ver­schwörung in den Donau- und Rheinprovinzen vornehm­lich auf die Legionslegaten, die 190 ihre Posten angetreten hatten. Doch sind uns ihre Beziehungen zu Septimius Seve­rus nicht bekannt. Möglich, daß er den einen oder anderen während seines Aufenthaltes in Rom kennengelernt hatte, als sie noch Prätoren gewesen sein mochten oder eines der städtischen Ämter bekleideten. 148 Wahrscheinlich begnügte man sich bei einigen Legaten damit, daß sie Commodus­feindlich waren, wie dies bei Marius Maximus der Fall war, 149 der P. Septimius Geta in Moesia inferior unterstellt worden war. 192 übernahm T. Flavius Secundus Philippia­nus — vermutlich auf Wunsch des Septimius Severus — das Kommando der legio XIV gemina anstelle der legio I Minerva: womit Severus wahrscheinlich seine Stellung in Pannonién festigen vollte. In den beiden germanischen und in den beiden moesi­schen Provinzen wurden die Befehlshaber der Vexillationen, die am Bürgerkrieg teilnahmen, und die alle Vertrauens­männer des Septimius Severus waren, — wie erwähnt — dem hispanischen Karriere—Typus gemäß befördert. 150 Hatte Septimius Severus irgendwelche engere Beziehungen zu diesem Kreis? Oder waren am kaiserlichen Hof die Voraussetzungen zur Besetzung dieser Legatenposten be­sonders günstig? Die richtige Antwort auf diese Frage wird aus einer tabellarischen Übersicht der Kommandan­ten der Vexillationen, die aus den acht Legionen der vier Provinzen im Laufe des 2—3. Jahrhunderts gebildet wur­den, deutlich: 14 ? SHA vita Pesc. Nig. 3, 3. i47a Auch die am 29. März in Rom veranstaltete Kundgebung, die ihn zum Kaiser wollte, mochte ihn in seiner Absicht hestärkt haben (Dio LXXII 13, 5,15,2; Herod. II, 7, 3; SHA vita Did. lulian. 4, 7). Die Nachricht von der Ermordung des Pertinax und von der Kundgebung mochte gleichzeitig in Antiochia eingetroffen sein. 148 So könnten wir an C. Caesonius Macer Rufinianus (cf. Anm. 76), T. Statilius Barbarus, oder an L. Marius Maximus Perpetuus Aurelianus denken, der um diese Zeit curator viae Latináé gewesen sein mochte. (CIL, VI, 1450 = D.,2935). 14 8 G.BARBIERI, RFIC, 1954, 36-37. iso Cf. auf Seite 75. 79

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