Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 4.-5. 1963-1964 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1965)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bánki Zsuzsanna: Villa II von Tác. IV–V, 1963–64. p. 91–127. t. XI–XXXIV.

Vor- und Baugeschichte der Villa Belege der Besiedlung des Villageländes — die gleichzeitig aber auch für die ganze Sied­lung gelten — reichen weit in Zeiten vor der römischen Landnahme des Gebietes zurück. Tiefgrabungen an beschädigten Stellen des Fussbodens bis zum unberührten, gewachse­nen Boden ergaben spätbronzezeitliche und früheinsenzeitliche Hauskeramikreste: Topf­stück mit Fingertupf- und Leistenverzierung; schwarzfarbene, stark profilierte Henkeltasse; das ausladende Randstück eines schwarzen Top­fes; Schüsselstück mit turbanartig gedrehtem Rand; Fragment eines kammstrichverzierten keltischen Gefässes u. a. m. Frührömerzeitliche Siedlungsspuren: der oben erwähnte Suchgraben im Saal 5 stiess in einer Tiefe von 160 cm auf die Überreste einer einheimischen Grube, der Suchgraben durch­schnitt sie der Breite nach. Der Grund und ein Teil der Seitenwandung waren mit Lehm ver­putzt. Es kamen Keramikscherben und Geflü­gelknochen zum Vorschein. Das einstige Bestehen einer einheimischen Siedlung ist auch durch die zahlreichen Streu­funde einheimischer Tonwaren auf dem Gebiet des Gräberfeldes bewiesen. Doch fanden sich auch andere — allerdings zusammenhanglose — Spuren, die für eine frührömische Besiedlung sprechen, die aber eine Rekonstruktion des einstigen Baues nicht ermöglichen. Beim Fundament des Bades (109 cm unter dem Fussboden) konnte 30 cm tiefer der Durchschnitt einer Mauer beobachtet wer­den. Wir stiessen 65—85 cm unter dem Terrazzo­boden der Räumlichkeiten 5 und 3 auf Spuren vom Lehmziegeln. Das Bauwerk, dem sie an­gehörten, fiel möglicherweise den Markoman­nenkriegen oder später einem anderen Einfall der Barbaren zum Opfer. Grundriss der Villa Ein einheitliches Bild können wir nur über die im 4. Jahrhundert erbaute Villa gewinnen. Den heute sichtbaren Grundriss erhielt die Villa nicht auf einmal. Bei einem Vergleich der Fundamentmauern stellten wir fest, dass die Grundmauern der Südfront (Räume 1, 2, 3), die der Ostfront (Räumlichtkeiten 6 und 7), aber auch die der Mauer, die das Bad durch­quert, sich 48—62 cm unter dem Fussboden be­finden, während das Fundament des übrigen Mauerwerkes im allgemeinen 100—130 cm tief liegt. Die Grundmauern der inneren Wände und die Sohle des Heizkanals liegen zwischen diesen beiden Massen. Auf Grund der Nivellie­rungsangaben kann demnach eine Erweiterung der Villa verbunden mit einem inneren Umbau nachgewiesen werden. Dem Grundriss gemäss können diese Phasen folgendermassen abgesondert werden: Abb. 4 Parallel mit dem Anbau erfolgten auch ge­wisse innere Abänderungen: beispielsweise die Zweiteilung des Warmwasserbeckens durch eine О —W gerichtete Zwischenwand. Von die­ser Mauer ist vom Tepidarium bis Raum 5 nur die Fundamentgrube vorhanden. Der Teil der Mauer, der das Caldarium durchschneidet und den südlichen Ansatz der v/estlichen Apside ge­wissermassen überlagert ,ist deutlich wahr­nehmbar (Taf. XXVI. 1). Ein aus Röhrenziegeln gebauter Kanal durchbrach die Mauer und leite­te das Wasser des Beckens ab, das von Raum 14/b abgeschnitten war. Der Wasserableitungskanal des Raumes 14/b liegt unter dem Fussboden des Tepidariums. Die erwähnte Mauer zieht sich in einer Länge von 4,5 m ohne Anschluss­mauern in westlicher Richtung dahin. Ob sie als Umfriedung gedient hatte oder was der sonsti­ge Sinn und Zweck dieses Mauerstückes gewe­sen sein mag, konnte nicht ermittelt werden. Mit dem westlich von der Villa abgetragenen und ganz anders orientierten Mauerwerk scheint kein Zusammenhang bestanden zu ha­ben. Die um die gleiche Zeit errichtete Scheide­wand zwischen Raum 10/a und 11 wurde ganz einfach auf den Fussboden aufgezogen. Im Zuge der Umbauarbeiten wurde auch der Terrazzofussboden im Tepidarium des Bades erneuert: am Westende des Kanals, der den Bo­den in N— S Richtung schräg durchschneidet, war der Rand eines anderen Fussbodens sicht­bar (Taf. XXVI. 2). Eine ähnliche Umänderung konnte auch im Saal IV festgestellt werden. Der Typus der Villa Villa II weicht von der Villa I mit Peristyl von Gorsium sowohl in den Massen als auch in der Anordnung und dem Typus nach wesent­lich ab, hat aber auch mit dem der Villa I ver­wandten Bauwerk von Balácza nichts gemein­126

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