Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. Az István Király Múzeum Évkönyve. 4.-5. 1963-1964 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1965)

Tanulmányok – Abhandlungen - Bánki Zsuzsanna: Villa II von Tác. IV–V, 1963–64. p. 91–127. t. XI–XXXIV.

sam." 7 Im Gegensatz zu Villa II mit den beiden grösseren Haupträumen, um die sich die kleine­ren Zimmer und korridorähnlichen Räumlich­keiten gruppieren und mit dem risalitförmig vorspringenden Bad bestehen — z. B. in Fenék­puszta," 8 , Kistarcsa, 11 я u. s. w. — hinsichtlich der Grösse der Räume keine bedeutsamen Unterschiede, im grossen und ganzen ist die Akzentuierung der Raumverteilung die glei­che. Vergleiche mit der befestigten Villa von Sümeg 120 und dem Risalitbau von Szentkirály­szabadja 121 können nicht in Frage kommen. Unter den westlichen Provinzen des Imperi­ums fand sich in Bautenheim 122 (Germanien) ein Bauwerk ähnlichen Typs. Dort bildet zwar eine grossangelegte Halle den mittleren, zentra­len Teil, während bei der behandelten Villa von Tác ein Doppelsaal (der eine davon mii einer Apside) das Kernstück des Bauwerkes ist. Die Anordnung der Baderäumlichkeiten ist ähnlich, doch hat die Villa von Dautenheim gemäss den Vorschriften Vitruvius' eine südliche Lage, während die Villa von Tác nordwest-gerichtet ist. Dieser Abweichung kann möglicherweise eine günstigere Wasserversongung zugrundelie­gen. Wenn wir die Bauperiode I der Villa von Tác betrachten, findet auch der L-förmige Gang der Villa von Dautenheim hier ihr Ge­genstück. Die Villa unterscheidet sich von dem germanischen Vorbild nur durch den weitvor­springenden Apsidenraum an der Ostseite des zentralen Hauptteiles, während in Dautenheim eine Reihe von kleineren Zimmern den Ab­schluss bildet. Möglicherweise kann es sich um einen Lauf­gang handeln, der zu einem anderen Gebäude geführt hatte* wie es bei einer Villa in Manns­field der Fall ist; 123 ungewöhnlicherweise geht ein derartiger Raum von einem Risalit aus (ähnlich dem Raum 7 bei der Villa II von Tác). Im schweizerischen Osterfingen 12 '' wurde eine römische Villa freigelegt, die zum Teil dem gleichen Typenkreis angehört, wie die hier be­handelte Villa. Der Grundriss dieses Bauwer­kes mit den beiden zentralen Haupträumen ist dem Grundriss unserer Villa verwandt. Als Vergleichsstücke könnten noch die Grundrisse der Villen von Stahl 125 und Bollendorf 126 aus der sehr umfangreichen einschlägigen Villenlitera­tur erwähnt werden, doch haben diese an ihren Längsseiten einen Porticus. In Tác waren nicht einmal Anzeichen eines Porticus gefunden wor­den. Teilweise Übereinstimmungen sind auch mit der Villa von Beckingen 127 vorhanden, u. z. 117 GY. RHE, Baláca (Veszprém 1912). 118 В. KUZSINSZKY, A Balaton környékének archeológiája (Die Archäologie des Balaton und seiner Umgegend) Bp. 1920). 119 A. BUDAY, op. cit. 109-165. 120 I. ADAM, Arch. Ért. 2 (1882) 17. 121 В. KUZSINSZKY, op. cit. 184. 122 F. OELMANN, Germania 5 (1921) 64. w. erfolgt in Beckingen der Anschluss von Ra­um 6 an den Apsidenraum in der gleichen Wei­se, wie in unserem Fall der der Räumlichkeiten 4, 5 und 6. Letzten Endes kann auf Grund des stellen­weise unvollständigen Grundrisses von der hier besprochenen Villa festgestellt werden, dass sie in grossen Zügen dem germanischen „Saal­haus-" bzw. „Hallehaustyp" verwandt ist und sich demnach jenem Baukreis, anschliesst, der in den nordwestlichen römischen Provinzen üblich war. Verfall der Villa Die Zeit der Erweiterungs- und Erneuerungs­arbeiten konnte nicht genau festgestellt wer­den. Die Prägestempel der Münzen von Con­stantius IL mit den Inschriften auf der Kehr­seite: FEL. TEMP. REP ARATIO und SPES. REI. PUBLICAE, die auf dem unteren Boden­belag des Raumes 13 gefunden wurden, sind abgegriffen. Wenn es sich um besser erhaltene Münzen gehandelt hätte, wäre eine Zeitsteilung an Hand des Prägestempels gegebenenfalls möglich gewesen. Es ist anzunehmen, dass im Zuge der Wiederherstellungsarbeiten in den Jahren um 350, nach den Einfällen der Jazygen und Quaden 128 die Villa auch erweitert wurde. Dass die Villa nach dem Angriff der Barbaren im Jahre 365 verlassen wurde, konnte an Hand von Münzfunden festgestellt werden. Demzu­folge- breitete sich das Gräberfeld aus und um­schloss die Villa von Westen, Süden und Südos­ten. Dass es auch in der Zeit, da die Villa be­wohnt war in Benützung stand, bezeugen die Münzen von Constantinus I. und Constantius IL, die in von der Villa entfernt liegenden Grä­bern gefunden wurden. Es fand sich sogar — wie schon erwähnt — eine Bestattung im Raum 14/b, im Caldarium. Auch nach dem Verfall des Römischen Rei­ches dauerte das Leben in Gorsium weiter an. Dass die Ruinen der Villa völkerwanderungs­zeitlichen Volksgruppen als Zufluchtsstätte dienten, bezeugen Streufunde: unter völker­wanderungszeitlichen Keramikscherben sei ein unversehrt erhaltenes awarenzeitliches Gefäss erwähnt, das auf unserem Arbeitsgelände zum Vorschein gekommen ist, (bräunlich, mit aus­ladendem Rand: H: 12,5 cm, Md: 11 cm, Bd: 6, 7 cm), (Inv. Nr. 54.168.1). Zs. Bánki 123 Archeológia (1787) 363. 124 R. LAUR—BELART, : SGU 27 (1936) 73. 125 F. OELMANN, op. cit. 70. 128 Trierer Jahresberichte 12 (1923) 83. 127 F. OELMANN, op. cit. 69. 128 A. A. ALFÖLDI, Budapest az ókorban (Budapest im Al­tertum) 2 (1912) 679. 127

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