Fülöp Gyula (szerk.): Festschrift für Jenő Fitz - Szent István Király Múzeum közleményei. B. sorozat 47. (Székesfehérvár, 1996)
O. Fekete - D. Gabler: Sigillaten Italische in Gorsium
Warensorte ist nur im nördlichen Teil von Italien, vor allem nördlich des Po zu finden, da die dortigen Töpfereien hauptsächlich für den Export in den ostalpinen-danubischen Bereich produzierten. Außer durch das weiträumige Auftauchen in Noricum und Pannonia wird dies auch durch ihre Verbreitung in Obermoesien bewiesen (Diana-Karatas, Tekija-Transdierna, Mihajlovac).'23 24’ Trotz des zahlreichen Fundgutes aus Emona und Poetovio sind barbotine-verzierte Sigillaten im weiteren Bereich der Bemsteinstraße kaum zu finden.*241 Gleichzeitig erscheint dieser Sigillatentyp mehrfach entlang der Straße Poetovia-Aquincum, an der Nachschublinie von Gorsium bzw. in deren Umkreis, so in Strido am Fundort Nagykanizsa-Katonafriedhof*25’ oder Inota.*26' Diese Funde bedeuten die Verschiebung des Handelsschwerpunktes nach Osten. In den letzten Jahrzehnten des 1. und den ersten Jahrzehnten des 2. Jh. spielte die östliche Hälfte der Provinz eine ständig zunehmende Rolle im Warenverkehr. Den Straßen Poetovio-Aquincum entlang der Nord- und Südseite des Balatons verlieh gerade der Umstand ihre Bedeutung, daß die aus Italien kommende Importware auf diesem Wege über Gorsium nach Aquincum und in die umliegenden Lager am Donau gelangen konnte.'27’ Auf keinem Stück unseres Materials findet sich ein Namensstempel, daher können wir die einzelnen Bruchstücke nur mit Hilfe der Omamentmotive der einen oder anderen Werkstatt zuschreiben. Auf dem Stück Nr. 14., welches mit der officina von L. Mag) (Virilis in Verbindung gebracht werden kann, sehen wir eine Pan-Maske. Dieser Meister dürfte einer der norditalische Großunternehmer gewesen sein. Seine Ware taucht recht häufig nicht nur in Pannonien auf,'28 *’ wo wir seine Gefäße mit Namensstempel aus 19 Fundorten kennen, sondern auch in Noricum1291 und Moesia Superior.*30’ Die Mehrheit der Motive erscheint auch in mehreren Werkstätten; offenbar standen diese officinae in enger Beziehung zueinander. L. Mag ( ) Virilis und Q-S P benützten gleichermaßen als Motive die Maske mit Diadem und Zopf (St. Nr. 13), den Delphin (St. Nr. 6, 17-18) oder die Girlande (St. Nr. 2-4). (23) A. Germa Novié-KuzMANOVié: La terra sigillata trouvée a Tekija. Zbomik Narodnog Mttreja, Beograd 8 (1975)201-; A. CermanovtC-Kuzmanovic-S. Stan- KOVid: La fortresse antique Mora Vagei près Mihajlovac. Fouilles de 1981. Djerdapske Sveske. Cahiers des Portes de Fer III. Beograd 1986, 462-, (24) D. Gabler: Die Sigillaten im westpannonischen Raum (Burgenland). MittÖstArbeitsg f. Ur- und Frühgesch 28 (1979) 1982, 25 (Föllik-Sulzacker); W. Haider, Fundberöst 13 (1980) 553, Abb. 765 (Winzersdorf, Umkreis von Wiener Neustadt), sowie ein neueres Stück aus Neusiedl am See, welches ich durch das Entgegenkommen von K. Kaus kenne; fur die frdl. Mitteilung möchte ich an dieser Stelle danken. (25) E. Bónis : Mesterjegyes urnák egy délnyugat-pannoniai fazekasmühelyböl ( Urnen mit Meisterzeichen aus einer südwestpannonischen Töpferei) Fol Arch 14 (1962) 23-24; D. Gabler: Terra sigillata a: inoiaiéspannoniaihalomsírokban. Noricumpannoniai halomsírok ( Terra sisigillata in den Hügelgräbern von ínota und Pannonia. Hügelgräber von Noricum-Pannonia) (red. S. PaláGYI) MTA VEAB Veszprém 1990, 158; L. Horváth: Die römischen Hügelgräber im Komilat Zala. Hügelgräber von Noricum-Pannonia. MTA VEAB Veszprém 1990, 52. (26) S. Palágyi : Die römischen Hügelgräber von Inota. Alba Regia 19 (1981 / 1982) 8, 11-12,21 (27) uUr Bedeutung der Verkehrslinie Poetovio-Aquincum s. A. Mócsy: Eine Gruppe von Marmorstelen in Westpannonien. Zbomik Narodnog Muzeja. Beograd 8 (1975) 166; D. Gabler: Pannonia megszállásának néhány kérdése a terra sigillatúk tükrében (Die Besitznahme Pannoniens im Spiegel der Sigillaten). ArchÉrt 106 (1979) 211; I. Bilkei: A Canius kereskedöcsalád Pannóniában fDie Kaufmannsfamilie der Canii in Pannonien). Zalai gyűjtemény 16 (1980-1981), 9-10. (28) Sigillaten mit dem Stempel L. M. V sind uns bekannt aus Savaria, Scarbantia, Brigetio, Vetus Salina. Tncciana, Keszthely-Dobogó und Vasas - vgl. Vágó 97. aus Tokod und An-abona - vgl. Gabler 41. aus Salla - vgl. RFZ 1976. ActaArchHung 30 (1978) 392. aus Emona - vgl. I. Curk: Terra sigillata aus den Gräberfeldern von Emona. ArhVestnik 30 (1979) 351, aus Siscia - vgl. Makjanió op. cit. 239. aus Sirmium - vgl. T. Brukner 9, aus Rittim - vgl. CIL III 12014, Die andere padanische Werkstatt, die wir and Hand der Omamentmotive bestimmen konnten, gehörte dem Töpfer Q S-P. Mit ihm ist die Rosette am Stück Nr. 12 zu verbinden. Q S P war einer der spätesten Töpfer der Po-Gegend. Auf seine späte Produktionszeit können wir u. a. daraus schließen, daß seine Ware auf dem Magdalensberg nicht vorkommt, im Gräberfeld von Madrano hingegen, welches auf einen späten Zeitpunkt anzusetzen ist, von den Erzeugnissen der norditalischen Unternehmer nur die seinen zu finden sind.*31 *’ Eine von ihm signierte Sigillata, gefunden in Drobeta,*321 kann keneswegs von der Zeit vor Domitians datiert werden Q. S. P setzte seine Ware über Aquileia, ebenso wie L. M. V., in Noricum und Pannonia sowie in den Gebieten nördlich vom Taurinum ab.*33’ Die Zueignung mit Hilfe von Ornamentmotiven ist oft recht schwierig. Das einer Girlande angehörende Blatt der Stücke 2-4 ist uns z. B. in drei Varianten bekannt, je nachdem, ob das Blattende beim Stengel gerade oder spitzwinkelig ist, ob die Äderung des Blattes in eine Linie oder in die sich verdickende Fortsetzung des Stengels zusammenläuft, oder ob der Stenge! glatt oder gestrichelt ist. Eine Identifizierung des Motivs wird auch dadurch erschwert Daß die Stücke aus Gorsium gerade beim Ornament verletzt sind; anderseits sind die reduzierten Motive wegen des Maßstabes der publizierten Abbildungen nicht immer zur Bestimmung geeignet.*34’ Trotzdem ist anzunehmen, daß alle drei Stücke der gleichen Werkstatt zuzuschreiben sind. Die Brillenspirale hat keine genaue Analogie, nicht nur weil das Omamentmotiv selbst beschädigtest, sondern auch weil dieses Motiv auch mit freier Hand geformt werden konnte, ebenso wie die barbotine-verzierten Weintrauben- bzw. Lilienmotive der Gefäße der Form Drag. 35/36.(35) Aufgrund des obigen ist festzustellen, daß die Chronologie des aus Italia importierten Fundgutes von Täc eine recht lange Zeit umfaßt: von Mitte des 1. bis Anfang des 2. Jh. Fast jedes Stück kam zusammen mit einheimischen Keramiktypen zum Vorschein. Die zeitliche Verteilung des zahlenmäßig geringen 546, aus Carnuntum - vgl. Zabehlicky 38; Grünewald 1983, Taf. 6. 8, aus Mursella - vgl. E. Szőnyi: Kutatások Mursellában (Beszámoló a: Árpás-Dombi földön 1975-1980 között végzett feltárásokról ) ( Forschungen in Mursella ! Bericht über die Grabungen 1975-1980 auf dem Feld Árpás-Dombi föld). CommArch- Hung 1 (1981) 102. aus Poetovio - vgl. Mikl-Curk 64, Abb. 1,27; aus Novo mesto - vgl. S. Zabehlicky - Scheefenegger: Einige Bemerkungen zur Verbreitung italischer Keramik (besonders Terra sigillata) in Jugoslawien, in; N. Tasic -J. Petrovjc (hrsgb.) Gomolava. Chronologie und Stratigraphie der vorgeschichtlichen und antiken Kulturen der Donauniederung und Südosteuropas. Novi Sad 1988, 230, aus Sárvár - Grabung von D. Gabler, 1986, nicht publiziert. (29) Ovilava - vgl. Karnitsch, Ovilava Taf. 1.8; Seebruck - vgl. G. Ulbert - H.-J. Kellner: Das römische Seebruck. BVb! 23 (1958) 66; Immurium - vgl. V. Moucka - Weitzel: Kleinfunde aus Immurium. Diss. Wien 1984, Taf. 4, 12; Traismauer- vgl. Oxé-Comfort 921,27; Mautem - vgl. A. Kaltenberger: Die Terra sigillata von Mautem. Diss. Wien 1987, Taf. 226, 21; Virunum - vgl. V. Molling-Hasenbach : Sigillata aus Virunum. Der Bestand des Kärntner Landesmuseums. Carinthia I. 178 (1988) 36, Abb. 1. (30) Singidunum - vgl. D. Bojovió: Rimska keramika Singidunuma (Die römische Keramik von Singidunum). Kat. Muzej Grada Beograda. Beograd 1977, Taf. 1. 2; Transdierna - vgl. Cermanoviö - Kuzmanovió op. cit. Taf. 4, 1 2. (31) M. Fransioli: La necropoli romana di Madrano. Ann. della Société Svizzera di Preistoria 47 (1958-1959) 74. (32) Gh. Popilian: Ceramica romana din Oltenia. Craiova 1976, pl. I. 1. (33) Vgl. D. Gabler: Terra sigillaták az aquincumi legiotáborból (A tribunus laticlavius ház és környéke) Terrae sigillatae aus dem Legionslager von Aquincum (Das Haus der tribuni laticlavii und Umgebung). BudRég - im Druck. (34) Besonders die Abbildungen von Simonett. (35) Conspectus 148-149. Früher war nur das handgeformte Motiv bekannt; erst seit der Arbeit von Stenico wissen wir, daß die sog. Brillenspirale auch aus einem Modell ausgeformt werden kann. 78