Fülöp Gyula (szerk.): Festschrift für Jenő Fitz - Szent István Király Múzeum közleményei. B. sorozat 47. (Székesfehérvár, 1996)

O. Fekete - D. Gabler: Sigillaten Italische in Gorsium

Fundgutes ist ziemlich gleichmäßig: von den Sigillaten der Form Drag. 35/36, anzusetzen auf die Domitianisch-Traianische Zeit, gibt es nicht mehr als von den padanischen Gefäßen mit Aufla­genverzierung, woraus zu schließen ist, daß der Kreis der Benüt­­zer der Geläße, ihre Ansprüche und Wirtschaftsmöglichkeiten in diesem Zeitraum keine wesentlichen Änderungen erfuhren. Aus ihrer chronologischen Stellung zu schließen, wurden die italischen Sigillaten nicht von den Bewohnern der Bürgerstadt importiert, sondern von den Truppen, die von 46/49 bis 105 n.C. in Gorsium stationierten.*3 61 Die Sigillaten werden auch durch dem Umstand mit der Garnison verbunden, daß fast alle itali­schen Waren auf dem Lagerbereich vom l.Jh., in dessen nördli­chem Teil, gefunden wurden. Freilich darf die Tatsache nicht übersehen werden, daß der südliche Teil des Lagers noch kaum erschlossen ist,'36 37’ beachtenswert ist immerhin, daß die in der Saison des Jahres 1990 im Umkreis des westlichen Stadttores durchgeführten Grabungen die Schichten des 1. Jh. zwar er­reicht, dabei aber keine italischen Sigillaten zum Vorschein gebracht haben. Dies dürfte darauf hinweisen, daß die teure italische Importkeramik von den Offizieren der Truppe benützt wurden, zumal die freigelegten Stücke in der Umgebung der mutmaßlichen Offiziersquartiere gefunden wurden. Nicht auszuschließen, daß in Gorsium trotz intensiver For­schungen nur deshalb wenige italische Sigillaten gefunden wur­den, weil sich diese nur einer engere Konsumentenkreis leisten konnte. Wahrscheinlich waren also die Benützer dieser Waren­sorte die Offiziere der Truppen von Gorsium.'381 An das Erforschtsein gemessen, sind uns - wie aus Gorsium - auch aus Aquincum relativ wenige italische Sigillaten bekannt, obwohl dieses Lager bereits mit Bestimmtheit seit der claudi­­schen Zeit okkupiert war. Besonders augenfällig wird der Unter­schied, wenn wir das Material der beiden ostpannonischen La­ger mit dem Fundgut von Zalalövö vergleichen, dessen Lager nur wenige Jahre früher in Besitz genommen wurde, wo aber in den letzten anderthalb Jahrzehnten zehnmal soviel italische Si­gillaten zum Vorschein kamen als in Tác.<39) Es ist also kein Zufall, daß wir die Analogien der Stücke aus Gorsium vorwie­gend in Emona und Poetovio, nicht aber in den nordost-panno­­nischen Gebieten finden können, wiewohl diese entlang dersel­ben Verkehrslinien lagen und dem gleichen kommerziellen Be­dingungssystem angehörten. (36) Zum Abzug der ala Scubulorum aus Moesia vgl. B. Gerov: Epigraphische Beiträge zur Geschichte des mösischen Limes in vorclaudischer Zeit. ActaArch- Hung 15(1967) 85; seit den angehenden 70er Jahren dürfte die coh. I. Alpinorum equitata in Gorsium stationiert haben - vgl. J. Fitz: Das Auxiliarkastell von Gorsium. Studien zu den Militärgrenzen Roms III. Vor träge des 13. int. Limes­­kongresses. Aalen 1983. Forschungen und Berichte zur Vorund Frühgeschichte in Baden-Württemberg 20. Stuttgart 1986, 321. (37) J. Fitz: Römische Lager in Gorsium. Actes du IXe Congrès International d’étu­des sur les frontières romaines. Bucure$ti-Wien 1974, 187-; J. Fitz, Alba Regia 19 (1981) 201-. (38) Selbst in antoninischer Zeit wurden Sigillaten im Lager von Bearsden hauptsäch­lich in der Umgebung der Offiziersquartiere gefunden - vgl. D. J. Breeze: The Fort of Bearsden and the Supply of Pottery to the Roman Army. Roman Pottery Studies in Britain and Beyond (ed. J. Dore - K. Greene(. B. A. R. 30, Oxford 1977, 136. (39) In Zalalövö kamen bis 1983 über 300 italische Sigillaten zum Vorschein, die größtenteils in den Berichten RFZ 1973-1983 publiziert wurden; jüngstens D. Gabler: Die Sigillaten von Salla (Zalalövö) (Grabungen 1982-1983). ActaArch- Hung 41 (1989) 435-437. 79

Next

/
Thumbnails
Contents