Fülöp Gyula (szerk.): Festschrift für Jenő Fitz - Szent István Király Múzeum közleményei. B. sorozat 47. (Székesfehérvár, 1996)

O. Fekete - D. Gabler: Sigillaten Italische in Gorsium

Angaben der letzteren ist ihr Export nach Pannonia bis 80/85 zu verfügen.151 Im italischen Fundgut von Gorsium ist dies der einzige Teliertvp, kommt aber auch in Italien sowohl in Pompeji als auch in den domitianischen Schichten von Ostia am häufig­sten vor.161 Von den Funden aus Tác unterscheidet sich nur das Stück Nr. 1 wesentlich von den anderen; seine Wand ist höher: 3,2 cm, die der anderen 2,1-2,3 cm. Während die Wand der anderen Teller im allgemeinen vertikal ist, ist die des Stückes Nr. 1 leicht bogenförmig. Ein wenig anders ist die Ausbildung des Randes beim Stück Nr. 5: hier ist der Rand weniger ausgeprägt wird eher durch die unter des Randes verlaufende, tiéfere hori­zontale Linie markiert. Die kleinen Unterschiede, sozusagen Nuancen, bedeuten keine chronologische Differenz. (Wegen des fragmentarischen Zustandes der Sigillaten vermögen wir der, Durchmesser der Teller im allgemeinen nicht festzustellen, nur bei Nr. 5, wo der Durchmesser 14-14,2 cm betragen konnte.) An der Tellerwand sind folgende Auflagenmotive zu finden: Brillenspirale Typengut von L. M. V, St. Nr. 5 Blatt einer Girlande Q. LVC oder SEC. CT L. M. V oder Q. S. P. St. Nr. 2-4 Delphin L. M. V. oder Q. S. P St. Nr. 6 Bei der Datierung sind auch die Angaben der Ausgrabungen von Gorsium behilflich. Unweit des Fundortes vom Stück Nr. 1, im Quadr. 154/835, kam eine Münze des Claudius zum Vor­schein, während im Quadr. 155/825 eine Münze von Domitianus gefunden wurde. 40 Prozent der italischen Sigillaten, d. h. 12 Stück, sind der Form Ohlenroth Abb. 3,8 = Conspectus 34 zu zuweisen. Unter den Funden aus Tác finden sich nur Randfragmente; die Rand­höhe schwankt sich zwischen 2,2 und 2,5 cm, ausgenommen das Stück Nr. 9, dessen Höhe nur 1,9 cm beträgt. Letzteres unter­scheide sich typologisch von den anderen auch insofern, als der Rand leicht einwärts gezogen ist und der Kragen abwärts neigt. Gemeinsames Merkmal der Stücke Nr. 10-20 ist die Halbkugei­­oder gerundete form. Unter der sich verjüngenden Lippe finden wir gewöhnlich eine dünne, horizontale Linie; der Quersdhnitt des Kragens ist oft dreieckig. Aufgrund der Profil der Gefäße sind sämtliche Bruchstücke zu einer Variation der Form B zu zählen.m Während die letzteren die qualitativen Merkmale der Fabrikate A2 aufweisen, ist das Stück Nr. 9 aufgrund sowohl seiner Form'5 6 7 8 9' wie auch seines Verzierungsmotivs und der Be­schaffenheit des Glanztones und des Tons (sog. Fabrikat A)(9’ als eine arretinische Ware anzusehen. Die anderen sind padani­­sche Sigillaten , ihr Durchmesser beträgt 10-11 cm, doch von ihrer Höhe wissen wir nichts, da bislang kein Bodenteil gefunden wurde. Dieser Schalentyp erscheint in Arezzo gegen Ende der Regie­(5) D. Gabler: A dunai limes /-//. századi történetének néhány kérdése (Einige Fragen zur Geschichte des Donau-Limes im 1.-2. Jh.). ArchÉrt 104 (1977) 147—7 (6) Conspectus 86. (7) L. Mazzeo-Saracino: Terra sigillata norditalica. Enc. deli’Arte Antiqua. Atlan­te delle forme ceramiche II. Ceramica fine romana dei bacino mediterraneo. Roma 1985, uv. LX. (8) Grünewald 1983. Taf. 5,10. (9) Die qualitativen Merkmale der verschiedenen Fabrikate (A-D bzw. A2) werden von Grünewald 1983, 11 ausführlich erörtert. (10) Hayes 445. ln Oberaden noch unbekannt, am Magdalensberg eine der spätesten Formen. Erscheint in Bolsena um 20 n. C. - vgl. Gl Pucci : Terra sigillata italica. in: EAA Atlante delle forme ceramiche II. Ceramica fine romana del bacino mediterraneo. Roma 1985, 397. Kommt in Pompeii und Settefinestre häufig vor. (11) M. P. Lavizzari - Pedrazzini in: Scavi di Luni II. Relazione delle campagne di scavo 1972-1973-1974. Roma 1977, 31 ; M. Bergamini: Centuriatio di Bolo-rungszeit von Tiberius bzw. in der claudischen Zeit/5 6 7 8 9 10* In der zweiten Hälfte des 1. Jh. ist dies die führende Form der italischen Sigillaten, der häufigste Typ sowohl in Luni als auch in Sutri. Ihre Produktion ist in den padanischen Töpfereien und in Mit­tel-Italien bis zum Ende des 1. oder gar bis zum ersten Viertel des 2. Jh. zu beobachten.“11 * Aufgrund der Angaben der Gräb­­berfelder von Ticino ist eine Massenproduktion bis 80/85 zu beweisen“21, späteres Vorkommen dieser Stücke in Pannonia ist nur in Emona nachweisbar.“3’ Die Herstellung der Gefäße mit Auflagesverzierung begann in Nord-Italien im allgemeinen unter Claudius.“4’ Solche Waren­typen aus Arezzo und Mittel-Italien sind in Corinthos in den Fundkomplexen der südlichen stoa sowie in Pompeji in erhebli­cher Anzahl vertreten. Infolge wiederholten Kopierungen und Abformungen entarteten die Motive allmählich im ausgehenden dritten Viertel des 1. Jh. Das bedeutet zugleich, daß um diese Zeit die erfahrenen Fachleute schon fehlten, die die originalen Formschüsseln und Stempel herstellen konnten. Im Fundgut von Gorsium sind auffallend viele Omamentmo­live zu finden : Pan-Maske Typenvorrat von L. M.V St. Nr. 14 Maske mit L. M. V oder Q. S. P.St. Nr. 13 Diadem Delphin L. M. V oder Q. S. P St. Nr. 17-18 Rosette Alypus? St. Nr. 9 Vierblätterige ? St. Nr. 10 Rosette Rosette mit Q. S.P St. Nr. 12 6 Punkten Sechsblätterige? St. Nr. 11 Rosette Während die zur Typenschatz von L. M. V und Q. S. P zu zählenden Omamenteleraente aus relativ zahlreichen pannoni­­schen Fundorten bekannt sind, finden wir eine Analogie zur Rosette des Stückes Nr. 9 nur in Carnuntum. Falls dieses Oma­men tmotiv mit dem Typen von Alypus aus Arezzo zu verbinden ist, dann können wir eine nahestehende Analogie dieser Waren­sorte in Poetovio auflinden“51. Poetovio konnte für Gorsium in der Warenversorgung von entscheidender Bedeutung gewesen sein, die die nach Aquincum führende diagonale Straße eben­dort von der Bernsteinstraße abzweigte. Ein beachtlicher Teil des Fundgutes von Gorsium, 10 St. ist der Form Drag. 35/36 zu weisen. Der Durchmesser der dieser Gruppe angehörenden Schüsseln schwankt zwischen 14 und 20 cm. Ihre Wand ist dünn, ihre Form gerundet ähnlich, die schma­le Lippe neight sich bogenförmig auswärts. Ornament: paarwei­se - einander gegenüber - applizierte stilisierte Lilien bzw. Wein-gna. Materiali dello scavo di tre centurie. Archaeologica 15. Roma 1980, Nr. 161-165. (12) S. Anm. 5; Berenice 157 (13) Plesnicar pl. LXXVII, grave 334, Nr. 8 ; pl. LIX. 20 - mit Münze von Antoninus Pius. (14) Conspectus 150. (15) Mikl-Curk pr. 1, 38. Weitere Fundorte in Pannonien: Carnuntum - vgl. Grünewald 1983, Taf. 7.1 ; Zabehlicky Abb. 4. 1.8 Siscia - vgl. R. Makjanic: Plain Italian sigillata on the northeast Adriatic coast and Sisak. Acta RCRF 25-26 (1987) 239. Außer Arezzo sind Produkte dieser Werkstatt aus Chiusi, Aquileia, Rom, Ostia und Carthago bekannt - vgl. A. OxÉ-H. Comfort: Corpus Vasorum Arretinorum. A Catalogue of the Signatures, Shapes and Chronology of Italian Sigillata Antiquitas III. 4. Bonn 1968, Nr. 52 a-c; ferner kamen mehrere Stücke in Corinthos zum Vorschein - vgl. K. Warner-Slane: Italian Sigillata imported to Corinth. ActaRCRF 25-26 (1987) 197.-76

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