Fülöp Gyula (szerk.): Festschrift für Jenő Fitz - Szent István Király Múzeum közleményei. B. sorozat 47. (Székesfehérvár, 1996)

K. Bíró-Sey: Ein Antoninianus von Galliensus mit Unbekanntem Revers

Für Gallienus wurde in der römischen 5. Emission (256) - RIC Nr. 151 - der aus Funden nicht bekannte Typ geprägt (ibid. 470). Ebenfalls für diesen Kaiser wurde er in der 5. Emission von Viminacium - RIC 386 - im Jahre 256 angefertigt. In Göbls Aufbau werden solche Prägungen in Viminacium nicht erwähnt. Laut Fitz werden die Reversseiten LIBERALITAS AVGG III gleichlaufend in der römischen 5. Emission und der 5. Emis­sion von Viminacium geprägt (ibid. 673). Einen Meinungsunterschied gibt es zwischen den Forschern in bezug auf die Münzstätten. Die chronologische Einstufung von Fitz und Göbl unterscheiden sich nicht voneinander: beide setzen die Prägung der Reversseiten LIBERALITAS AVGG III auf die Jahre 256-257 an, doch wurden sie laut RIC in Mediolanum und Lugdunum, laut Göbl in Rom und laut Fitz in Rom und Viminacium geprägt. Die Echtheit unserer Münze ist unbestreitbar, doch ungewiß, ob sie eine Hybride ist, denn, wie bereits erwähnt, es wurden unter Gordianus III. zuletzt im Jahre 240 Antoniniani mit sol­chem Revers und solcher Abbildung geprägt. Später kommt ...AVG III (also augusti, d. h. Bezeichnung eines Kaisers) nur auf Bronzen vor. Die Prägungszeit der Antoniniani mit der Legende LIBERALITAS AVGG III - in Gold und Bronze - waren die Jahre 256-257, unter der gemeinsamen Herrschaft von Valerianus und Gallienus. Unwahrscheinlich, daß ein um fast 20 Jahre früherer Revers als Hybride mit einem Avers von Gallienus zusammengebracht worden wäre, welcher laut Fitz in der 2., 3., 4. und 5. Emission von Viminacium von 253 bis 257 benützt wurde (ibid. 476-480). Das Erscheinen des Ausdruckes „Liberalitas“ auf Geldstük­­ken können wir seit Ende des 2. Jh. beobachten. Die früher als Congiarium bezeichnete „Wohltätigkeit“ oder Donation wurde Liberalitas genannt. Die Zahl nach dem Wort Liberalitas gibt die Nummer der Donation an. Da die Umschriften der Gold­­und Bronzemünzen darauf verweisen, daß die III. Donation in den Jahren 256-257, unter der gemeinsamen Herrschaft von Valerianus und Gallienus stattfand, wäre es nicht logisch, an diese Donation 3 Jahre später, zu Beginn der Alleinherrschaft von Gallienus, erinnern zu wollen. Gemäß der Avers-Legende wurde das Stück entweder in Vi­minacium oder in Colonia Agrippinensis geprägt. Der Revers .. .AVGG III wurde in der 5. Emission von Viminacium angefer­tigt. Die 6. Emission zeigt die Umsiedlung der Münzanstalt nach Coi. Agrippinensis, denn aus Mitte 258 sind Hybriden bekannt, auf denen Elemente der 6. Emission von Viminacium mit denen der 4.-5. Emission von Colonia Agrippinensis vermischt ver­kommen (ibid. 683-684). Ausschlaggebend wäre, wenn man am Avers genau lesen könnte, ob dort das „P“ mit oder ohne „Punkten“ steht. Zum Schluß möchte ich die Hypothese riskieren, daß das Stück in der neuen Münzanstalt mit einem fehlerhaften Präge­stock gemacht wurde und der Grund, weshalb bisher nur dieses einzige Stück aufgefunden werden konnte, darin besteht, daß der Fehler rechtzeitig bemerkt und die Prägung abgestellt wur­de. BIBLIOGRAPHIE H. * J. Cohen1 1860 Cohen2 1885 Fitz 1978 Göbl 1951 RIC IV/III RIC V/I H. Cohen, Description historique des monnaies médailles impériales. Paris-Londres, Tome IV. H. Cohen, Description historique des monnaies médailles impériales. Paris-Londres, Tome V. J. Fitz, Der Geldumlauf der römischen Provinzen im Donaugebiet Mitte des 3. Jahrhunderts Budapest-Bonn R. Göbl, Der Aufbau der römischen Münzprägung in der Kaiserzeit. NZ, LXXIV, 8-45. The Roman Imperial Coinage. Vol. IV. Part HI. Gordian Ill-Uranius Antoninus. London 1949, The Roman Imperial Coinage. Vol. V. Part I. London 1927 52

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