Fülöp Gyula (szerk.): Festschrift für Jenő Fitz - Szent István Király Múzeum közleményei. B. sorozat 47. (Székesfehérvár, 1996)
É. B. Bónis: Kanne und Friffschale des Römerzeitlichen Wagengrabes von Zsámbék
JENŐ FITZ SEPTUAGENARIO E. B. Bónis KANNE UND GRIFFSCHALE DES RÖMERZEITLICHEN WAGENGRABES VON ZSÁMBÉK Reich an römerzeitlichen Funden, liegt das Dorf Zsámbék (Soproni 1958, 41 ; Soproni 1968, 123; MRT 7, 1986, 355, 356) im westlichen Teil des Komitats Pest, unweit vom Dorf Mány (Kom. Fejér), wo wir ein eraviskisches Gräberfeld kennen (Pet: res, 1965, 87-102). Als im Jahre 1914 in Zsámbék der Weinkeller von János Klinger ausgehoben wurde, stieß man an einen römerzeitlichen Bestattungswagen. Aus den Akten der Hauptdirektion des Ungarischen Nationalmuseums erfahren wir unter Nr. 198/1914, daß besagter Weinkeller sich auf dem Grundstück Nr. 983 an der Mányi ut befand. Ohne Nennung des Verfassers erschien in Bd. 1914 von Archaeologiai Értesítő (34/1914/150-151,168) ein kurzer Bericht über die Fundrettung in Zsámbék unter der Leitung von Géza Elemér Gasparetz, der vermutlich auch den kurzen Bericht geschrieben hatte. Die Grabungen brachten folgendes zum Vorschein: Mit Bronzebeschlägen reich verzierter Wagen (zweirädriger Dreispänner), Skelette von Menschen und drei Pferden, hölzernes Joch Für sechs Leitseile (Zügel), neben dem Wagen Skelett eines Schweines und eines Hundes. Im Bericht werden noch eigens eine Griffschale und ein Henkelkrug genannt, beide aus Bronze die auch neben dem Wagen lagen. Im Vormerkjournal des Ungarischen Nationalmuseums aus dem Kriegsjahr 1914 wurden die Funde in einem Posten eingetragen; die Identifizierung der einzelnen Gegenstände ist größtenteils gelungen, doch gerade die Griffschale wurde mit Objekten unbekannten Fundortes im Jahre 1954 unter Nr. 54.5.45 inventarisiert. Bei der Ordnung der alten Datensámmlung des Nationalmuseums kamen die Originalzeichnungen von Gasparetz zum Vorschein, mit deren Hilfe die Identifizierung der Funde aus Zsámbék vervollständigt werden kann. Da dieses Fundgut überaus abwechslungsreich ist, wurden daraus im Laufe der Jahre bereits mehrere Stücke publiziert. Neben der Präsentierung der Gurthälter von Zsámbék erhalten wir auch einen allgemeinen Hinweis auf diesen Fund von A. Alföldi (Archaeologiai Értesítő 1935, 195, 206, 220, 224, Taf. III. 3; Taf. V. L). Im gemeinsamen Beitrag von A. Alföldi und A. Radnóti wird bei der Erörterung der pannonischen Joche und Zügelringe das Zsámbéker Pferdegeschirr gründlich erläutert (2,3,7, Taf. XII, XXIII). Publiziert wurden ferner der mit Trompetenmuster verzierte durchbrochene Wagenbeschlag (Sellye 1940,236, Taf. XXIX. la), der neben dem Wagen gefundene eiserne Klappstuhl (Bónis 1982, 141, 142) und zwei strigiles (Bónis 1968,48, Abb. 24/1-2,25/1-2). Im zusammenfassenden Werk von Röring (12, 26, 116) wird noch der Gurthalter aus Zsámbék angeführt. Irrtümlicherweise mit Fundort Zsámbék wurde der mit einem kleinen Tierkopf geschmückte Stiel einer Griffschale publiziert (Radnóti 76, 77, Taf. XXVIII. 3), dessen Herkunft aus Kálóz bereits früher nachgewiesen wurde (Bónis 1981, 116, Abb. 14, 3). Aufgrund der Zeichnungen von Gasparetz werden weitere Identifizierungen ermöglicht, deren Ergebnisse in einem umfangreicheren Aufsatz behandelt werden müssen. Diesmal wollen wir die neuerdings erkannten zwei Stücke, eine Griffschale und eine „Kanne“, präsentieren, die infolge der oben erwähnten Schwierigkeiten der Identifizierung nun zum erstenmal publiziert werden. Griffschale aus Brome (Abb. 1; Taf. I, 1-3, Taf. II, 1-2. Aufbewahrungsort : Ung. Nat. Mus. Inv.-Nr. : 164. 1914, neue InV.-Nr. : 54. 5.45). Aus Bronze gegossene, abgedreht überarbeitet. Die relativ kleine Schale ist dickwändig, die Seitenwand schließt mit einem Wulstrand. Der Bodenteil ist innen und außen stark, profiliert. Der schwere Stiel haftet an den Bodenteil mit einer Attache (mit eingehöhlter Blatt Verzierung). Der Stiel mit säulenförmigen Kannelüren geht von zwei Ringgliedern aus. Darüber und darunter befindet sich in der Breite von je zwei Kannelüren ein glatter Teil, dazwischen mit je zwei Kannelüren. Der Widderkopf wird vom Stiel zwischen zwei glatten Ringen durch einen gerillten Ring getrennt. Neben dem letzteren ist ein kleines Silberblech-Fragment erhalten geblieben. Das Fell auf Abb. 1 : Zsámbék. Wagengrab. Griffschale aus Bronze