Lukács László: A mezőföldi tanyák néprajza. A farmtanyák kialakulása és pusztulása a Mezőföldön a XIX - XX. században - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 32. (Székesfehérvár, 1998)
A kései tanyásodás jellemzői
84 Tanya-System außerhalb der Tiefebene Der hervorragende österreichische Forscher Arthur Haberlandt schrieb in seiner Abhandlung Kulturgeographische Aufgaben der Volksforschung im pannonischen Raum, die Gehöfte östlich der Donau bis Siebenbürgen seien für die ungarische Kulturlandschaft bezeichnend (Haberlandt 1938, 77). In ihrer Antwort erwähnte Edit Fél, die Gehöfte {tanya) kämen auch in Transdanubien vor (1938, 66). In der ungarischen ethnographischen Literatur sind sekundäre Streusiedlungen nur aus zwei Gegenden Transdanubiens bekannt. Edit Fél beschrieb in ihrer ethnographischen Dorfmonographie die Gehöfte bei Kocs (Kom. Komárom) und Aurél Vajkai die von Szentgál (Kom. Veszprém) (Fél 1941, 45-46; Vajkai 1959, 223-227). Die Entstehung der Gehöfte bei Szentgál sowie ihren Untergang in den 1950-60er Jahren schilderte Márta Tamás in ihrer Preisarbeit (1986). In der Siedlungsstruktur des Mezöföld-Gebietes im östlichen Transdanubien traten neben den herrschaftlichen Meierhöfen erst in der zweiten Hälfte des 19. und noch mehr in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Farmgehöfte der Kleinbauern in Erscheinung (Karte 1). Ihre Entwicklung wurde durch die Kommassierung der Bauembesitzungen und die Parzellierung der mittleren und großen Grundbesitze ermöglicht. Die in der Entwicklung der ungarischen Landwirtschaft bedeutenden Modellwirtschaften (z. B. die Herrschaftsgüter des Barons Josef Lilien in Ercsi oder der Familie Brunswick in Martonvásár) sowie die soziographische Literatur des 20. Jahrhunderts (vor allem das Werk Pußtavolk von Gyula Illyés) stellten das Mezoföld-Gebiet im öffenhtlichen Bewußtsein als die typische Gegend der Großgrundbesitze dar. Zweifellos war in ihrer Landwirtschaft die auf einem wohl organisierten System der Meierhöfe beruhende "herrschaftliche Wirtschaft" die wichtigste, aber doch nicht die einzige Form der Bewirtschaftung. Neben den großen und mittleren Domänen existierten in den Marktflecken und Dörfern der Gegend auch Bauernwirtschaften, die als Ergebnis der Abschaffung der Leibeigenschaft entstanden (nach 1848). Im 19. Jahrhundert entwickelten sich diese nur selten in Richtung Farm-Bildung. In der Gemarkung der meisten Siedlungen war bis Mitte des 20. Jahrhunderts nicht einmal die Kommassierung durchgefuhrt, und so fehlte eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Entwicklung des Gehöftsystems. Kommassierung und Farm-Bildung Die Kommassierung oder Flurbereinigung besteht darin, die aus vielen kleinen, zerstreuten Teilen bestehenden Besitzungen der Bauern - ein Überbleibsel der Dreifelderwirtschaft aus der Zeit der Leibeigenschaft - zusammenzulegen; somit bekam dann jeder seinen Anteil in einem Stück oder vielleicht in zwei oder drei Teilen. In den meisten Ortschaften der Tiefebene fand die Kommassierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts oder um die Jahrhundertwende statt - hier ist eine rasche Entwicklung des Gehöftsystems zu beobachten. Einige Jahre nach der 1895-96 durchgeführten Kommassierung wurden in der Gemarkung von Végvár (Tormac, Korn. Temes) im Banat mehr als 200 Einzelgehöfte gebaut (Paládi-Kovács 1973, 304). Desgleichen entwickelte sich das Gehöftsystem in Mezőkeresztes (Kom. Borsod), wo die Kommassierung 1910 erfolgte, in wenigen Jahren (GyörSy 1942,252). Im Mezofold-Gebiet, in der Gemarkung des Marktfleckens Dunapentele (Kom. Fejér), schuf die frühzeitige (1859) Kommassierung die Voraussetzungen für die Farm-Bildung. Auf den kommassierten Feldern wurden die Gehöfte im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gebaut. Schon damals wurden östlich und westlich der Landstraße, die nach Dunaföldvár führte, rund 20 Gehöfte errichtet. Heute stehen an der rechten Seite der Straße nur mehr die Gehöfte der Familien Nyuli und Oroszi, an der linken Seite der Leitner-Hof. János Leitner (wer den letzteren errichten ließ) galt - als Eigentümer von 3 1/4 Grundstücken - als der reichste Bauer von Dunapentele. Noch in den Tagen der Kommassierung kaufte er Felder dazu. Mehr als ein Grundstück besaß auch die Familie Nyuli, die sich ebenfalls der Farmwirtschaft zu widmen begann (Farkas 1975, 164-169). Wo die Gemeinde in den Zwischenkriegsjahren die Kommassierung durchführen konnte, setzte anschließend die Farm-Bildung ein. Eine derartige Siedlung ist Enying (Kom. Fejér), wo man den infolge der 1927 durchgefiihrten Kommassierung entstehenden Prozeß beobachten kann.