Gunda Béla et al. (szerk.): Ideen, Objekte und Lebensformen. Gedenkschrift für Zsigmond Bátky - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 29. (Székesfehérvár, 1989)

László Lukács: Feuerstätten im ost-transdanubischen Haus

böden erwähnt, wo die Balken voll von Ruß sind.“ Aus Balatonfőkajár (Kom. Veszprém) schrieb János Jankó wie folgt : „In Balatonfő-Kajár gab es in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts bloß flechtwandige Häuser ohne Rauchfang; heute finden sich solche nur im ältesten Theile der Gemeinde, im sog. Korinthus.“ (1902, 185; 1904, 23). Angaben über das einstige Vorhandensein der Rauch­küchenhäuser konnte ich bei Feldforschungen im Komitat Fejér zunächst in Kálóz und sodann in Füle finden. Die Angaben über die Ortschaft Kálóz am Westufer des Sárvíz- Flusses sind von Miklós Farádi Vörös aus Sárbogárd, Petőfi Straße 23, der 1909 in Kálóz als Sproß einer kleinade­ligen Familie geboren wurde. Von seinem Vater, János Farádi Vörös, hatte er gehört, daß es in Kálóz in den 1870er Jahren noch in einigen Häusern eine Rauchküche gab. Diese Häuser hatten keinen Rauchfang, doch die Küche hatte eine Decke. Der Rauch entfernte sich durch die zwei­teilige Küchentür, deren obere und untere Hälfte separat geöffnet werden konnte. Die Türen beider Stuben (Vorder zimmer, kleine Stube) gingen auf die Flur hinaus. Mein Ge­währsmann erinnerte sich ganz entschieden, daß in Kálóz, unter Nemes (heute Lenin) Straße 24, ein altes Haus stand, dessen Stubentüren bis zu den 1930er Jahren auf den Flur hinausgingen. Die Küche dieses Hauses hatte damals schon einen freien Rauchfang. In Füle am östlichen Ende des Balaton entdeckte ich ebenfalls Spuren des einstigen Rauchküchenhauses. In Magyarország műemlékjegyzéke (Baudenkmal-Verzeich­nis Ungarns) wird das Haus in Füle, Széchenyi Straße 107 als „Wohnhaus mit Denkmal-Charakter, volkstümlich, 19. Jahrhundert“ angeführt. Das Haus mit Flur, darauf eine Arkadenreihe mit Korbbogen, erinnert an ähnliche Bauten im Bakonyer Wald und dem Balatoner Oberland und ist eines der am weitesten östlich befindlichen Stücke dieses Haustyps. Das lange Haus gewann seine heutige Form durch die Ausweitung des älteren Vorderteiles. Der frühere Hausteil an der Straßenseite besteht aus Stube, Küche, Kammer und Stall, der hintere, neuere Teil (wahr­scheinlich aus der 2. Hälfte des 19. Jh.)aus Küche. Stube, Kammer und Stall. Auch die Längsachsen der beiden Teile sind nicht ganz gleichgerichtet — an ihrem Schnittpunkt befindet sich eine Brechung. Der Flur des Vorderteiles wird hier durch eine Scheidewand von dem des hinteren Hausteiles getrennt. Es handelt sich um einen Haustyp, der im Transdanubischen und dem Nördlichen Mittel­gebirge häufig vorkommt: ein von mehreren Familien be­wohntes, langes Haus mit gemeinsamem Hof. Tatsächlich wohnten in diesem Hause bis zu den 1970er Jahren zwei Familien. In der Stube des früheren Hausteiles befindet sich unter den auf den Längswänden ruhenden Decken­balken auch ein Durchzugbaum. Beide Teile haben ein Schilfdach und einen Dachstuhl mit scherenförmigen Spar­ren. Auffallend sind die geringen Abmessungen der Küche 85 Abb. 2.: Backofen in der Küche. Igar, Szabadság Str. 34.

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