Gunda Béla et al. (szerk.): Ideen, Objekte und Lebensformen. Gedenkschrift für Zsigmond Bátky - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 29. (Székesfehérvár, 1989)
László Lukács: Feuerstätten im ost-transdanubischen Haus
im Vorderteil (217X423 cm). Aurél Vaj kai erwähnte ganz schmale Rauchküchen aus der Balaton-Gegend, darunter eine, die nur anderthalb Meter breit ist (1964, 161). Von den Küchen der unweiten Ortschaft Szentgál (Kom. Veszprém) schrieb er folgendes: „Die Rauchküche ist gewöhnlich etwas kleiner als die mit freiem Rauchfang.“ (Vajkai 1959, 202). In Füle ist die innere Hälfte der schmalen Küche in 249 cm Länge gewölbt. Auffallend immerhin, daß das hohe Gewölbe nicht auf den Längswänden und dem Durchzugbaum der Küche, sondern auf den Scheidewänden ruht. Somit steht seine Achse im rechten Winkel zur Längsachse des Hauses. Demgegenüber ruht das Gewölbe der freien Rauchfänge auf der hinteren Hauptwand und dem Durchzugbaum, und zwar auch in der Küche des zweiten Hausteiles. In der Küche des ersten Teiles gibt es keinen Durchzugbaum. Dieses, an Form und Anordnung ungewöhnliche Küchengewölbe diente ursprünglich nicht zum Tragen des freien Rauchfanges, sondern dazu, den Rauch und die Funken aus den Feuerstätten der ehemali-Abb. 4,: Sparherd auf dem offenen Herd in der Küche. Igar, Szabadság Str. 34. gen Rauchküche aufzufangen und sie zum Dachboden- Aufgang bzw. zur Küchentür zu lenken. Der freie Rauchfang wurde erst nachträglich auf das Gewölbe gebaut, als dieses an der Stubenseite mit einer kleinen Öffnung (114X 114 cm) durchbrochen wurde. Der kleinere, vordere Teil der Küche hat eine Bretterdecke. In zwei Zwischenräumen der Balken erscheint unter der abbröckelnden Bemalung der Decke auch heute noch die dicke Ruß- und Teerschicht. Im dritten Zwischenraum befand sich die Öffnung, die zum Dachboden führte und vermutlich erst nach Errichtung des freien Rauchfangs verschlossen und in den Stall verlegt wurde, denn hier sind die Deckenbretter neueren Datums und nicht verrußt. Laut Bericht der letzten Hausbesitzerin, Frau János Punger, ging die Stubentür bis 1927 auf den Flur hinaus. Erst dann kam die Tür zwischen Küche und Stube an ihre heutige Stelle. Der Unterschied in der Verputzung war deutlich sichtbar, auch Risse zeigten sich an der Stelle der zugemauerten Stubentür. Als das Haus als Baudenkmal restauriert wurde, legten wir 1983 die zugemauerte Stubentür frei; oberhalb derselben fanden wir das an beiden Seiten schräg gemauerte und in der Mitte mit einem keilförmigen Ziegelstein verschlossene horizontale Gewölbe. An der Stelle der heutigen Küchentür wurde bis 1935 eine zweiteilige Tür benutzt. Auch die Ruß- und Teerschicht auf dem Dachstuhl zeigt, daß die Küche des vorderen Hausteiles ursprünglich eine Rauchküche war. Da die letzte Besitzerin erst in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts hierherkam, konnte sie nur aus der nachfolgenden Periode Auskünfte über die Feuerungsanlage des Hauses geben. Damals existierte bereits der offene Schornstein. In der linken Küchenecke stand der eingebaute Sparherd, daneben, an der Scheidewand zwischen Küche und Stube, unmittelbar unter der Öffnung des offenen Schornsteins der niedrige, prismatische Backofen. Der aus Ziegelsteinen gebaute Backofen reichte durch die Scheidewand auch in die Stube hinein, so daß der Kachelofen der Stube gleichsam auf einem Bänkchen, namentlich auf dem Backofen stand. Die Heizöffnungen beider gingen übereinander auf die Küche hinaus. Im unteren Backofen wurde nur Brot, gelegentlich Strudel, in der Röhre im oberen Teil des Kachelofens Kuchen gebacken oder Kartoffel gebraten. Diese ungewöhnliche Anordnung des Backofens war durch die kleine Dimension der Küche begründet. Eine ähnliche Einteilung fand ich auch in Kisláng (Kom. Fejér). Links neben dem Backofen in der Küche stand ein Kessel, der zum Aufsieden des Wassers, zum Kartoffelkochen, zum Schmalzbraten und zum Muskochen diente. Die Feuerungsanlagen im zweiten Hausteil schließen sich einem regelrechten offenen Schornstein an, diese werden daher zusammen mit dem Stubenofen mit Hinterladerprinzip erörtert. Unlängst entdeckte József Kücsán ehemalige Rauchküchenhäuser in den Dörfern Ozora und Kisszékely (Kom. Tolna) im südwestlichen Teil des Mezöföld-Gebietes (1979, 310, 313—314, 333). Hier erinnerte man sich noch Mitte der 1970er Jahre an Rauchküchenhäuser; obwohl schon umgebaut, existierten sogar noch einige. József Kücsán präsentierte den Grundriß von 3 Rauchküchenhäusern aus Ozora und einem aus Kisszékely. Am ausführlichsten erörterte er das Wohnhaus des József Földi in Ozora, welches am leichtesten rekonstruierbar war: „Das Haus ist dreiteilig: Stube — Küche — Stube. Zwischen der vorderen 86 Abb. 3.: Kleiner Backofen in der Küche. Füle, Széchenyi Str. 107.