Gunda Béla et al. (szerk.): Ideen, Objekte und Lebensformen. Gedenkschrift für Zsigmond Bátky - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 29. (Székesfehérvár, 1989)

Antal Juhász: Beiträge zum Rauchfang und zur Heizvorrichtung der Küche des Bauernhauses auf der Grossen Ungarischen Teifebene im 18. und 19. Jahrhundert

Abb. 9.: Frau, am Mittelbänkchen kochend, (Kecskemét. Ku­­binyi-Vahot 1853, 120). gen anderer Ethnographen zu der volkstümlichen Baukunst entdeckt und der Bearbeitung wert gefunden wurde. Im folgenden versuchen wir, einen kurze Überblick über das Vorkommen der Mittelbank in der Tiefebene zu geben. 4. Nach den Forschungsergebnissen von István G y ö r f f y wurde die Mittelbank von mehreren entdeckt und bearbei­tet: von István Ecsedi Anfang des Jahrhunderts in Debrecen, von Lajos Kiss in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts in Rétköz, von Béla G u n d a im Komitat Abb. 10.: Küche mit Dachboden und Mittelbänkchen; irdene Teller mit Blütenverzierung, Apátfalva, 1966, Foto A, Juhász, Békés, dann von Sándor S z ü c s, Imre Dankó und László D á m jenseits der Theiß, von Endre Borzsák, István T á 1 a s i, János B á r t h und Melinda Égető im Donau-Theiß-Zwischenstromland.(20) Aufgrund der bisherigen Forschungen kann ein weites Verbreitungsfeld angegeben werden: jenseits der Theiß in Rétköz, in Hajdú­ság, in Debrecen, in Großkumanien (Nagykunság), Kis­und Nagy Sárrét, in Szentes, Hódmezővásárhely, und Apátfalva; im Donau-Theiß-Zwischenstromland in Monor, Kecskemét, Lajosmizse, Kunszentmiklós, Halas, Szánk, Majsa, Tömörkény, Szeged und Tápé. Wenn wir nun die Regionen und Gemeinden in Betracht ziehen, scheint die Verwendung einer Mittelbank — wie es auch László Dám feststellt(21) nicht allgemein verbreitet zu sein. Aber es ist zugleich auffallend, daß diese Regionen, in denen die Mittelbank entdeckt wurde, beinahe die ganze Ungarische Tiefebene umfassen. An vielen Orten wurde ihr Vorkom­men gar nicht zu erforschen versucht. Es ist nicht auszu­schließen, daß zielstrebige Quellen- und planmäßige Sam­melforschungen noch weitere Ergebnisse bringen können. Im folgenden haben wir die Absicht, die regionalen Va­rianten und die übereinstimmenden Merkmale der Mittel­bank aufzuzeigen. Im Bürgerhaus in Debrecen wurde an der Hinterwand der Küche (pitvar) eine 1—1,5 m breite und 1 bis 2 m lange „ freie Küche“ („szabad konyha“) in einer Höhe von 1 Me­ter ausgebildet, wo man in irdenen Töpfen kochte und am Spieß die Geflügel und Fleisch briet.(22) Die von István Ecsedi dargestellte freie Küche aus Debrecen stimmt in den wichtigsten Merkmalen mit den gezeigten Mittel­bänken der Bürgerhäuser in Szeged sowie den ländlichen Wirtshäusern und Amtswohnungen im 18/19. Jahrhundert überein. Der offene Herd wurde in den Dörfern von Rétköz auch als freie Küche bezeichnet, deren „Breite 1 Meter, Länge 1,5 Meter und Höhe 80 cm betrug, und hinterwärts in der Küche (pitvar) tischförmig aus Lehmziegel gebaut wurde“.(23) Lajos Kiss bemerkte noch merkwürdiger­weise: „In einem reicheren Haus wurde es nicht an der Hinterwand der Küche, sondern vorne, gleich unter dem Rauchfang errichtet so daß man um die Bank auch herum­gehen konnte. Gebraucht wurde es gelegentlich einer Hochzeit, eines Schlachtfestes oder eines Trauermahls.“ Dieser Feuerherd der wohlhabenden Bauern stimmt mit derjenigen Mittelbank in Großkumanien (Nagykunság) überein, die vorerst von István G y ö r f f y vorgestellt wurde. Die Ethnographen lassen in manchen Fällen außer Acht, die Feuerherde (bzw. ihre Varianten) in Relation zu der gesellschaftlichen- und Vermögenslage der Bauern zu untersuchen. In dem aufgezeigten Fall berücksichtigte Lajos Kiss diese Umstände. (20) Ecsedi 1912; Kiss 1932, Gunda 1935; Szücs 1943; Dankó 1970; Dám 1975, 1982; Borzsák 1941; Tálasi 1946, 1977; Bárth 1973, 1974; Égető 1978; Sztrinkó 1986. (21) Dám 1986, 244. (22) Ecsedi 1912. (23) Kiss 1932, 2. Die Massen der freien Küche in Rétköz werden diesmal wegen ihrer Ähnlichkeit zu derjenigen in Debrecen angegeben. 134

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