Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

H. Lorenz: Bestattungssitten und Fundkombinationen in Früh- und Mittellaténe-Gräbern Zentraleuropas

Iî ESTATTUN (î SS I TT EN UM) FUNDKOMBIKATIONEN IN FK TII — UM) MITTELLATÈNE ~ GRÄBERN ZENTRAEEUROPASf1) Als Jan Filip im Jahre 1956 sein Werk über „Die Kelten in Mitteleuropa” veröffentlichte, hatte er ausserhalb der CSSR einen sehr ungleichmäßigen und fast überall ungenügenden Forschungs- und Publikationsstand zu bewältigen, welcher nur wenige überregionale Vergleiche erlaubte. Seit dieser Zeit ist jedoch eine deutliche Verän­derung spürbar. So begann man in der BRD um die Wende der 50/60-ziger Jahre, im Rahmen von Disser­tationen, mit der systematischen Aufarbeitung eisen­zeitlichen Fundstoffes größerer Regionen. Alle diese Arbeiten sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Einige von ihnen liegen auch schon längst gedruckt vor, wie die von Joachim über das Mittelrheingebiet oder die von Engels über die Pfalz, bei anderen ist die Veröffentlichung in Kürze zu erwarten. Für andere Bereiche der Latènekultur finden wir Materialpublikationen dieser Art zwar nicht, doch haben die Veröffentlichungen neuerer, bzw. die Vorla­ge älterer, nicht oder schlecht publizierter Gräber­felder, unsere Kenntnis des latènezeitlichen Fund­stoffes erheblich vermehrt. Politische Grenzen spielen zwar immer noch eine nicht geringe Rolle, doch kann der Publikationsstand, von einigen Bereichen abgesehen, heute als besser bezeichnet werden. Zweifelsohne ausreichend, um Fragen, die in regionalen Untersuchungen oft nur angedeutet werden konnten, über größere Räume zu verfolgen. Dies wurde bereits vor einigen Jahren mit gutem Erfolg in drei Marburger Dissertationen versucht, wobei sich Osterhaus mit Waffen, S c h a a f f mit Ringschmuck im Westen und Schwapp ach mit stempelverzierter Keramik der Friihlatènezeit beschäftigten. Ausgangspunkt dieser Arbeiten stellten tvpolo­gische Erörterungen dar, die als Resultat Gruppierun­gen ergaben, die eigentlich Produktions-, Werkstatt­kreise, Handelsverbindungen usw. zeigen. Aus diesem Grunde wurde von Herrn Frey eine Arbeit angeregt, in deren Mittelpunkt das Brauchtum steht, in deren Gruppengliederung sich Gemeinschaf­ten widerspiegeln, die sich in Sitte und Brauch von anderen unterscheiden. Daher beschäftigt sich die vorliegende Untersu­chung mit „Bestattungssitten und Fundkombinationen in Früh- und Mittéllatènegrcibern Zentraleuropas”. Lassen sie mich versuchen, ihnen in wenigen Worten einen kurzen Einblick in Methoden, Fragen­komplexe und Schwerpunkte der Arbeit zu geben und dabei am Rande aufzuzeigen, wo sich eventuell erste Ergebnisse abzuzeichnen beginnen. Es wäre zu vereinfachend, würde man sich bei der Frage der Bestattungssitten nur auf die immer wieder zitierten Unterschiede zwischen Hügel- und Flach- Skelett- und Brandgräber, mit ihren verschiedenen religiösen Hintergründen beschränken. Es können sich nicht nur Unterschiede innerhalb einer jeden einzelnen dieser Gruppen ergeben, wie zwischen Urnen- und Brandschüttungsgräber, Hocker und Skelettgräbern in Rückenlage, oder Hügel mit einem und mehreren Toten, sondern auch andere Merkmale können von größerer Bedeutung sein. So spielt die Orientierung der Toten eine wichtige Rolle. Bereits M e d u n a erkannte dies und wies auf Unterschiede zwischen der Slowakei (Kopf im S —SSO) und Mähren (Kopf im X) hin. Ähnliche Beobachtungen lassen sieh für den gesamten Bereich der Latènekultur machen. Dabei setzen sich nicht nur einzelne Gebiete voneinander ab, sondern innerhalb eines Raumes können es soziale Gruppen sein. Dafür finden wir gute Beispiele in der Schweiz, wo sich Gräber mit Waffen und Gräber mit Ringschmuck 143

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