Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

F. Schwappach: Zur Chronologie der östlichen Frühlaténe-Keramik

Abb. 2: Gesamtverbreitung der frühlaténezeitlichen Linsenflaschen. • 1 Exemplar; tzwei Exemplare und mehr. und zwar wegen der Gleichmäßigkeit der Wandungs­profilierungen (Rillen, Riefen) und der ziemlich genauen Zentrierung der Gefäße, daß die langsam roteirende Töpferscheibe Verwendung fand. Im späten Abschnitt der Stufe LT A kam indessen die schnell laufende Scheibe zur Anwendung, mit der man die Vasen „ziehen” konnte. Es liegen allerdings bislang keine ausreichenden Spezialuntersuchungen zu diesen Fragen vor, so daß unsere Beobachtungen nicht eindeutig nachweisbar sind. Ein weiteres Kriterium der Machart ist der Brand. Jeder, der sich länger mit den Funden beschäftigt hat, wird feststellen können, daß die frühe Ware im allgemeinen „schlecht”, die jüngere dagegen in zu­nehmendem Maße härter gebrannt ist. Das, was wir heute als „klingend” oder „klirrend” harten Ton bezeichnen, kommt in jedem Falle nicht vor LT B auf. Solange aber, wie oben schon betont, technolo­gische A nalysen fehlen, auf die wir uns stützen können, sollen auch die verschiedenen Aspekte der Machart bei der Keramikdatierung nur ergänzend hinzugezo­gen werden. Eindeutiger lassen sich indessen schon heute spezi­elle Kennzeichen der Form herausarbeiten, die als „Zeitmesser” der Tonware gelten dürfen; allgemeine Proportionierung, die Randbildung, die Schulter- und Bodengestaltung der Gefäße sowie die Profilierungen des Wandungskörpers durch Rillen. Riefen und durch Wulste. Ich möchte hier an zwei ausgewählten Bei­spielen, nämlich den Linsenflaschen und den Schalen demonstrieren, daß diese Merkmale der Gestaltung im Laufe der Frühlatènezeit charakteristischen Verän­derungen unterliegen, und wie wir chronologische Fixpunkte anhand des durchaus markanten For­menwandels gewinnen können. Im Falle der Linsenflaschen (Taf. IV) ist in erster Linie die Proportionierung der Gefäßteile, also das Maßverhältnis Hals Körper, für die Datierung ausschlaggebend. Auf die noch in hallstättischem Milieu West- und Südböhmens wurzelnden kleinen gedrungenen Flaschen vom Typus Taf. IV, 1 folgen Formen mit ausgeprägtem Trichterhals und bereits linsenförmig akzentuiertem Körper (Taf. VI,2— 3), freihand geformt bzw. nachgedreht und schlecht gebrannt. Linsenflaschen mit diesen Merkmalen gehören im allgemeinen an den Beginn und in den älteren Abschnitt der Stufe LT A. In einer speziell den Linsenflaschen gewidmeten Untersuchung(7) habe ich ausführlicher dargelegt, was für die Beispiele der Stufe LT A im allgemeinen typisch ist: die geringere Höhe als Gesamtbreite (cf. Tuf. VI. 1 — 3). Es sind demgegenüber für die Stufe LT B jene Flaschen kennzeichnend, deren Proportionierung vice versa durch das Maßverhältnis — höher als breit — charak­terisiert ist (Taf. VI,5). Eine Vielzahl gut datierter Funde, vom Dürrnberg etwa, aus Niederösterreich oder aus Westungarn bestätigt diese Feststellung (7) F. Schwappach, o. r., Latène-Studien, II, 197(1. Ill

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