Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
W. Dehn: ÄlterlaténezeitlichesPferdegeschirr - Trensen und Zierscheiben
ALTERLATEXEZEITIJCH HS I*FERD EB ESCHIRR—TE KXS EX l XI) ZIERNCHEIBEX „Fahren und Reiten" oder besser gesagt: der Reiterkrieger und der Streitwagenkämpfer stellen den Beitrag dar, den in immer wieder neuen Anregungen die östlichen Steppenvölker der europäischen Kulturentwicklung vermittelt haben. Wenn auch während des letzten vorchristlichen Jahrtausends das Pferd als Reittier und als Zugtier vor dem Wagen im Hallstattbereich bereits ein wesentliches Element des Kulturapparats darstellt, den Höhepunkt der Rolle des Pferdes, Träger des gewappneten Kriegers oder als „Motor" am zweirädrigen Streitwagen angeschirrt zu sein, erleben wir im keltischen Latènebereich. Vielles ist dabei gewiss Erbe der vorhergehenden Hallstattkultur anderes —wie der Streitwagen —ist von Süden neu übernommen worden, aus Überkommenem und Neuem entsteht aber eine ganz eigene Form reiterlieh-wagenkämpferischer Haltung. Dazu vermögen die erhaltenen Denkmäler und Funde wesentliche Aussagen zu bieten. Beispiele für berittene Frühlatènekrieges bringt die Schwertscheide aus HallstatR1) (trab 994 und das Bronzeblech aus einem Grabe von Kärlieh(1 2) bei Koblenz. Von der Trensenform ist in beiden Fällen nichts Deutliches erkennbar, das Riemenwerk, soweit sichtbar, läßt an Ringtrensen denken, in Hallstatt zeigen die Ziigelriemen reichen Zierscheibenschmuck, wie er ähnlich in der Wagengräbern begegnet. Die Gräber mit Wagenbeigabe(3) sind es vor allem, die über die Anashirrung der Pferde Auskunft geben, freilich nur auf Grund der erhaltenen Metallteile. (1) W. Dehn, Krieger und Salzherren, iLallstattkultur im Ostalpenraum. Römisch-German. Zentralmuseum Mainz, Ausstellungskatalog, IV, 1970, 72 ff. (2) H. E. Joachim, JRGZM, XVII, 1970, 94 ff. (3) P. Harbison, Marburger Beiträge z. Archäologie der Kelten. (Festschrift W. Dehn). Fundberichte aus Hessen, Beiheft I, 1969, 34 ff. Erst wesentlich spätere Denkmäler aus Italien(4) lassen auch das Riemenzeug erkennen. Die Wagengräber der Friihzeit sind von der Champagne über das Rhein—Moselgebiet bis Böhmen und Hallein in einer häufig unterbrochenen Zone verteilt, etwas jüngere östliche Ausläufer führen bis nach Siebenbürgen. Aus der Verteilung in den einigermaßen gut beobachten Gräbern ergibt sich, daß die Trensen gewöhnlich von zwei Pferden stammen, daß Riemenwerk mit allerlei Bronzeschmuck besetzt war, vornehmlich mit Zierscheiben, wie es schon das Schwert von Hallstatt zeigt, und daß schließlich zur Anschirrung beider Pferde ein mit Bronzezierat versehenes Joch gehört(3). Soweit die erhaltenen P\inde erkennen lassen, besteht in der Aufzäumung des Pferdes kein wesentlicher Unterschied zwischen dem Zug- und dem Reitpferd. Die Hauptform der Trense ist die sog. Ringtrense(6). Sie ist bereits in hallstättiseher Umgebung bekannt, erfährt aber nun im Gesamtbereich der Latènekultur ihre endgültige Ausformung: die Mundstücke sind gern profiliert, die Ringe auffällig groß, neben zweiteiligen begegnen auch dreiteilige Mundstücke. Während auf dem Festland mit dem Ende des unabhängigen Keltentums diese Trensenform ausstirbt, hat sie auf den britischen und in Irland ein längeres Xachleben. Eine besonders interessante Trensenform der alteren Latènekultur ist die Trense mit U-förmigen oder halbkreisförmiger Seitenknebeln. Die besten Beispile stammen aus Böhmen(7), ein nach Westen (4) O. H. Frey, Germania, XLVI, 1968, 317 ff. (5) M.-E. Marien, La période de La Tène en Belgique. Le groupe de la Haine. 1961, 176 f. fig. 66; PIGOOT, Antiquaries Journal, IL, 1969, 378 ff. (6) G. Jacobi, Werkzeug und Gerät aus dem Oppidum von Manching. Manching, 1974, 175 ff. (7) z. B. J. Filip, Keltövé ve Stfedni Europe, Praha, Tab. 7,13. Tab. 9,6. Tab. 22,1 u. a. 107