Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

W. Dehn: ÄlterlaténezeitlichesPferdegeschirr - Trensen und Zierscheiben

vermittelnder Flußfund konmt aus der Donau bei Donauwörth)(S) * * 8), im Gebiet der Champagnegräber(9) trifft man diese Trensenform nur ganz selten. Es ist offensichtlich, daß sie ältere zentraleuropä­ische Vorformen hat, etwa Lorzendort(10 11) (Schlesien), Sesto Calende)11) (Oberitalien) Mailhac(12) (Südfrank­reich). Betrachtet man den an mediterrane Muster (Palmetten) erinnernden Abschluß böhmischer Stücke, so wird der Blick südwärts gelenkt : sowohl in Etrurien wie in Griechenland selbst spielt der halbkreisförmige Trensenknebel eine große Rolle, wie unzählige Vasen einerseits, das bekannte Pferd von Olympia wie die Pferde von Tarquinia andereseits bezeugen)13). Die Vermutung liegt nahe, daß mit dem Streitwagen auch diese Art der Pferdeaufzäumung aus Etrurien in das frühe Latènegebiet gelangt ist. Daß dabei Böhmen eine besondere Rolle zukam, er­gibt sich auch aus anderen Beobachtungen. Eine Nebenform der Trense mit halbkreisförmigen Seitenknebeln hat fast dreivierteiförmige und kleiner gebildete Knebel es ist das offenbar auch die jüngere Form (Aiud(14), Caurel)(15 *), wieder ist an einen Zusam­menhang mit italischen Formen zu denken, außerdem (S) .lalirb. d. Staatlichen Kunstsammlungen in Baden Württemberg, IV, 1967, 193, Abb. 142. (9) R. Joffroy, Bulletin des Antiquités Nationales, V, 1973, 55, fig. 6. (10) H. Grempler, Schlesiens Vorzeit, VII, 1899, 195 ff., Eberts Reallexikon, VII, 1926, 312. Taf. 207/208. (11) E. Ghislanzoni, Munera. Raccolta di Seritti in onore di A. Giussani, 1944, 35, fig. 39. (12) O. Taffanel, Gallia, XX, 1962, 3 ff. fig. 9—11. (13) Es genüge der kurze Hinweis auf den Aufsatz von N. Yalouris, Athena als Herrin der Pferde. Museum Helveticum, VII, 1950, 1 ff. bes. 30 ff. (Die korint­hische Trense) Abb. 6 (Pferd Olympia). — Pferde von Tarquinia: L. Banti, Welt der Etrusker 1960, Taf. 87. (14) M. Roska, Erdélyi Reportorium 1942, 188, Nr. 25, fig. 226. (15) Bosteaux-Cousin, Bulletin Société Archéologique Champenoise Reims, XXX, 1936, 29 ff. S. 30. liegt die Verknüpfung mit der sog. Omega trense(lu) nahe, deren italische Herkunft wahrscheinlich ist. Zum Dekor des Riemenwerks gehören Zierscheiben verschiedener Form; wahrscheinlich gibt es auch, da­für sprechen die größeren in wenigen Exemplaren im Grab erscheinnendenStücke, Zierscheiben, diemanauf der Pferdestirn angebracht sehen möchte. Kleinere bis zu einem Dutzend zu einem Gespann gehörende Scheiben saßen, wie das Schwert von Hallstatt andeutet, auf den Riemen und wohl auch den Rie­menkreuzungen. Es ist nicht unwichtig zu beton, daß im östlichen Latènebereich profilierte mit Ritz­verzierungen verseheneScheiben bevorzugt verden,(17) im westlichen Bereich (Marne-Rhein) sind es meist gegossene, auf der Drehbank hergestellte Stücke, die gern Durchbruchsmuster haben(18). Wenn die Pferdeanschirrung gerade in der älteren Latènezeit leidlich gut erkennbar ist, liegt das an der Eigenart des Grabbrauchs. Daß die alten Traditionen bis in die Spätzeit nicht verloren gegangen sind, wird in Laténe selbst und in späten Reiter- und Wagen­­gräbern(19) deutlich, bei denen freilich infolge der Brandsitte vieles nicht so gut erkennbar ist wie in der Frühzeit. Marburg W. Dehn (16) G. Jacobi o. c., Anm. 5, 182 ff. (17) Cf. W. Dehn, Eine böhmische Zierscheibe der Früh­­laténezeit in Berlin. Sbornik Narodn. Musea v Praze. Rade A. Historie XX, 1966, 137 ff. (18) Cf. das Grab von Somme Bionne (Marne). L. Morel, La Champagne Souterraine, 1898, PI. 7 — 12. — Ferner Nassauische Annalen, XXXVII, 1907, 245 ff. ; E. Ritterling — W. Dehn, TZ, X, 1935, 35 ff. (19) H. E. Joachim, BJ, CLXXIII, 1973, 1 ff. 108

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