Fitz Jenő (szerk.): Die aktuellen Fragen der Bandkeramik - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 18. A Pannon konferenciák aktái 1. (Székesfehérvár, 1972)

N. Kalicz - J. Makkay: Déli hatások a Dunántúl koria és középső neolithikumában

renden Gräbern vorausgegangen. Von den hier ent­deckten Linienbandfunden stimmen die jüngsten mit den frühen Zseliz-Typen überein, die Existenz des Bicske-Typs folgte also der der frühen Zseliz-Periode. Was die Herkunft der Funde des Bicske-Typs be­trifft, muß mit der neuerdings anerkannten Sopot- Lengyel-Kultur gerechnet werden.(21) 22 Diese geneti­sche Beziehung zeigt sich in den Gefäßformen (die zahlreichen doppelkonischen Gefäße, (Abh. 8, 2, 7 — 14, 17 — 22, 24) die Existenz der Röhrenfußgefäße, das Vorhandensein der mit Fuß versehenen Gefäße (Abb. 8, 5, 18) und auch in der Ähnlichkeit einzelner charakteristischer Tongegenstände (Abb. 8, 15—16) und der Verzierungsart. Hier verschwindet nämlich das für die transdanubische Linienbandkeramik be­zeichnende Ritzmuster, die meisten Gefäße bleiben unverziert, nur die südlich übliche, in der Art von Vinca erfolgende Kannelierung gibt es noch (Abb. 8, 2, 6, 24), ferner das Mäanderband mit Punkten gefüllt (Abb. 8, 1, 5). In der Bicske-Zeit tritt aber die pastose rote Bemalung auf, hauptsächlich am oberen Teil der doppelkonischen Gefäße (Abb. 8, 11— 14). Dieses sind die bezeichnenden Verzierungselemente der sog. Sopot-Lengyel-Kultur. Die neueren Funde von Izmény und Hidas (Komi­tat Tolna und Baranya, Transdanubien) beweisen, daß sich die echte Sopot-Kultur im östlichen Trans­danubien verbreitete. Die nächsten Parellelen der Funde des Bicske-Typs in Ungarn wurden nämlich in Südtransdanubien, in Izmeny(Abb. 8, 6, 19, 20, 24)<22) und in Hidas (Abb. 8, 5)(23) 24 25 26 nahe der Donau entdeckt. Sie stimmen völlig mit den Sopot-Typen überein -vor allem mit einem speziellen, zylinderför­migen, auf niedrigen Füßen stehenden Gefäß mit punktgefülltem Mäanderband*241 -und, mit am Bauch­(21) S. DIMITRIJEVIÓ, Sopotsko-Lendelska К uhura• Monographiea Archaeologicae I. Zagreb 1968, passim. (22) Unpublizierte Funde in dem Museum von Szekszärd. (23) Unpublizierte Funde in dem Museum von Pécs. Siehe die Karte an der Seite 82. in diesem Band! (24) S. DIMITRIJEVIÓ, ap. eit. Taf. XII, 4. (25) Ibid., Abb. 11, 10-14; Abb. 14, 7, 7, 10; Taf. VIII, VIII, 4; Taf. XI, 5-10. (26) N. KALICZ — J. MAKKAY, Die neolithische Sopot- Bicske Kultur. AÉrt 1972, 3—14. (27) Cf. É. F. PETRES, Űjabb-kőkori sírok Bicskén. (Jungsteinzeitliche Gräber in Bicske). FolArch 6, 1954, 26 — 27.; ID., Neolithic Graves at Bicske. I KM К A/9, 1959, S. 9-10. teil kannellierten Gefäßen.(2ä> Diese Funde beweisen genügend die südliche Herkunft der Bicske-Typen. In der letzten Zeit haben wir das ungarische Ma­terial des Bicske-Typs überprüft, und wir konnten feststellen, daß die Keramik dieses Typs einen selb­ständigen Horizont bildete.(2e) Dieser Horizont ist identisch mit der zweiten Stufe der Sopot-Kultur. Wir haben diesen Komplex wegen seines großen trans­­danubischen Verbreitungsgebietes zusammenfassend als Sopot-Bicske-Kultur benannt. Die Lengyel-Kul­­tur ist nämlich eine andere, selbständige Kultur, die nur mit der dritten Stufe der Sopot-Kultur gleichzei­tig war, und nur in dieser spätesten Phase der Sopot- Entwicklung sind die Importstücke der Lengyel- Kultur vertreten. Zur Zeit der Soj)ot-Bicske Kultur existierten noch die Fundorte der spätesten Zseliz-Keramik im Nord­osten Transdanubiens. Ein Grabfund von Békás­megyer,(27) der noch von F.v. Tompa gefunden wur­de,<28) gehört zu dieser spätesten Periode der Zseliz- Keramik (Abb. 6, 1 — 4), und demgemäß haben die Gefäße dieses Grabfundes Übereinstimmungen mit den Sopot-Bicske-Formen. Daher kann dieser Grab­fund mit der Sopot-Bicske-Kultur gleichzeitig sein. Diese Entwicklungsstufe nennt die slowakische Forschung den Vorlengyel-Horizont.<29) Unseres Erachtens ist die als Sopot-Bicske-Kultur bezeichnete Keramik im Grunde genommen eine westliche-nordwestliche lokale Fazies der Vinca-Kul­tur. In der Ungarischen Tiefebene spielte sich vermut­lich gleichzeitig der Übergang von der Szakálhát- Gruppe zur Theiß-Kultur ab. Das Auftreten der Sopot-Bicske-Kultur zeigt also das Ende des mittle­ren Neolithikums an der Wende der Vinca-B2 zur CI Periode an. Budapest N. Kalicz — J. Makkay (28) F. TOMPA, Budapest története, I. Budapest att ókorban. Első rész: Őskor. (Geschichte von Budapest, I. Budapest im Altertum. Erster Teil: Vorzeit). Budapest 1942, Taf. I, 16. (29) J. LICHARDUS, Die Bukker-Kultur in der Slowakei und ihre Stellung im Karpatenbecken. Si udijnè Zvesti AŰSAV 9, Nitra 1962, 54; J. PAVŰK, Gliederung der Volutenkeramik in der Slowakei. Ibid. 14; A. TOClK-J. LICHARDUS, Die neoli­thische Grube in Vycapy-Opatovce. PA 55, 1964, 262-278. 96

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