Kralovánszky Alán (szerk.): Székesfehérvár évszázadai. 4. 1688 - 1848 - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 16. (Székesfehérvár, 1979)
Zádor Anna: Székesfehérvár építészeti emlékei a felvilágosodás és a klasszicizmus korában
Wirkung dieses Gebäudes — an einer der exponiertesten Stellen der Stadt erbaut — entspricht noch dem Ideal eines Residenzbaues aus dem 18 Jhs, ist aber seinem Stil nach keinem der schon erwähnten Architekten zuzuschreiben. Wenn man die dicht und sehr plastisch angebrachten Verzierungen der Fassade betrachtet — die zwar in der Stadt, aber sonst nirgends eine Parallele hat — muss man sich gestehen, dass der Entwurf und die vielleicht während einer langwierigen Ausführung entstandene Dekoration schwer miteinander in Einklang gebracht werden kann. Betrachtet man jedoch die Musterbücher dieser Zeit — die als Grundlage des obligaten Unterrichtes dienten — so kann man zum Beispiel unter den Vorlagen des sehr populären Augsburger Hauer einige finden — Vasen, Rankenornamente, Rosettenschmuck — die den Verzierungen dieses Palastes sehr nahe stehen. Man könnte sagen, der Ausführende — Rieder oder ein anderer — hat sich aus solchen Musterbüchern die Details ausgesucht. Der beim Bau dieses wichtigen Gebäudes erwähnte hiesige Baumeister Rieder mag wohl der Ausführende, nicht aber der Planer gewesen sein. So ist die Autorenfrage dieses einmaligen Gebäudes noch nicht gelöst. Der zweite Monumentalbau der Stadt ist das einstige Komitatshaus. Seine Baugeschichte ist kompliziert; weil mehrere Baumeister an der Arbeit teilgenommen und auch die Behörden stark eingegriffen haben. So ist es nicht ganz klar, wie viel schon erbaut wurde, als der junge Architekt Michael Pollack den Bau — zu welchem er die neuen Pläne verfasst hatte — im Jahre 1807 übernahm. Im Gegensatz zu dem mit ornamentalen Motiven besäten Bau der bischöflichen Residenz herrscht hier völlige Schmucklosigkeit ein etwas schwerfälliger massiver Bau mit einem Mittelrisalit wendet sich gelassen dem damals noch unbebauten Vorplatz zu. Ruhe und proportioniertes Ebenmass, Vermeiden jeder überflüssigen Dekoration erheben das Gebäude zu einem frühen Vorbild des Komitatshauses, das Pollack später in SzeksZárd baute und das die Interessen und auch Gefühle der Einheimischen ausdrücken sollte. Das Komitatshaus — dessen Dokumente schon in diesen Jahren in ungarischer Sprache verfasst wurden — erhebt sich — wie schon erwähnt — ausserhalb der Altstadt und stellt auch mit seiner Lage den Anfang einer neuen Zeit dar. Allmählich wurde auch dieser Platz mit ein und zweistöckigen Patrizierhäusern bebaut, deren Baumeister noch unbekannt sind. Erst im Zeitalter der Romantik schliesst sich an diese einheitliche Reihe die sich gut anschmiegende Frühromantik von Miklós Ybl an. Nach und nach wird also das Komitatshaus zu einem neuen Kristallisationspunkt, um welchen sich Bauten des 19. Jhs scharen. Wahrscheinlich hat Michael Pollack ausser dem Komitatshaus nichts in der Stadt errichtet, obwohl Einiges mit ihm in Zusammenhang gebracht wurde. Aus der Reihe der noch erhaltenen klassizistischen Bauten sei das Hotel zum Schwarzen Adler (Ady Endre u. 7.) als typisches Beispiel der einfachen und ausgewogenen Fassadengestaltung erwähnt, ohne hierbei an einen namhaften Architekten denken zu müssen. Soviel lässt sich aber feststellen, dass sich Stuhlweissenburg in kaum 50 Jahren aus einer kleinen und altmodischen Stadt zu einer grösseren Siedlung entwickelt und durch die Errichtung von monumentalen Bauten einen neuen Aspekt erreicht. Dies wird durch die näher nicht anzuführenden Wohnbauten natürlich noch erhärtet. An kirchlichen Bauten geschieht nichts Wesentliches, obwohl auch hier Einiges errichtet wird. Die reformierte Kirche um die Jahrhundertmitte beweist schon das Erhärten und Versteifen des Spätklassizismus und zeigt, dass die Zeit dieser Baustiles abgelaufen ist.* “Diese Studie wurde am 18-ten Mai 1970 anlässlich der V. Stadthistorischen Konferenz von Stuhlweissenburg vorgetragen.