A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 7. (Szeged, 2001)

HORVÁTH, László András: Az őskori kultuszgödrök értelmezésének lehetőségei

des zerstückelten Opfers symbolisiert eine Geburt in eine höhere Daseinsweise (ELIADE 1994, 192). Das bekommt einen besonderen Sinn im Falle von gött­lichen Tieren. Der Begriff der Neugeburt aus Kno­chen, Körperteilen, bzw. Blut gewinnt besonders betreffs mythologisch relevanter Wesen — Tote­me, tierische Vorfahren und Götterepitheta — eine wesentlich breitere Bedeutung, es kann auch die allgemeine, Für Menschen, Tiere, Pflanzen gültige Form der Erneuerung und Fruchtbarkeit vertreten. Die Riten üben eine Wirkung bei solchen Ge­legenheiten auf das Ganze der Gesellschaft, auf alle Mitglieder deren aus, darum mußte ein jeder auch das Opfer mit den anderen gemeinsam dar­bringen. Die angenommene und gewünschte Neu­geburt ist der Auffassung der Zeit gemäß auch die Wiederholung des Weltschöpfungsaktes, ebenso, wie die jährliche Wiederbelebung der Vegetation die Struktur der Welt erneuert. Nehmen wir die in den vorigen Zeilen über das Getreide gesagten dazu, und das, daß das Opfer in einer Grube, also unter der Erde, am Ort der Wiedergeburt der Pflan­zen dargebracht wurde, so können wir für wahr­scheinlich halten, daß es sich hier um ein zu­sammengesetztes, aber mindestens mit der Fruchtbarkeit der Pflanzenwelt, vielleicht mit der des Getreides im Zusammenhang stehendes Opfer handelt. Der wichtigste Beweis dafür ist die mar­kante Rolle des Schweines bei der Opferhandlung. Das Dasein eines Rinder- (Stier-) Schädels bzw. -Beines verstärkt den Ackerbaucharakter dieses Ri­tes weiter. 130 All diese können auch bei der Beur­teilung des Kupferzeit-Begriffes eine Rolle spielen, wenn nämlich man die oben geschilderte Gedan­kenreihe annimmt, können wir darauf schließen, daß der Ackerbau (Getreidebau) in der Wirtschaft doch nicht so untergeordnet war, wie es früher angenommen wurde. Die Reinheit der an den Opferdarbringungen Teilnehmenden war immer und allerorts eine For­derung der Rituale. Darum müssen wir — wegen des Schweineopfers — die Möglichkeit auch des Reinigungsopfers in Csongrád-Bokros aufwerfen. Wir dürfen aber auch das nicht völlig ablehnen, daß auch die Darbringung eines sakramentalen Op­fers auf unserem Fundort stattfinden konnte, da es parallel mit dem Fmchtbarkeitsritus als eine Ergän­zung durchgeführt werden konnte. Daß es sich hier nicht um ein einfaches Opfer handelt, bewiesen wir schon früher. Eine so zusammengesetzte Opferhand­lung wurde nur bei großen, die ganze Gemeinschaft betreffenden Gefahren — schlechter Ertrag, Dürre, starke Epidemie usw. — für die Geister der Vor­fahren und später für die Götter dargebracht (SERVICE et al. 1973, 300). Die Zusammengesetztheit der Opfer­handlung — das gleichzeitige blutige und unblutige Opfer, die Schlachtung von mehrerlei Tierarten und das Trankopfer — verstärkt die Annahme eines großen zentral-gemeinschaftlichen Opfers. 2. Es ist schwieriger, die heute nur mehr als Streufunde geltenden Tierknochen aus dem oberen Teil der Grube zu bewerten. Diese sind ein Schaf­schädel, Extremitäten und Schädelteile von mehre­ren Rindern und Schädel- und Beinbruchstücke mehrerer Schweine. Die Lage dieser Funde wurde im Laufe der Freilegung nicht beobachtet, so ste­hen diese leider ohne archäologische Zusammen­hänge und darum kann man aus ihnen nur vor­sichtige Schlüsse ziehen. Die Bedeutung der Rindopfer analysierten wir schon früher, jetzt se­hen wir davon ab. Es bleibt noch der Schädel eines Schafes. Mit Rücksicht auf den kultischen Cha­rakter der Grube kann man aussagen, daß es weder in der Kupferzeit als rezenter Abfall noch sekundär mit den neolithischen Scherben zufällig in die Füllerde der Grube gelangen konnte. Nach dem Aushub der Grube — wie es oben zu sehen war — wurde zuerst ein großes, gemein­schaftliches Opfer dargebracht. Später wurde ein Teil des Objektes zugeschüttet, dabei veränderte sich auch ihre Form. Vor allem verschwand der als Erdaltar funktionierende untere Teil, und ob cs später ersetzt wurde oder nicht, kann man heute nicht mehr aufhellen. Davon könnte die Grube noch als eine Opferstelle dienen. Die weiteren Tierknochen und die im Grabungsprotokoll er­wähnte geschichtete Einfüllung weisen auf neue Opferungen hin, aber zur Bestimmung deren ge­nauen Charakter verfügen wir über keine ausrei­chenden Angaben. Soviel ist jedoch anzunehmen, daß der Charakter der einander folgenden Opfer nicht vollkommen identisch war. 130 Die Verbindimg des Stieres und der größten Götter wurde schon mehrmals erörtert, aber wir können auch an die zwischen der durch ein weibliches Idol dargestellten Fruchtbarkeit und den Stiersymbolen bestandenen Zusammenhänge denken.

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