A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 7. (Szeged, 2001)
HORVÁTH, László András: Az őskori kultuszgödrök értelmezésének lehetőségei
4. SCHLUß (EXKURS) Zum Schluß möchten wir noch auf einen Zusammenhang aufmerksam machen: Im Laufe unserer Untersuchung stießen wir auf mehrere kulturelle Elemente, die uns zu den Mythologien des östlichen Mittelmeerraumes führten, wo die analysierten mythoepischen Elemente häufig eine Hauptrolle spielten. Die Kultur, in der die Opfergrube von Csongrád-Bokros entstand, knüpfte sich durch zahlreiche Fäden an die vom Karpatenbecken südlich liegenden Gebiete. Nach einer jüngst durchgeführten Analyse wurde es klar, daß die Protoboleráz-Kultur in der Ungarischen Tiefebene, wozu auch die Grube von Csongrád-Bokros, Bokrospuszta gehörte, mit der Wende der ersten und zweiten Phase der ägäi sehen Frühbronzezeit gleichzeitig lebte. 131 All dies beachtend und mit den Angaben unserer Analyse vergleichend können wir den Schluß ziehen, daß zahlreiche mythoepische Elemente in der Kupferzeit des Karpatenbeckens bzw. des Balkans vorhanden waren, die später die Grundelemente der Religionen"des Balkans, Anatoliens, Syriens und Mesopotamiens bildeten. 132 Nehmen wir noch in Betracht, daß die Geschichte der Mythologien eine Reihe von ständigen Veränderungen und Umgestaltungen ist, die auch von den geschichtlichen Ereignissen und Wandlungen nicht unabhängig waren, und das, daß man meistens nur den letzten, auch schriftlich überlieferten Zustand kennt. Aufgrund der, von der Archäologie gelieferten religionsgeschichtlichen Angaben ist es offensichtlich, daß wir auch mit zahlreichen früheren Zuständen und Varianten rechnen müssen. Die Wurzeln können auch in unserem konkreten Fall von der Kupferzeit viel weiter, mindestens bis zum Neolithikum, aber manchmal bis zum Paläolithikum zurückgeführt werden. Wir gehen vielleicht nicht fehl, wenn wir feststellen, daß die ersten, schon nachweisbaren Keime der ägäischen und kleinasiatischen Religionen sowohl von ideologischem als auch ethnischem Gesichtspunkt aus irgendwo im mitteleuropäischen und/oder balkanischen Raum gesucht werden müssen. Im Falle der Kultgrube von Csongrád-Bokros stehen wir aber einer der frühesten Äußerungen der erwähnten ostmediterranen Religionen gegenüber. Bei der Untersuchung des späteren Zustandes dieser Religionen müssen wir unbedingt mit der Existenz der oben erwähnten religiösen Elemente rechnen. Ohne deren Kenntnis und weitere gründliche Analyse können wir sie ebenfalls nicht verstehen. Wie darauf einleitend schon hingewiesen wurde, versuchten wir die archäologischen Angaben eines kupferzeitlichen Kultobjektes ausführlich zu analysieren. Wir konnten und wollten auch nicht „endgültige" Lösungen bieten, dazu lieferten unter anderen die unzureichenden Angaben keinen Grund. Zur Erkenntnis der urzeitlichen Religionen und Kulte braucht man noch sehr viel Arbeit, gute Beobachtungen und noch gründlichere Analysen. Mit der vorliegenden Arbeit wollten wir dazu beitragen. 133 Übersetzt von Katalin H. SIMON und László András HORVÁTH 131 Horváth, L. A.: Die relativchronologische Position des Protoboleráz-Horizontes aufgrund seiner südlichen Komponenten. Vortrag an der internationalen archäologischen Konferenz in Mangalia, Oktober 1999. 132 Da denken wir unter anderen an den in der vorliegenden Arbeit mehrmals erwähnten Demeter-Kore-Mythos, der eindeutig die mythologische Äußerung der sich regelmäßig wechselnden Jahreszeiten ist. Es ist klar, daß dieser Mythos aus klimatischen Gründen in Griechenland nicht eitstehen konnte. Dagegen waren der mittlere Balkan oder das Karpatenbecken günstige Gebiete dafür. 133 Auch diesmal bedanken wir uns bei der Lektorin Eszter Bànffy fiir ihre Arbeit.