A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 7. (Szeged, 2001)

HORVÁTH, László András: Az őskori kultuszgödrök értelmezésének lehetőségei

Neugeburt (LÁNG 1979, 390). Ihre bunte, auf Sym­bolen fußende Ideenwelt machte aber ohne wei­teres möglich, daß die Opfer einander ersetzten: Die Aufopferung des Menschen wurde durch die eines Tiers abgelöst, oder die Fruchtbarkeit der Pflanzen mit blutigen Opfern befördert. Zu den in der vorliegenden Arbeit analysierten religionsgeschichtlichen Elementen wurden zahl­reiche urzeitliche und antike Beispiele von den für uns zur Verfügung stehenden Angaben aufgezählt. Die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse scheint vor den Schlußfolgerungen nützlich zu sein. Die Analyse der in der Grube gefundenen Funde besteht aus zwei Teilen: 1. Die kupferzeitliche Opferstelle (Objekt 34) von Csongrád-Bokros steht formal dem Grube 34-34A genannten Objekt von Szigetcsép sowohl in chronologischer (Badener Kultur) als auch in forma­ler Hinsicht (Form der Grube, gemeinsame Aufop­ferung des Rindes und Schweines) am nächsten. Unsere Kultgrube muß aber nicht nur aus for­malen, sondern auch aus inhaltlichen Gründen von den Tierbestattungen des Badener Horizontes streng abgetrennt werden. 126 Unsere Lage ist betreffs der für geschlossen und authentisch haltbaren Fundumstände des im unteren Teil der Grube 34 vorgekommenen Fundkomplexes verhältnismäßig leicht. Wie wir aufgrund unserer Beispiele sahen, können sich die in unserer Grube gefundenen Tiere (Schwein und Rind) die unter der Erde ausgeführte Zeremonie, blutiges Opfer, die Schädel und die Libation auch einzeln, aber zu­sammen noch mehr z. B. an den Totenkult knüpfen. Diese Möglichkeit schloßen wir aber sowohl wegen des Mangels an kupferzeitlichen Bestattungen an Ort und Stelle als auch wegen der unterschiedlichen Äußerlichkeiten — andere Form der Grube, ab­weichende Requisiten usw. — schon anfänglich aus. Da dieses Objekt in keinerlei Form zu einem Gebäude gehört, müssen wir die Möglichkeit eines Bau- und wegen der angenommenen Wiederholung der hiesigen Opferhandlungen die eines Grün­dungsopfers ablehnen. 127 Fast alle hier beobachteten und analysierten kultischen Elemente sind dagegen bei den Frucht­barkeitskulten zu finden. Das ist aber, eben ihrer Allgemeinheit halber noch wenig, etwas Genaues sagen zu können, da sich die Mehrheit der Lir­zeitlichen Kulte direkt oder indirekt mit dem Be­griff der Stärke, Fruchtbarkeit oder der Gesundheit verknüpt. Darum braucht dies letztes noch eine ausführliche Darlegung: Bei der Behandlung der Schweineopfer erör­terten wir die für Demeter dargebrachten Opfer. In Hinsicht der Wertung der Opfergrube von Csong­rád-Bokros ist aber nicht unbedeutend, daß man der Göttin der Landwirtschaft, die auch Schutz­göttin der Schafe war, auch Rinder opferte (PAUSA­NIAS II, 35, 7). 12X Auch das konnten wir schon bemerken, wie stark sich Demeter durch die Schweineopfer mit dem Getreidekult verknüpfte. Das ist kein vereinzelter Fall in der griechischen Mythologie, weil Ähnliches auch in Beziehung mit den syrischen Fruchtbarkeitsgöttern — Dagan und Ilu — bzw. mit, mit dem Kumarbi identifizierten Enlil überliefert wurde (HAAS 1982, 332-333). Der letzterwähnte Gott wird in den hethtischen Quellen d NISABA oder d Halki „Getreide" erwähnt (TO­KAREV 1988,1. 510). Daraus ist die enge Verbindung der Begriffe Schwein-Getreide-Fruchtbarkeit gut abzuleiten, die wir bezüglich der Analyse unserer Kultgrube nicht außer acht lassen können. Diese Gedankenreihe können wir mit der Wiederholung der Tatsache abschließen, nach der für manche Götter, unter anderen für Demeter Chtonia, fast ausschließlich in Grube geopfert wurde. 129 Es wurde schon früher erwähnt, welche Gründe und Komponenten der Zerstückelung der Opfer­tiere hatte. Davon erwies sich die Neugeburt aus den Körperteilen als der wichtigste Zug. Der sym­bolische Tod des aufgeopferten Tieres befördert die allgemeine Neugeburt der Natur. Die Neugeburt 126 Badener Kultur: BANNER 1956, 206-209; BEHRENS 1963; BEHRENS 1964, 19; VÖRÖS 1979, 24; KŐVÁRI 1985; ArchErt (1961) 284-285 — Oroshúza-Bónum; H ÁRKAI 2000. 2. kép 3). Weitere Beispiele in der Salzmünder Gruppe und Kugelamphoren- und Schnurkeramikkultur (BEHRENS 1964, 34, 38, 40-43). 127 Gründungopfer pflegt man bei der Besiedlung einer neuen Siedelstätte darzubringen. Darüber ausführlich mit weiteren reichen Beispielen siehe: MAKKAY 1988, 11-12 und Fußnote 35! 128 Auf die Verknüpfung von Demeter und der Stierkulte wiesen wir schon früher hin. Siehe das Kapitel über die Rinder! 129 Demeter war eine der uraltesten Göttinnen der Griechen. In der Mythologie und auf ihren Darstellungen bewahrte sie die wesentlichen Züge der großen Muttergöttin, die seit dem Frühneolithikum in einem reichen Formenvielfalt nachzuweisen ist. Zusammenfassend s . MAKKAY 1962, 20-21!

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