A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1984/85-2. A népvándorláskor fiatal kutatóinak szentesi találkozóján elhangzott előadások. (Szeged, 1991)
Somogyi Péter: Lábbeli veretek a Délorosz sztyeppről
BESCHLAGE DER FUßBEKLEIDUNG AUS DER SUDRUSSISCHEN STEPPE Somogyi Péter Unter der völkerwanderungszeitlichen Denkmälern aus der südrussischen Steppe läßt sich die Hinterlassenschaft der Reiterhirten aus dem 6. Jahrhundert schon relativ sicher bestimmen. Wegen der identischen Bestattungssitten gehören diese Gräberfunde demselben Kulturkreis an, dessen Blütezeit die Grabbeigaben, vor allem die gegossenen Maskenbeschläge in das 6, Jahrhundert datieren. Die bisher bekannten Fundstellen bilden drei geographische Gruppen: die pontische, die wolgaische und die kubanische. Eines der gemeinsamen Merkmale sind die an Fuß- und Knöchelgegend freigelegten Maskenbeschläge und Schnallen, die auf eine ähnliche Fußbekleidung hinweisen. Aus den von mir bekannten und aufgenommenen neun Bestattungen mit solchen Beschlägen geht hervor, daß diese die Teile einer Garnitur einheitlicher Struktur sind. Die Befunde, die Beschlagtypen und nicht zuletzt die aus einer der Bestattungen glücklicherweise erhalten gebliebenen Riemenreste zeugen eindeutig davon, daß diese Schnallen und Beschläge nicht unmittelbar an der Fußbekleidung, sondern an deren Riemen befestigt waren. Mit diesen Riemen wurde das Schuhwerk, entweder nur beim Knöchel oder sowohl am Knöchel als auch beim Rist, am Fuß fixiert. Sowohl aus der Skythenzeit als auch aus der Völkerwanderungszeit gibt es Darstellungen über die Steppenvölker, die gut zeigen, daß dieses auf Grund der Funde und Befunde rekonstruierbare Reimenwerk zum Fixieren eines aus weichem Material gefertigten Stiefels diente. Auch die aus der Hunnenzeit gut bekannten Schnallen der Fußbekleidung können wohl auf den Gebrauch von Stiefeln mit ähnlichem Riemenwerk hinweisen, obwohl hier die Schnallen nur selten mit Riemenzungen und mit anderen Beschlägen vorkommen. Das läßt sich durch eine andere Art von Riemenwerk oder durch einen ganz anderen Typ des Schuhwerkes am besten erklären. Auch unter den frühawarenzeitlichen Denkmälern des Karpatenbeckens gibt es Hinweise auf die Existenz dieser Tracht. Solche Befunde und Funde sind mir aus zwei frühawarenzeitlichen Gräberfeldern bekannt. Die Schnallen und die Riemenzungen von Budakalász zeugen, in Einklang mit anderen freigelegten Gegenständen westlicher Provenienz, eher von der Übernahme des gut bekannten merowingisch-alemannisch-bayrischen Schnallenschuhs. Aber im Grab i von Szegvár-Oromdűlő findet sich die genaue Analogie zu den aus der südrussischen Steppe nachgewiesenen Garnituren. Sogar die Beschlagtypen stimmen überein, da der Riemen auch hier mit Maskenbeschlägen verziert wurde. Aber dem Zeitalter und der historischen Umgebung entsprechend wurden diese Beschläge schon in Preßtechnik hergestellt. Die Übereinstimmung der Garnituren ist kein Zufall. Das Vorhandensein dieser Stiefeltracht unter dem frühawarenzeitlichen Material ist ein weiterer Beitrag, über die Maskenbeschläge und die partiellen Pferdebestattungen hinaus, zur Bestimmung der archäologischen Hinterlassenschaft solcher Volksgruppen, die gemeinsam mit den Awaren aus der südrussischen Steppe ins Karpatenbecken gelangten. 124 \