A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1976/66-1. (Szeged, 1978)
Hegedűs, Katalin. Der Tumulus mit dem Grubengrab von Szentes-Besenyőhalom
DER TUMULUS MIT DEM GRUBENGRAB VON SZENTES— BESENYÖHALOM KATALIN HEGEDŰS (Szentes, Koszta-József-Museum) 5 km von Szentes, in NO —Richtung, wo sich die Gemarkungen von Nagynyomás und Szent-László treffen, gegenüber vom Nagyhegy, an der rechten Seite der nach Kunszentmárton und Szarvas führenden Landstrasse liegt der Tumulus von Besenyő. Der 3,2 m hohe Grabhügel von 52 m Durchmesser findet sich am Rand des Hochufers, das das Überschwemmungsgebiet von Vekerlapos begleitet (Abb. 1). Die ursprüngliche Grösse und Form des Hügels können infolge der Gesamtwirkung der natürlichen Erosion bzw. der die Hügelform stark modifizierenden Bodenbearbeitung heute nicht mehr eindeutig rekonstruiert werden. FORSCHUNGSGESCHICHTE Der Hügel Besenyőhalom ist zuerst in der aus dem 18. Jh. in der Form einer Handschrift auf uns gebliebenen sog. Petrák-Chronik von Szentes erwähnt. Die 55 Seiten starke, in naiver Betrachtungsweise verfasste historische Arbeit umfasst „Von den ältesten Zeiten die Geschichten, Überschwemmungen, Pest, Erderschütterung, reiche Ernte und Dürre, die Namen der in ihrer Gemarkung gewesenen untergangenen Ortschaften und ihren von den Türken verursachten Verfall, vom Jahre 1736 an die Namen der Richter der Stadt Szentes". 1 Über Besenyőhalom finden wir folgendes in der Petrák-Chronik: „In der Stadt Szentes wurden im Jahre 1566 aus Angst vor den Türken sämtliche Schätze und Schriften des Kapitels von Órod nach Zent László gebracht, da Zent László dem Kapitel von Órod gehörte und sie wurden in der Gemarkung von Zent László, in Besenyő in einer Krypta versteckt, die bis heute dort verborgen sind, obwohl von menschlichen Händen der sogenannte Besenyői halom nach dem Fortbestehen durch die mündliche Überlieferung zur heutigen Zeit beinahe bis zum Grund ausgegraben wurde, aber man hat ausser den vielen Knochen nichts anderes gefunden." Der erste Teil der Anführung, der über die Verbergung der Schätze und des Archivs des Kapitels von Órod berichtet, ist wahrscheinlich von Volksmärchen inspiriert und es ist fraglich, ob er überhaupt einen historischen Grund hat. Der zweite Teil der Anführung ist als authentisch anzusehen, denn wir haben anlässlich unserer im Jahre 1975 an Ort und Stelle durchgeführten Bergungsgrabung sowohl die Raubgruben der Schatzsucher wie auch die zerstörten bzw. zerpflügten Reste der mittelalterlichen Kirche und ihres Kirchhofes gefunden. 1 Die vom Stiefelmacher F. Petrák begonnene, sodann mehrere Generationen lang von Handwerkermeistern bzw. Landbauern der Stadt Szentes weitergeführte historisch-geographische Chronik war — im 18—19. Jh. — im Kreise der Bewohner von Szentes sehr verbreitet und allgemein beliebt. Die Kopien der Handschrift sind in Szentes in zahlreichen Bruchstücken in den öffentlichen Sammlungen und auch bei Privatpersonen heute noch aufzufinden. Schrifttum s. Zalotay E., Petrák F. krónikája [Die Chronik von F. Petrák], Csongrád Megyei Könyvtár, Szentes 1933. 27