A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1976/66-1. (Szeged, 1978)

Hegedűs, Katalin. Der Tumulus mit dem Grubengrab von Szentes-Besenyőhalom

Die einzige Erwähnung des .Besenyőhalom in der Fachliteratur stammt aus dem Jahre 1878. F. Romer erwähnt unseren Hügel in seiner über die Tumuli des Alföld geschriebenen Zusammenfassung auch dem Namen nach. Sich auf den Brief des Lehrers B. SZÍVÓS aus Szentes berufend, berichtet er darüber, dass in dem östlich von Szentes liegenden Besenyőhalom — einige Jahre früher — die vermorschten Reste eines Pfostenbaues und Menschenknochen gefunden wurden. 2 Am 14. März 1975 wurde dem Koszta-József-Museum zu Szentes gemeldet, dass auf dem Besenyőhalom beim Bodenabtragen menschliche Skelettreste zum Vor­schein gekommen sind. 3 Im Laufe der Lokalbesichtigung haben wir festgestellt, dass durch die maschinelle Erdarbeit an der südlichen Seite des Hügels bloss eine 8x3,5 m grosse Fläche gestört wurde. In den beiden Profilen des mit einem Bulldozer zur Bo­dengewinnung eröffneten Grabens waren in 70 cm Tiefe menschliche Skelettreste zu sehen. Durch das Tiefpflügen waren diese О —W orientierten, in geringer Tiefe liegen­den, beigabenlosen — vermutlich mittelalterlichen — Gräber gestört, die Knochen lagen nicht in anatomischer Ordnung. DIE BERGUNGSGRABUNG VON BESENYŐHALOM Die Erschliessung begann am 17. März 1975 und hielt 5 Wochen lang an, ihre Kosten wurden vom Direktorat der Museen des Komitats Csongrád getragen. Den 3,20 m hohen Hügel von 52 m Durchmesser haben wir mit einem Bulldozer in seiner vorausgesetzten Achse durchgeschnitten. Die Orientierung war dadurch erschwert, dass der NW —Rand des Grabhügels — etwa 1/5 der Gesamtmenge — beim Bau der Landstrasse Szentes—Kunszentmárton abgeschnitten und die Erde des abgeschnittenen Teiles wahrscheinlich zur Gründung der Strasse benutzt wurde. Die Richtung des von der Maschine gezogenen Grabens war SW 52', seine Breite stimmte mit der des Planierschildes überein, betrug also 3,5 m. In der Mitte des Hügels haben wir an der der Landstrasse zu fallenden Seite des maschinell gewonnenen Grabens eine 4x4 m grosse Fläche (I. Fläche) ausgesteckt, die wir später mit einer 2x4 m gros­sen Aussparung erweitert haben. Diese neue Fläche behielten wir als Bank zur Erd­aufschüttung bei. Zur I. Fläche Hessen wir in N—Richtung später noch 4 Suchgräben anschliessen (Abb. 2). In der N—Ecke der I. Fläche haben wir — in beiden Profilen — Spuren von mittelalterlichen Mauerresten und gestampften Lehmboden beobachtet. Auf Grund der Fundamentierungstechnik — wobei auf je eine Reihe des gestampften Lehmes abwechselnd eine Ziegelreihe gemauert war —, haben wir die Reste der zum Teil abgebauten Mauern einer kleinen, einschiffigen árpádenzeitlichen Kirche mit Lehmfundament gefunden, namentlich den Beginn des linken Siegesbogens und einen Teil der nördlichen Seitenmauer. An der Stelle des halbbögigen Chorabschlus­ses zeigten sich bloss die Reste einer herausgenommenen Mauer. Die W —Schluss­mauer bzw. S —Seitenmauer der Kirche haben wir nicht gefunden, die in der Mitte des Hügels wahrgenommenen, bis 3—5 m Tiefe reichenden Raubgruben haben diese Mauern sowie die Gräber des Friedhofes um die Kirche völlig zerstört. Schon in den ersten Tagen der Erschliessung ist uns aufgefallen, dass in die Auf­schüttungserde des Hügels Gefässfragmente unserer ältesten jungsteinzeitlichen Kul­tur — der Körös-Kultur — bzw. sonstiges, charakteristisches Siedlungsmaterial, 2 Römer, F., Résultats généraux du mouvement archéologiqne en Hongrie... Compte-Rendu. Sec. Vol. I. Partie, Bpest. 1878. 131. 3 Der Fund wurde vom Tierarzt Dr. F. Istenes zu Szentes und von G. Hegedűs, dem Obera­gronom der LPG Árpád angemeldet. 28

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