A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1964-65. 2. (Szeged, 1966)

Gazdapusztai, Gyula: Zur Frage der Verbretiung der sogenannten „Ockergräberkultur” in Ungarn

tragenen Hügel neolithische Scherben befinden, und er kam zur Folgerung,, dass die Hügel aus der aufgewühlten Kulturschicht einer neolithischen Siedlung aufgetragen wurden, das heisst, die Scherben sind hier in Sekundärlage. Meine Ter­rainbesichtigung in Jahre 1962, welche grösstenteils die von J. Korek beobachteten und beinahe völlig abgetragenen Hügel betraf, und sich ausserdem auf die Besichti­gung eineger beim Pflügen aufgewühlten Hügel erstreckte, sowie die Ausgrabungs­arbeiten unseres Instituts und des Déri-Museum in den Jahren 1963 und 1964, bestätigten diese Beobachtung. Im Jahre 1963 führten wir Ausgrabungen auf dem Gebiet des ehemaligen, heute schon fast bis auf seine Basis abgetragenen Faluvég— Hügels durch, so, dass wir durch das Vierteilen des Hügelrestes, den die Erdarbeiter absichtlich unberührt Hessen, um daran die verrichtete Arbeit abmessen zu können^ auch für die Grundstratigraphie des Hügels Belege sammeln konnten. Das Ergebnis war, obwohl es die Freilegung der Grundbestattungsstätte nicht bedeutet hatte, dass in der aufgetragenen Erde des Faluvég—Hügels eine ganze Menge von Funden zum Vorschein kam, welche für die Kultur der Alföld—Linearkeramik kennzeich­nend ist. Daneben fanden wir in und unter der ursprünglichen Humusschicht auch die neolithische Kulturschicht, die neben Gefässmaterial der erwähnten Kultur auch Tierknochen und Strohlehmbrüche enthielt. Wir müssen bemerken, dass wir um den Faluvég—Hügel herum auf einem Gebiet von einigen Hundert Quadrat­metern zahlreiche Scherben ähnlichen Alters fanden. Das bedeutet also nichts anderes, als dass das Hügelvolk die neolithische Kulturschicht der Umgebung nebst der Erde zu einem Hügel aufgeschichtet hatte und die schon damals mit Humus gedeckte Schicht unter den Hügel geriet. Wir müssen also in den Hügelgräbern mit zweierlei neolithischen Materialien rechnen: a) Mit einer Kulturschicht in Primärlage, die zur Zeit des Hügelbaus abgedeckt wurde und b) mit einem aufgetragenen Scherbenmaterial. Diese haben aber mit den Bestattungen nicht zu tun, sie geben nur das „datum postquem" der Entstehung der Hügel zwischen weiten Grenzen an. Im Jahre 1964 fingen wir auch mit der Ausgrabung des Bajnok—Hügels an. Da es sich hier aber im Grunde genommen um einen unberührten Hügel handelte, konnten wir nicht bis zu seiner Basis gelangen. Es scheint aber wesentlich zu sein, dass sich auf dem Gipfel des Hügels ein landnahmezeitliches Kinderskelett befand und dass aus der Erde des Hügels zahlreiches urzeitliches Scherbenmaterial zum Vor­schein kam. Auch dieses Material vertritt die Variante der Alföld—Linearkeramik, und wir konnten auch hier, wie im Falle des Faluvég—Hügels zahlreiche Funde von der Oberschicht sammeln. Die Fachliteratur führt den Bajnok—Hügel, in dem L. Zoltay menschliche und tierische Knochen und Scherbenbrüche „auf einem Haufen" fand, als einen ausgegrabenen Fundort des sog. Ockergräberkreises in Evidenz. Unsere Ausgrabungsarbeit hat uns davon nicht überzeugt, dass L. Zoltay bis zur Basis vorgedrungen sei, in der Tiefe von 1,9—2 m, wo wir den Ausgrabungsarbeiten aufhören mussten, fanden wir den Grund des von ihm gezogenen Forschungsgrabens oder den seines Versuchschachtes, es ist aber offensichtlich, dass uns noch mindestens im von der Basis trennt. Da unsere Ausgrabungsarbeiten im Jahre 1964 sich nicht auf das Gebiet des Hügels erstreckten, ist es nicht ausgeschlossen, dans unser Vor­gänger anderorts in grössere Tiefe vorgedrungen war. Unsere obigen Beobachtungen ergänzen günstig die Einsicht von J. Korek und es scheint, dass wir die Frage der neolithischen Beziehungen der sog. ockergrab­haltigen Hügel von der Tagesordnung nehmen können, auch dann, wenn keine anderen überzeugenden Argumente zur Verfügung stünden. Unsere Ausgrabungs 34

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