A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1964-65. 2. (Szeged, 1966)

Gazdapusztai, Gyula: Zur Frage der Verbretiung der sogenannten „Ockergräberkultur” in Ungarn

der sowohl von ihm als auch von anderen Forschern falsch angegebenen Chronologie beeinfiusst (Banner, Dolg. 1927). So können wir den heutigen Standpunkt der Forschungen zusammenfassen. Kó'szegis Abhandlung aber, wie schon erwähnt, enthält solche Momente, die der Forscher als offene Fragen betrachten kann und deren Lösung eine breite Skala der Möglichkeiten freigibt: /. Die Verbereitung der sog. Ockergräber, ihre Zahl und ihre neuere Funde. 2. Die Einheitlichkeit der „Ockerbestattungsart". 3. Der Ursprung, die Chronologie und die Periodisierung der frühen Ocker­gräberfunde. Die heimische Forschung konzentriert die Verbreitung der sog. Ockergräber­funde auf einen verhältnismässig engen Kreis, nämlich auf den nordöstlichen Teil der Grossen Tiefebene (auf das Komitat Szabolcs—Szatmár, auf den Hortobágy und auf den nordöstlichen Teil des Komitats Szolnok). Zugleich aber rechnete man neben den 16 Hügelgräbern auch die übrigen Hügel des erwähnten Landesteiles ebenfall zu diesem Kreis. Wir dürfen aber auch nicht verschweigen, dass wir sowohl im süd­östlichen Teil des Komitats Szolnok als auch in den Komitaten Békés und Csong­rád, wo man schon am Ende des letzten Jahrhunderts mehrere Hundert Hügel in Evidenz führte, den Hortobágyern (im Grunde genommen müssen wiruns auf diese berufen, weil sie am besten beobachtet wurden) ganz ähnliche Hügelgräber finden. Ihre Erferschung ging nicht in dem Masse vor sich, wie die der Materialien der nord­östlichen Gebiete. Es kann also nicht für ausgeschlossen gehalten werden, dass ein guter Teil der Hügelgräber dieser Gebieteebenfalls zu diesem Kreis gerechnet werden kann. Ihre Erforschung müssen wir schon einmal, wenn wir zu diesem Forschungen eine ernste Möglichkeit und Fundierung haben werden, in die Reihe unserer Pläne aufnehmen. So können wir also das Verbreitungsgebiet dieser frühen Hügelgräber­gruppe weiter auf die ganze Gegend links der Theiss ausbreiten, sogar, es scheint auf Grund des von Katalin Nagy in der Ungebung von Csongrád freigelegten Gra­bes, welches seinem Ritus nach völlig zu unserem Kreis gehört, auch nicht unwahr­scheinlich zu sein, dass wir auch auf dem Gebiet zwischen der Theiss und der Donau ebenfalls auf solche stossen werden. All das in Rücksicht genommen kann der Kreis viel breiter gezogen werden, worin die Denkmäler des frühen Hügelvolkes zu finden sind. In nicht geringem Masse wird der Forscher der Hügelgräber, genauer gesagt der Ockergräber durch den Umstand gestört, dass die bisher bekannten Funde, mit Ausnahme des Kárhozott—Hügels von Balmazújváros, der von J. Csalog muster­haft ausgegraben und veröffentlicht wurde, von Ausgrabungen vom Anfang des Jahr­hunderts stammen, deren Leiter meist für Dilettanten gehalten werden können. Auch die von L. Zoltay ausgegrabenen Hortobágyer Hügel bilden hier keine Ausnahme, davon abgesehen, dass der Genannte mit Recht für den Bahnbrecher der heimischen Hügelerforschung gehalten werden kann, wir dürfen seinem Andenken |in dieser Hinsicht nur Hochachtung entgegenbringen. Der Wert seiner Beobachtungen, der aus dem Nachteil seiner sog. Mittelschachts — oder Mittelgrabes — méthode folgte, ist schon stark bestreitbar. So sprach János Banner vom neolithischen Charakter der Ockergräber, den die neolithischen Gefässe und Feuerbänke (?) zweifellos verstörten, die L. Zoltay in manchen Gräbern gefunden zu haben dachte und die er als Beigabe der Bestattungen behandelt und veröffentlicht hatte. J. Korek machte uns bei seiner Terrainbesichtigung auf dem Hortobágy darauf aufmerksam, dass sich in der von ihm untersuchten aufgeschichteten Erde der grösstenteils 3 A Móra F. Múzeum évkönyve IT. 33

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