Nagy Gyula: A múzeum szolgálatában (A Békés Megyei Múzeumok Közleményei 10. Békéscsaba, 1986)
Am 16. November 1911 bin ich geboren in Orosháza, einer kleinen Stadt der Ungarischen Tiefebene. Arm waren meine Eltern, mein Vater starb im ersten Weltkrieg. Mit der materiellen Unterstützung meiner Lehrer absolvierte ich im Jahre 1932 die Lehrerbildungspräparandie. Zur Zeit der Welt-Wirtschaftskriese bekam ich vier Jahre lang keine Arbeit. Im Jahre 1936 erhielt ich eine Lehrerstelle in meiner Geburtsstadt. In meiner Schule gründete ich ein kleines Museum. Nach dem Krieg, im Jahre 1945 organisierte ich das Orosházaer Stadtmuseum. Im Jahre 1950 wurden die Musseen in Staatsverwaltung übernommen. Seitdem unterrichtete ich nich mehr, ich wurde Direktor des Museums. Ein guter Ethnograph zu werden trachtete ich. Anfangs redigierte ich Studienbände. Auf Grund drei Jahrzehnte dauernder systematischer Lokalsammlung schrieb ich das Hauptwerk meines Lebens, den Ackerbau, die Viehzucht, und das Bauernleben in der Puszta von Vásárhely. Vom Anfang sammelte ich fleissig auch die musealischen Gegenstände. Inzwischen erlernte ich auch die Bearbeitung der Gegenstände. In den geordneten Lagern des Orosházaer Museums sind jetzt nahe 15 000 museale Gegenstände. Auch die allgemeine Bildung vernachlässigte ich nicht. In den 5 Räumen des Erdgeschosses ist eine lehrreiche ortsgeschichtliche Ausstellung zu sehen mit dem Titel: „Das Leben von acht Generationen in Orosháza". In den vier Räumen des Obergeschosses sind jährliech 5—6 periodische Ausstellungen zu sehen. Im I. Kapitel dieses Buches veranschauliche ich, wie ich meine Fachkenntnisse erwarb und mit wem ich mein Wissen während der Jahrzehnte geteilt habe. Am Anfang meiner Laufbahn erlernte ich in Gesprächen, in gemeinsamer Arbeit mit Fachmännern von allgemeinem Ruf, den Professoren: Adalbert Gunda, Iwan Balassa, Ladislaus K. Kovács, Stefan Kiss, sowie im zehn wöchigen Unterricht, den ich im Budapester Ethnographischen Museum erhalten habe, die im Museum zu verrichtenden wichtigsten Arbeiten. Inzwischen lernte ich, die in der Nähe von Orosháza liegende Puszta von Vásárhely kennen, die für die Forschung sehr geeignet war, und wohin ich Jahrzehnte lang hinausfuhr. In der Puszta arbeitete ich mit vielen Bauern, und schloss mit ihnen Fruendschaft. Viele von ihnen sind meine Mitarbeiter geworden. Dort bildete ich meine Arbeitsmethode aus. Als ich das erforderliche Wissen, und die nötige Erfahrung schon erworben habe, trachtete ich dieselben auch mit anderen zu teilen. Aus den Freunden meines Museums, meinen äusseren Mitarbeitern sind mehrere nahmhafte Fachmänner geworden. Das 2. Kapitel bespricht mein themensuchendes Bemühen. In der ersten Zeit konnte ich nicht entscheiden, auf welchem Gebiet der Ethnographie ich arbeiten soll; aber als ich im naheliegenden Szarvas die typische, mit Pferdekraft noch arbeitende Zugmühe erblickte, entschloss ich mich alle solche Mühlen Ungarns zu untersuchen. Über das ausführliche Studium 3, solcher Mühlen berichte ich. — In unserer Stadt werden für Hochzeiten Feste, aus Teig geflochtene runde, sogenannte „kulcsos" — Kuchen gebac202