Ujváry Zoltán: Kultusz, színjáték, hiedelem (Miskolc, 2007)

Játék és maszk. Dramatikus népszokások I.

als die Ähnlichkeit, und die Beziehung zwischen den drei maskierten Gestalten ist von der Funktion her weitaus weniger eindeutig. Die Tötung, der Tod und die Auferstehung der Turca decken die ausserordentiich umfassenden, vielschichtigen und auf ehemalige Kulte hinweisenden Probleme dieses Brauches auf. Aufgrund des Zeitpunktes, zu dem die terminologischen Übereinstimmungen und Unterschiede, der Bericht, die Erscheinungsarten und der Brauch vorgestellt werden, sowie des weiteren anhand ethnisch-historischer Gründe bin ich in Verbindung mit den teriomorphen Masken des rumänischen Turca-Typs der Ansicht, dass der Name Turca nicht in die rumänischen Gebiete ausserhalb des Karpatenbeckens gelangt ist, und somit in Bezug auf die Benennung die interethnischen Beziehungen innerhalb des Karpatenbeckens zu suchen sind. Auffallend ist jedoch, dass von Siebenbürgen aus in westlicher oder nördlicher Richtung auf dem Gebiet des Karpatenbeckens, in Transdanubien und in der Grossen Ungarischen Tiefebene in der ungarischen Volkssprache der Name Turca völlig unbekannt ist, und ebenso unbekannt ist er in der ukrainischen Volkstradition am Fusse der Karpaten. Weiter entfernt sind jedoch die Varianten des Namen Turca mit einer sich auf die teriomorphen Masken beziehenden bedeutenden Tradition auf slowakischem und polnischem Gebiet weit bekannt. Infolge der interethnischen Kontakte haben die sich an die rumänischen, slowakischen und polnischen Traditionen anknüpfenden Turca-, Turon- und iCo^a-Masken an zahlreichen Stellen miteinander verbunden, und sie spiegeln die seit vielen Jahrhunderten zwischen den Völkern des Karpatenbeckens bestehenden Beziehungen gut wider. Um jedoch die tiefer greifenden historischen und ethnologischen Wurzeln dieser Beziehungen aufzudecken, müssen wir jene Migrations-, Kolonisation- und Assimilationsprozesse ergründen, in deren Hintergrund die teriomorphen Masken vom Typ Turca — Turon — Ko%a als Kulturdenkmal der verschiedenen Ethnika bis auf den heutigen Tag im Gebiet des Karpatenbeckens erhaltengeblieben sind. Was die ungarischen Tiermasken angeht, so liefern die mit dem Pferd verbundenen Erscheinungsformen, Glaubensarten und kultischen Handlungen die meisten noch auf eine Antwort wartenden Fragen. Lange Zeit hatte es den Anschein, als ob die Vermummung als Pferd in der ungarischen Volkstradition nicht von grosser Bedeutung ist, und ihr verstreutes Vorkommen eine Übernahme von den benachbarten Völkern bedeutet. Während der in den vergangenen ein bis anderthalb Jahrzehnten durchgeführten Forschungsarbeit an Ort und Stelle konnte — ebenso wie für andere Tiermasken - in Bezug auf die Vermummung als Pferd ergiebiges und reiches Material aufgedeckt werden, welches das Pferd in die Reihe der beliebtesten teriomorphen Masken in Ungarn aufrücken Hess. Von Siebenbürgen über die Grosse Ungarische Tiefebene bis hin nach Transdanubien ist die dramatische Volkstradition um das Pferd auf dem gesamten ungarischen Sprachgebiet miteinander verbunden. Im Osten des Landes kommen die Spiele mit Pferdemasken in der Faschingszeit und in der Tiefebene vorwiegend bei Hochzeiten vor. In Ungarn sind zwei Haupttypen der Pferdemaske bekannt. Für die eine Darstellung werden zwei junge Burschen, die gebückt hintereinander stehen, mit einer Decke verhüllt, und den Pferdekopf imitiert ein auf einen Stock gehängter irdener Topf. Für den anderen Typ der Pferdedarstellung werden Requisiten verwendet. Der Kopf wird meistens aus Holz geschnitzt und dann auf einem umgekehrten Trog befestigt. In den Boden dieses Trogs ist eine Öffnung für die darstellende Person geschlagen. Die Spiele mit Pferdemasken werfen Fragen in Bezug auf die interethnischen Verbindungen und die Übernahme auf. Obgleich es auf Grund des vorliegenden Materials so scheint, als ob die Pferdemaske in der ungarischen Tradition keine einfache Übernahme von den Nachbarvölkern sein kann, muss man sich dennoch die Fragen der Übernahme stets vor Augen halten. Was die ungarische Tradition anbelangt, so muss im weiteren im Zusammenhang mit liehe vergleichende Analyse der Tiervermummungen bei den Völkern des Karpatenbeckens durchgeführt werden. Unter den Untersuchungen der Tiermasken sind die im Zusammenhang mit dem Bären am unsichersten. Das Vorkommen der Bärenmaske und der Vermummung als Bär in den Bräuchen sowie die Aufführung des Spiels bedeuten bis zum blossen Tatsachenbericht kaum ein Problem. Die Fragen jedoch, ob die Bärenmaske zur alten Kultur des Ungarntums gehört, ob sie tatsächlich mit dem Bären und dem Bärenkult in Verbindung steht, oder ob es sich um eine Übernahme von den Nachbarvölkern handelt, sind bis heute noch nicht vollends geklärt. Für die Maskierung als Bär stehen im gesamten ungarischen Sprachgebiet Angaben zur Verfügung. Der Bär war eine besonders beliebte Gestalt bei den Faschingsspielen. Meistens trat er bei den Umzügen auf, doch er kam auch in selbständigen Szenen in den Zimmerspielen vor. Die Person, die den Bären darstellte, wurde mit Stroh­oder Schilfstricken bewickelt, oder in alte Kleider gesteckt, und eine andere Person führte sie an der Kette. Die einfachste Erklärung für die Bärengestalt in den Bärenspielen zum Fasching wäre, diese auf eine Nachahmung des Tanzbären zurückzuführen. Doch wahrscheinlich ist nicht allein hiervon die Rede. Durch den in der Faschingstradition auftauchenden Zusammenhang der archaischen Elemente und ihre grosse Zahl ist noch nicht bewiesen, dass der Bär eine vollkommen durch Äusserlichkeiten entstandene Variante der Faschingsspiele ist. Und dies umso mehr, als dass die Bärendarstellung in ihren Details ebenfalls weitgehend mit ähnlichen, weiter entfernten europäischen Bräuchen übereinstimmt, an deren archaischen Wurzeln wir nicht zweifeln dürfen. Wenn wir die Traditionen der Bärendarstellung betrachten und diese in den europäischen Brauchkomplex einfügen, dann steht ausser Zweifel,

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