Ujváry Zoltán: Kultusz, színjáték, hiedelem (Miskolc, 2007)
Az agrárkultusz kutatása a magyar és az európai folklórban
eine andere gelangen. Die übernommenen Bräuche und Riten wurden in ihrer neuen Umgebung traditionell und es kann nur mit einer analytischen Untersuchung festgestellt werden, aufgrund welchen Prozesses sie sich entwickelt haben. Mit dem Begriff der Diffusion möchten wir die Erscheinung ausdrücken, bei der die Mythen, Riten und Bräuche aus einer hypothetischen Grundschicht, einem Kult, in die verschiedenen Gebiete des Lebens und der Volkskultur ausströmen. Der Brauch und der Ritus strömen nicht nur zwischen Völkern und Gebieten, sondern auch zuweilen in entgegengesetzter Richtung. Während es sich im ersteren Falle um mehr oder minder formelle Transmissionen handelt, geht es im letzteren um komplizierte Teilungsprozesse, die unter dem Einfluss von inneren Kräften den funktionellen Faktoren entstehen. Im Zusammenhang mit der Adaptation untersuche ich, wie die Bräuche aus der Traditionssphäre der Viehzucht in die der Landwirtschaft gelangen, sowie den Prozess, bei dem ein Brauch oder ein Rit seinen Platz innerhalb der Agrartraditionen wechselt, (z. B. wenn Bräuche im Zusammenhang mit den Getreidearten in die Traditionssphäre des Kartoffelbaus gelangen). In meinen Untersuchungen verflechten sich die Fragen der Adaptation und der Diffusion. Eine gründliche Analyse der Adaptation und der Diffusion erklärt die Schichtung der Agrarüberlieferung, die Endehnung der verschiedenen magischen Handlungen und Bräuche, sowie ihre komplizierten Entwicklungsprozesse innerhalb der Agrarüberlieferungen. Änderungsprozesse der Bräuche und Riten. In der Untersuchung der Funktion von Agrarbräuchen und Agrarmythen bedeuten die Momente der Änderung und Umwandlung eine wichtige Frage. Die Bräuche und Riten dieser Überlieferungen schliessen sich eng der Arbeit und den Arbeitsprozessen an. Die Bräuche und Riten sind als Oberbau eine Funktion der Arbeit und der Agrartätigkeit, und solcherart kann nur die letztere als Ausgangspunkt der Untersuchung gelten. Im engen Zusammenhang zwischen der Arbeit und dem Kult liefert die Änderung der Arbeit und der Arbeitsgeräte die erste Etappe zur Änderung des Kults. Die Änderung der Kultur kann auch von Faktoren gefördert werden, die von der Arbeit unabhängig sind, und den verschiedenen Zweigen der Kultur entspringen. Im Gebiet der Agrarbräuche und Agrarriten müssen wir mit mannigfaltigen Änderungsprozessen rechnen. An diesem Prozess waren die Produktionsmethoden, die Anbautechnik, die bäuerliche Betrachtungsweise und die Entwicklung der Zivilisation beteiligt. Im vorliegenden Abschnitt werden die einschlägigen Fragen eingehend erörtert. Fragen der Migration, sowie der Entlehnung und Verbreitung der Bräuche in der Agrarüberlieferung. Der Abschnitt behandelt die Rolle der landwirtschafdichen Wanderarbeiter im Zusammenhang mit der Verbreitung der Bräuche. Im Falle der periodischen Migration lassen sich die wandernden Personen nicht auf dem Arbeitsplatz nieder, sondern sie kehren zu ihrem Wohnort zurück. Im Zusammenhang mit der Migration der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft stellt sich selbstverständlich auch die Frage der Migration der Agrarbräuche. Die Bräuche und Riten der ungarischen Agrarüberlieferung stimmen mit den Agrarüberlieferungen der mitteleuropäischen und sogar der weiter entfernt lebenden Völker dermassen überein, dass die Tatsache der gegenseitigen Entlehnung unbestreitbar ist. Die Fragen der Endehnung werden über die Rolle der landwirtschaftlichen Wanderarbeiter geprüft. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts war die Migration der Agrararbeiter besonders bedeutend. Vom Gesichtspunkt der Übergabe und Übernahme der Bräuche hebe ich drei grosse Gruppen der Landwirtschaftlichen Wanderarbeiten hervor: 1. Fremde Erntearbeiter und Landarbeiter auf ungarischem Gebiet, 2. Ungarische Landarbeiter auf ungarischem Gebiet, 3. Ungarische Landarbeiter auf fremdem Gebiet. Aufgrund all dessen untersuche ich eingehend die Voraussetzungen und Faktoren der Entlehnung von Bräuchen und Riten, sowie jene Typen derselben, die infolge der Migration von einem Gebiet ins andere gelangen, von den landwirtschafdichen Wanderarbeitern übernommen werden konnten bzw. die jenigen, die die landwirtschaftlichen Wanderarbeiter den Volksüberlieferungen ihres periodischen Arbeitsgebietes entlehnen konnten. Aus den Ergebnissen geht zweifellos eine Rolle der landwirtschaftlichen Wanderarbeiter in der Verbreitung der Agrarbräuche hervor. Fremde Elemente des Agrarkults und der Volksbräuche, sowie siedlungsgeschichtliche Fragen. Die Forscher der ungarischen Volksbräuche behaupteten wiederholt, zahlreiche Elemente und Motive der Volksüberlieferung seien fremder Herkunft. Sie suchten die Verbindungen vor allem in Richtung der slawischen Völker, und betonten, dass Ungartum hätte einen Teil seiner Mythen und Bräuche von den benachbarten slawischen Völkern übernommen. Lange zeit hindurch begnügten sich die Forscher der