Ujváry Zoltán: Kultusz, színjáték, hiedelem (Miskolc, 2007)
Az agrárkultusz kutatása a magyar és az európai folklórban
ungarischen Überlieferung mit dem Nachweisen dieser Verbindungen. In letzter Zeit wurde wiederholt die Idee aufgeworfen, bei der Untersuchung der fremden Beziehungen die siedlungsgeschichtlichen Fragen in den Vordergrund zu stellen. Aufgrund meiner eigenen Forschung und Beobachtungen meine ich, die als slawisch betrachtete Schicht der ungarischen Volksüberlieferung; bzw. ihr wesentlicher Teil sei keine Endehnung, sondern rühre von der madjarisierten slawischen Bevölkerung her. Als Ausgangspunkt der diesbezüglichen Untersuchungen dienen die Siedlungsfragen. Über die Niederlassung von Fremden in ungarischen Gebieten gibt es Angaben bereits seit dem 13. Jahrhundert. Nach dem Ende der Türkenherrschaft, Ende des 17. Jhs. und zu Beginn des 18. Jhs. erfolgte ein besonders kräftiger Anschwung in der Umsiedlung und Niederlassung der benachbarten Fremdvölker. Die Neusiedler wurden in ihrem neuen Wohnort in der Mehrheit der Fälle madjarisiert, bzw. sie wurden in ihrer Sprache vollständig ungarisch. Diesbezügliche Beispiele werden angeführt; ich betone die Wichtigkeit der Untersuchungen der Herkunft der Siedler in der Forschung der Volksüberlieferung. Ungarische Agrarriten und der europäische Agrarkult Der Agrarkult hängt mit der Entwicklung des Ackerbaus eng zusammen. Kennt man die Geschichte des Ackerbaus, so erhält man auch im wesentlichen eine Erklärung zahlreicher diesbezüglicher Folklorphänomene. Um den Platz der ungarischen Agrarriten in der europäischen Agrarfolklore bestimmen zu können, müssen wir auch die Entwicklung des ungarischen Ackerbaus kennen. Der erste Teil des Abschnitts befasst sich mit der Entwicklung des ungarischen Ackerbaus, sowie mit den wichtigsten Einwirkungen und Verbindungen, die in der Geschichte der ungarischen Landwirtschaft eine wesentliche Rolle gespielt haben. In der ungarischen Agrarkultur ist es nicht leicht, die überlagerten Schichten von einander zu trennen. Die Urschicht des ungarischen Agrarkults kann in die Zeiten vor dem 10. Jh. zurückgeführt werden. Hinsichtlich des Charakters der diesbezüglichen Riten sind wir lediglich auf Vermutungen angewiesen. Seit dem 11. Jh. war die ungarische Agrarkultur verschiedenen Einwirkungen ausgesetzt, wie z. B. im Gebiet der rationellen Arbeitstätigkeiten, den Ackerbauformen der benachbarten slawischen Völker. Aus denselben Riten dürfte auch die Agrarfolklore Impulse erhalten haben, denen sich weitere neue Elemente aus der Übernahme des christlichen Glaubens anschlössen. Zur Verbindung mit der europäischen Agrarüberlieferung bzw. der Schichtung der ungarischen Agrarfolklore trugen auch zahlreiche andere Folkloren bei. Wir sahen in diesem Zusammenhang z. B. den Problemenkreis der Migration und der Siedlungen. Im zweiten Teil des Abschnitts werden einige Agrarriten und Agrarbräuche untersucht, so etwa die Bräuche mit dem Aussaatbrot, die Rolle des Eies in den Saatriten und den Brauch, Getreideähren auf dem Stoppelfeld zu lassen. Die Zusammenhänge der Bräuche und Riten mit der europäischen Lieferung werden erörtert, und es wird auf die Verbindungen, Einwirkungen und Schichtungen hingewiesen, die in den verschiedenen Varianten zu beobachten sind. Zusammenfassung, Aufgaben. Die vorliegende Abhandlung bietet eine abgekürzte Zusammenfassung der theoretischen und methodologischen Forschungsergebnisse, sowie der Hauptfragen bezüglich der Agrarbräuche und Agrarriten, und gibt die wichtigsten Aufgaben an, die den Forschern des Agrarkults bevorstehen. Eine Vermischung, Überlagerung der rationellen und magischen Bräuche ist am stärksten in den Agrarüberlieferungen zu beobachten. Ihre Trennung bildet eine der wichtigsten Aufgaben, da so Missverständnisse und irrtümliche Erklärungen in der funktionellen Auslegung der Bräuche leichter vermieden werden können. Ein besonderes, zu untersuchendes Gebiet ist die Analyse der Sagen und Legenden über die Nahrungspflanzen und die Aufdeckung ihrer Zusammenhänge mit den Agrarüberlieferungen. Eine Vorbedingung von tieferen und umfassenderen Schlussfolgerungen ist die eingehende Nebeneinanderstellung der wichtigsten Brauchmotive in der Agrarüberlieferung der mitteleuropäischen Völker. Vor den funktionellen Erklärungen müssen die vergleichenden Untersuchungen, die kartographischen Darstellungen der Verbreitung der Brauchmotive erfolgen. Bei den Schlussfolgerungen und der Entwicklung der Theorien is die Festlegung der Zeitperiode von ausschlaggebender Bedeutung. So kann z. B. die identische Auslegung von ähnlichen antiken und neuzeitlichen Riten vermieden werden usw. Besonders wichtig ist die Beobachtung der Bräuche und Riten der Agrarüberlieferung während der Kapitalisierung der Landwirtschaft und des Überganges zur grossbetrieblichen Kollektivwirtschaft, in der Periode der Umwandlungs- und Änderungsprozesse. Zoltán Ujváry