Balassa M. Iván: A parasztház története a Felföldön (Miskolc, 1994)
ÖSSZEGEZÉS
Das Mündungsgebiet des Hejő und Sajó zeigt wohl noch charakteristischer als die bereits aufgezählten Gebiete, daß hier die Übergabe, Übernahme von zahlreichen Konstruktion- und Formenlösungen stattgefunden hat. Das zahlreiche frühe Vorkommen der Wände mit Schwalbennest- und Lehmstampfbautechnik, die verhältnismäßig früh und in vielen Formvariationen vorkommenden Laubengänge, der zweite Wohnraum weisen zusammengenommen daraufhin, daß dieses Gebiet in der Entstehung der Volksarchitektur eine eigentümliche vermittelnde und gestaltende Rolle spielte. Der größte Teil des bisher Aufgezählten wurde von Süden, durch die vom Tiefland kommenden Wirkungen nach Norden ins Bergland weitervermittelt. Das Gebiet, welches sich enger begrenzt zwischen den Bächen Szuha-Bódva, ausgedehnter zwischen dem Fluß Sajó und dem Bach Rakaca hinzieht, verdient gerade aufgrund seiner entgegengesetzt gerichteten Vermittlungsrolle unsere Aufmerksamkeit. Dies ist jene Region, welche von Norden, aus der zentralen Zone der Großlandschaft, vom einstigen königlichen Kammer gebiet her, aus den Städten des Königreiches über ein Kontaktgebiet (z.B. Rozsnyó-Roznava, Gölnicbánya-Gelnica, siehe EAS Musterverarbeitung XX. 8. Landkarte) die Impulse erhielt und die in den Städten des Gebietes entstandenen, vor der Volksarchitektur erzielten Errungenschaften nach Süden, eventuell nach Osten weitervermittelte, obwohl es ein Fehler wäre im letzteren Gebiet die Rolle des Hernád-Tales zu unterschätzen, es is sogar ausgeschlossen, daß dieses ein anderer „Innovationskanal" war. Ich vermute, daß sich die Sohlenbalken-Fachwerkkonstruktionslösung auf diesem Wege verbreitete, denn neben dem offensichtlichen geobotanischen Gegebenheiten weist die Ausbreitung der Konstruktion auf diese Gebiete der erforschten Landschaften. Es ist nicht unmöglich, daß die schräge („Kabola") Lösung des Rauchfanges der Zimmer ebenfalls über diese Gebiete hinweg nach Süden sich weiterverbreitete. * Das Buch skizziert die Entwicklung der Wohnbauten eines Gebietes, doch wie auch aus der Zusammenfassung der Ergebnisse ersichtlich ist, kann es nicht vermieden werden, auch die gebietmäßige Verbreitung der Erscheinungen zu behandeln und deshalb - aus geschichtlichem Aspekt - auch die Frage der sogenannten Haustypen. Die traditionelle Haustypoliogie der ungarischen Volksarchitektur stammt noch aus den Jahren um 1930. von Zsigmond BÁTKY, neuerlich formulierte Jenő BARABÁS ein System, welches mit dem ausdruck Hausgebiet operiert. Die bis zum heutigen Tage allgemein akzeptierte Kategorie der ungarischen Vokskundeforschung ist der nordungarische Haustyp. Dies wurde erstmals von Zsigmond BÁTKY exakt umgrenzt und er verstand darunter im Wesentlichen genau das, was schon zum Ende des XIX. Jahrhunderts, Anfang des XX. Jahrhunderts unter dem allgemein gebräuchlichen Ausdruck „Paloezhaus" verstanden wurde, die Typenbildung verband eine Hausform mit einer ethnischen Gruppe. Dieser „Haustyp" wird folgendermaßen gekennzeichnet: 1. eine Heizeinrichtung, der von innen beheizte Kochofen mit innerem Rauchabzug, 2. der zweite Raum, der Vorraum (Flur), welcher schmal, „unbedeutend" und durch das stufenweise Schließen eines Wetterdaches entstand, 3. der dritte Raum, die kalte (Frauen) Schlafkammer und einige weniger als grundlegend erscheinende Merkmale, so: 4. das zweitrangige „Überbleibsel" der Feuerbank vor dem Ofenmund, 5. in der Küche befindet sich eine Ofenbank (Feuerbank), 6. die Abdeckung ist Schaubstroh usw (BÁTKY, Zsigmond 1930b. 123-134, BÁTKY, Zsigmond 1941. 171-177). Auch später wurde mehr oder weniger aufgrund dieser Merkmale der nordungarische oder Paloczer Haustyp bestimmt (z.B. GYÖRFFY, István 1941.146-148., VARGHA, László 1941. 5., TÓTH, János 1945. 23-26. usw.). Jenő BARABÁS definiert die Gebäude des nördlichen Hausgebietes im Wesentlichen ähnlich (BARABÁS, Jenő-GiLYÉN, Nándor 1987. 171-172.). Er führt allerdings ein neues Hausgebiet ein, das sogenannte „Szamoser" Hausgebiet, welches sich in einer breiten Übergangsphase an die Vorhergehenden anschließt und sich vor allem über die Wassersammeigebiete des Szamosflußes ausbreitet. Hauptmerkmale: 1. Flechtwand (Sohlenbalken-Fachwerkgerüst und „Pfostengerüst"), mit senkrechtem Geflecht, 2. Sparrendach, mit hohem Biegungswinkel, mit (gestampfter) Strohabdeckung, 3. Zimmer-Vorraum (Flur)-Kammergrundriß, darin: 3.1. kommt häufig ein vor dem Flur (ohne Wand) angrenzende Vorraum vor (offenes Wetterdach), 3.2. der Flur ist sehr schmal, „er hat keine besondere Funktion", 4. in der Flur befinden sich niedrige schoberförmige oder rechteckige zahlreiche Öfen ohne Ofenbank, 5. im Wohnraum steht ein Kamin, das Kochen erfolgt darunter, 5.1. im nördlichen, nordöstlichen Landesteil ist der Kamin mit dem Ofen verbun-