Balassa M. Iván: A parasztház története a Felföldön (Miskolc, 1994)

ÖSSZEGEZÉS

den, 6.1. entlang der unteren Strömung des Szamosflußes freier Rauchfang, 6.2. im Süden über der Flur kuppelförmiger Funkenfönger (BARABÁS, Jenő-GiLYÉN, Nándor 1987.172.) Zsigmond BÁTKY beachtet in seiner Haustypologie nicht die historische Kategorie der Typen (TÁLASI, István 1954. 396.). Das bedeutet, wenn von Typen gesprochen wird, dann kann dies in einem bestimmten historisch-wirtschaftlichen Zusammenhang getan werden und zwar unter Berücksichtigung der komplexen Kultur- und Lebensformeneinheit des Wohnhauses, welche Einheit der Ursprung von zahlreichen, ge­schichtlich auch veränderlichen bestimmenden Elementen ist. Jenő BARABÁS berücksichtigt dies weit­gehend, denn er spricht in Bezug auf die „Landschaftstypen" nur in Epochen und von Epochen der „Herausbildung der Landschaftstypen" im XVII.-XVIII. Jahrhundert. Bei einer Übersicht der Hauptentwicklungsepochen der Wohnbauten des untersuchten Gebietes kann in diesem Sinne folgendes festgestellt werden: Das Wohngebäude aus dem XIII. Jahrhundert, welches ich als Ausgangspunkt der Entwicklung des untersuchten Gebietes betrachte ist ethnisch nicht bestimmbar, denn es charakterisiert die in einem Teil Osteuropas, in den östlichen und nordöstlichen äußeren Randgebieten der Karpaten und im nordöstüchen Teil des Karpatenbeckens angesiedelte, sich mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigende, mehr oder weniger auf dem Weg zum Feudalismus befindliche Bevölkerung. Das gleiche Gebäude benutzen die weißen Kroaten, diejenigen Slawen, die als Vorfahren der heutigen Slowaken betrachtet werden können, die Ungarn und deshalb ist die Anwendung der Bezeichnung „ungarische" unbegründet. Diese Gebäude können vom Donauknie, beziehungsweise von dessen weiterer Umgebung (Tatabánya, Kéménd-Kamenín) her bis hin nach Ungvár (Uzsgorod) nachgewiesen werden. Von hieraus im Osten, Südosten gab es in Hinblick auf die Wohnbauten keine auswertbaren archäologischen Funde und deshalb ist es ungewiß, ob die Umgebung von Ungvár zufällig oder tatsächlich die Grenze der Häuser mit einem Eingang auf der kurzen Seite, einem Ofen neben dem Eingang ist. Ich selbst neige aufgrund der späteren Gebäude zur ersten Annahme. Die Entwicklung der nachfolgenden Jahrhunderte erfolgte noch im Rahmen der Großlandschaften. Im XVI. Jahrhundert können wir beim untersuchten Gebiet, ja sogar bei der gesamten Großlandschaft, in den nordöstlichen Gebieten des Karpatenbeckens zum letztenmal von einer einheitlichen Hausform sprechen, deren Gestaltungsverlauf ich detailliert beschrieben habe. Aber diese ist noch mit dem als nordungarisch bezeichnetem Haus und selbst mit dem Gebäude des nördlichen Hausgebietes nicht identisch. Bei dieser Hausform ist der innere Rauchabzug noch nicht gelöst - obwohl dies eins der Haptmerkmale ist - die Kammer ist noch Speicher - und keine Schlafkammer. Der Vorraum (Flur) obwohl er vielleicht ein „un­bedeutender" Raum war, entstand nicht durch das stufenweise Schließen des offenen Wetterdaches und von diesem Gesichtspunkt her kann die Tatsache auf keinen Fall vernachlässigt werden, daß sich der nunmehr vorhandene Wohnraum nicht direkt ins Freie öffnete und gleichzeitig die direkte Verbindung zwischen Wohn- und Speicherraum sicherte. Die spätere Verbreitung des inneren Rauchabzuges der Öfen beweist, daß das dreiräumige, mit einer Zimmer-Küche-Kammeranordnung und einem im Zimmer befindlichen flachen, mit dem Mund zum Fenster oder Fensteröffnungen gerichteten Ofen versehene Wohnhaus zu dieser Zeit mindestens bis zum Fluß Eipel, eventuell bis zum Granfluß, im Süden entlang der Linie bis zum Zusammenfluß von Zagy­va-Galga, hier das für das Tiefland charakteristische Jasygien umgehend, im Komitat Heves, Borsod und Zemplén bis zur Theiß verbreitet war. Die nördliche Grenze kann nicht genau festgestellt werden, aber zweifellos war es über die ungarische ethnische Grenze hinaus verbreitet und es ist wahrscheinlich, daß diese Form nur direkt mit der auf einem anderen Entwicklungsweg entstandenen Hausform, in den am Südhang der Nordkarpaten hegenden Unger, Zempliner, Sároser, Zipser, Liptauer und Arwaer Gebiete in Berührung kam. Diese Verbreitung macht wieder deutlich, daß sich - jedenfalls in dieser Zeit die geobota­nische Umgebung, die Identität der gesellschaftlich-wirtschaftlichen Determinationen oder das unterschied­liche Wesen als wichtige Faktoren erweisen, als die ethnische Zugehörigkeit, welche übrigens auf dem Niveau der Leibeigenschaft noch gar nicht erkannt wurde. Dies kann eigentlich auch in den späteren Jahrhunderten festgestellt werden, in den im XIX. Jahr­hundert untersuchten Gebieten kann - wie das auch anhand der im Band angegebenen Landkarten bewiesen wird - nachgewiesen werden, wo sich zum Beispiel die Baukunst der Städte, Marktflecken und Kurien intensiver oder weniger intensiv auswirkte oder wo der Waldbestand dermaßen zugrunde gerichtet war, sodaß nicht mehr mit Holzmaterial gebaut werden konnte, aber bei einer Untersuchung der bestim-

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