Petercsák Tivadar: A képes levelezőlap története (Miskolc, 1994)

DIE GESCHICHTE DER ANSICHTSKARTE

Die im Druckverfahren vervielfältigten und durch die Post ohne Umschlag in Mas­senausmaß in den Verkehr gebrachten illustrierten Pstkarten erschienen in Europa im Jahre 1870. August Schwartz, ein preußischer Buchhändler aus Oldenburg, ließ am 16. Juli 1870 auf die Adressenseite der Postkarte ein Bild mit einer Kriegsszene von der Größe einer Briefmarke drucken. Schwartz illustrierte später auch die andere Seite der Postkarten. Die französische Ansichtskarte erschien am 18. September 1870 im von der preußischen Armee völlig eingeschlossenen Paris. Leon Besnardeau fertigte im Novem­ber 1870 für die in der Bretagne zusammengezogene französische Armee Patriotismus und Kriegssymbole darstellende Ansichtskarten an. 1871 ließ er auch mehrere Ansichts­karten herausgeben, deren Themen immer mit dem deutsch-französischen Krieg verbun­den waren. Für eine Bestellung der Slawophile gerichteten serbischen „Zmaj" (Drachen) Literaturzeitschrift wurde im November 1870 aufgrund der Entwürfe des serbischen Vermessungsoffiziers Petar Manojlowitsch in Wien jene Ansichtskarte angefertigt, auf deren Adressenseite die die Zeitschrift symbolisierende Zeichnung abgebildet ist. Die Ansichtskarte wurde 1878 auf der Pariser internationalen Postkonferenz also offizielle Pstsendung angenommen. In Deutschland und der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde 1885 auch die Anfertigung von Ansichtskarten durch Privatpersonen genehmigt. Im letzten Jahrzehnt des XIX. Jahrhunderts wurde die größte Anzahl in Deutschland hergestellt, jährlich eine halbe Milliarde Karten. Die deutschen, schweize­rischen, schwedischen und ranzösischen Verleger lieferten Ansichtskarten auf Bestellung auch ins Ausland. Bis Ende der Jahre um 1890 konnte die eine Seite der Ansichtskarte nur für die Adressierung und Frankierung verwendet werdet. Auf die andere Seite kamen das Bild und die Grußworte, mit der Zunahme der Illustrationen wurde der Test öfters ins Bild geschrieben. Deshalb wurde um 1904/05 (in England 1902) die Adressenseite in zwei Teile geteilt und seitdem befindet sich das Bild auf der Rückseite der Karte. Herausgabe von Ansichtskarten in Ungarn Ungarn wurde bis 1896 hauptsächlich von deutschen und österreichischen Verlegern mit Ansichtskarten beliefert. Die ungarische Post ließ zum Anlaß der Tausendjahrfeiern der Landeseroberung eine aus 32 Karten bestehende Millennium-Ansichtskartenserie he­rausgeben. Deren Illustrationen stellen Auszüge der Tausendjahrausstellung, Budapester Ansichten, Landschaftsbilder, historische Szenen und Genrebilder dar. Die Themen der Ansichtskarten widerspiegeln deutlich die mente der Vergangenheit des Landes und der eigenen Epoche für eine Präasentation als wichtig befunden wurden. Die Aquarelle der Ansichtskarten wurden von bekannten Malern und Illustratoren der Epoche, von Károly Cserna, Tivadar Dörre, László Kimnach und Pál Vágó gezeichnet. Die farbigen Holzstich- und Lithographiedrücke wurden von drei Budapester Druc­kerein - Posner und Sohn, Pester Buchdruckerei AG., Morelli - angefertigt. Von meh­reren ungarischen und ausländischen Verlegern wurden auch Ansichtskarten über die Millennium-Ausstellung herausgegeben. Die sich im letzten Drittel des XIX. Jahrhunderts in Ungarn entfaltende bürgerliche Umwandlung beschleunigte in erster Linie für die Bürger des Klein- und Mittelstandes die Möglichkeiten für ein Kennenlernen der Welt. Die Ansichtskarte wurde mit ihrer Gemeinverständlichkeit und einfachen ästhetischen Formgebung zu einem der Ausd-

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