Petercsák Tivadar: A képes levelezőlap története (Miskolc, 1994)

DIE GESCHICHTE DER ANSICHTSKARTE

rucksmittel der Massenkultur. Die Ansichtskarte steht neben ihrer schnellen Verbreitung und Billigkeit in enger Verbindung mit der Verbesserung der Reisebedingungen, des Fremdenverkehrs und des Erholungsurlaubes. Die Ansichtskarten förderten auch die Ent­wicklung des Tourismus durch die Publizierung der örtlichen Sehenswürdigkeiten. Es wurden vor allen Dingen die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt und größerer Orte, die Erholungsorte im Gebirge und am Meer, die Bäder und Touristenziele abgebildet. Mit der Herausgabe und dem Vertrieb von Ansichtskarten beschäftigten sich im all­gemeinen Buchverlage, Eigentümer von Buch- und Papierwarengeschäften, Druckerein und Photoateliers. Auch in Ungarn wurden die Stadtansichts-, Kunst- und Grußkarten berühmter Verlage - Stengel, Edgar Schmidt, Meissner (Dresden), Ottmar Zeicher, A. Ackermann (München), Philipp und Kramer (Wien), Raphael Tuck, CW. Faulkner (Lon­don) - vertrieben. Um die Jahrhundertwende waren die bekanntesten ungarischen An­sichtskartenhersteller die Photografenfamilie Divald und György Klösz, sowie das Unternehmen Kosmos. Die kleineren Provinzdruckerein fertigten gewöhnlich nur mit ihrer Ansiedlung und deren direkten Umgebung verbundene Landschaftspostkarten an. In den Jahrzehnten zwischen den beiden Weltkriegen vertrieben einige Budapester Fir­men - György Monostory, Karinger, Weinstock, Gárdonyi und Fenyvesi - im ganzen Land die auch auf örtliche Bestellung angefertigten Ansichtskarten. Nach dem zweiten Wltkrieg wurden neben den Privatverlegern auch von der ungarischen Zentralnachrichten AG. und den politischen Partein Ansichtskarten herausgegeben. Das Ministerium für Wiederaufbau gab Ansichtskartenserien mit einer Propaganda für die Enttrümmerung und den Wiederaufbau heraus. Nach 1948 wurde die verstaatlichte Herausgabe von An­sichtskarten zur Aufgabe der Künstlerischen Werke, beziehungsweise der 5. Filiale des Bildergalerienternehmens für den Bildkunstfonds. Daraus entstand 1954 das Verlagsunr ternehmen Fonds für Bildende Künste, welches in Ungarn den größten Teil der An­sichtskarten Herausgibt. Hier wurden 1982 insgesamt 87 Millionen Ansichtskarten hergestellt. Das Unternehmen für Kartographie veröffentlicht Landkarten, die Museen künstlerische Ansichtskarten mit der Abbildung ihrer Kunstgegen stände. Neuerdings werden die Reproduktionen der alten Gruß- und Stadtanischtskarten in Umlauf gebracht. Vergangenheit und Gegenwart auf Ansichtskarten Stadtbilder und Landschaftsbilder Die größte Anzahl der Ansichtskarten wurden mit Stadtbildern und Landschaftsbil­dem angefertigt. Zu Anfang der schwarz-weißen und farbigen Lithographie wurden ein­zwei Details der Stadt in der linken oberen Ecke der Karte abgebildet, aber um die Jahrhundertwende waren auch schon sechs-acht Details keine Seltenheit. Die Bilder wur­den gewöhnlich mit einer geometrischen oder Blumengirlandenumrahmung versehen. Auch wurde oft eine charakteristische Figur der Stadt, Volkstrachten oder das Wappen der Stadt abgebildet. Die Stadtdetails sind in vielen Fällen mit Bildern von den kenn­zeichnenden Produkten der Stadt eingerahmt. Mit Hilfe der Photomontage wurde die Besonderheit des Bildes noch mehr hervorgehoben. Seit Anfang des jetzigen Jahrhun­derts dominieren die schwarz-weißen und farbigen Photografiekarten. Auf den „Mosa­ikkarten" sind mehrere Details eines Ortes abgebildet. Anhand der in hundert Jahren erschienenen Stadtansichtskarten können die Verän­derungen eines gegebenen Ortes gut nachverfolgt werden. Oft sind nur noch auf An-

Next

/
Thumbnails
Contents