Petercsák Tivadar: A képes levelezőlap története (Miskolc, 1994)
DIE GESCHICHTE DER ANSICHTSKARTE
DIE GESCHICHTE DER ANSICHTSKARTE Die Ansichtskarte ist gemeinsam mit der einfachen Postkarte eine praktische Form der Weiterleitung von kurzen Botschaften und Grüßen. Gleichzeitig aber weckt sie Erinnerungen, bereitet Freude und ist auch ein Symbol für Glück, Liebe, Reisen und Erholung. Heute ist die Ansichtskarte weltweit bereits so verbreitet, daß sie zum gewohnten Teil unseres täglichen Lebens geworden ist. Es ist für uns selbstverständlich, den Bekannten, Verwandten und Freunden eine Ansichtskarte von unseren Reisen zu schicken und auf diese Weise auch Glückwünsche zu Familienereignissen und Feiertagen weiterzuleiten. Die Ansichtskarte ist eine solche in Massenauflage, r für einen weitverbreiteten öffentlichen Verkehr bestimmte, durch typographische oder fotographische Verfahren angefertigte und Illustrationen enthaltende Vervielfältigung, welche im Rahmen des Postverkehrs, den jeweiligen Regeln der Post entsprechend frankiert zur Weiterleitung von Botschaften in offener Form verwendet werden kann. Die Geschichte der modernen Ansichtskarte beginnt, als für die Menschen in ihren Botschaften das Bild mindestens so wichtig wurde, wie der Text, beziehungsweise als mit der Vervielfältigung von Abbildungen begonnen wurde. In den letzten Jahren nahm das Interesse an alten Ansichtskarten erneut zu. In Ungarn verfügt das Zempléner Museum in Szerencs über eine solche - insgesamt aus 1.000.000. Stück Ansichtspostkarten bestehende Sammlung, welche einen guten Überblick über die Geschichte, die technische und thematische Vielfältigkeit der Ansichtskarte gewährt. Dieses Buch erschließt das Szerencser musealische Material bearbeitend, verbunden mit der ständigen Ausstellung über die Geschichte der Ansichtskarte, die kulturhistorische Rolle der Ansichtskarte. Gemeinsam mit den Illustrationen bietet es einen thematischen und historischen Überblick über die - in erster Linie ungarischen - Ansichtskarten der vergangenen hundert Jahre und beschreibt, wie sich die Ereignisse, die Bräuche und Sitten des Jahrhunderts, das gesellschaftliche Psychikum der Epoche in der Ansichtskarte widerspiegeln. Die Hauptbetonung liegt auf dem Erscheinen der Ansichtskarte und den Jahrzehnten der Jahrhundertwende. Einhundert Jahre der Ansichtskarte Die Vorläufer der Ansichtskarte waren im XVIII-XIX. Jahrhundert die in ganz Europa verbreiteten, mit Blumen-, Landschafts- und Mythologiemotiven verzierten Karten, Visitenkarten. Im XIX. Jahrhundert erschienen auch die illustrierten Briefpapiere und Briefkuverts. Die für die Weiterleitung einfacher, kurzer Mitteilungen geeignete, billige offene Postkarte wurde aufgrund einer Idee Dr. Emanuel Hermann's am 1. Október 1869 von der österreichisch- ungarischen Postdirektion herausgegeben. Die für Österreich und Ungarn angefertigten Karten wurden mit unterschiedlichen Wappen und Aufschriften, aber mit der gleichen aufgedruckten Briefmarke in Umlauf gebracht. Die Ansichtskarte erntete einen riesigen Erfolg. 1873 wurden von der ungarischen Post bereits 6,5 Millionen zugestellt. 1874 wurde auf der internationalen Postkonferenz in Bern von den Vertretern der Universalpostunion (UPU) mitgeteilt, daß die Postkarte für die Häalfte der Gebühren eines geschlossenen Briefes auch im internationalen Brief verkehr verwendet werden kann. Nach der Herausgabe und dem Erfolg der Postkarte schmückten künstlerisch veranlagte Absender die Textseite oft mit Zeichnungen.