Bencsik János: Paraszti és mezővárosi kultúra a XVIII-XX. században (Miskolc, 1993)

KULTUR UNTER DEN BAUERN UND IN DEN MARKTFLECKEN WÄHREND DES 18-20. JAHRHUNDERTS (Auszug)

Siedlung gehalten. Die zahm gehaltenen Rinder und Schweine Hess man auf den nahe­gelegenen Weiden und Brachen weiden. Für den Ethnographen ist es sehr interessant, wie sich im Ganzen des volkstümlichen Lebens und der bäuerlichen Landwirtschaft aus dem Nebeneinander von Ungarn, Serben und Rumänen zahlreiche Elemente dieser drei Ethnika gegeneinander austauschten. Zu­weilen übernahm man mit der einen oder anderen Erscheinung oder Gegenstand auch deren Bezeichnung. Tokaj-Hegyalja Die privilegierte städtische Gesellschaft von Tisza-Tokaj zur Zeit der Oberherrschaft der königlichen Kammer (ab 1715) Der Rechtsstand Tokajs als Marktflecken wurde durch mehrere Privilegien in jener Zeit (16-17. Jahrhundert) bekräftigt, als der Wein von Hegyalja zu europäischem Ruf gelangte. Jene objektive Tatsache, dass diese Siedlung am Zusammenstoss geographi­scher Landschaften, am Schnittpunkt von Handelswegen gelegen war, beziehungsweise, dass sie ihren Platz - ausgehend von der politischen Situation jener Zeit - im Grenzgebiet einflussreicher Zonen hatte, verlieh dem Ort eine ganz besondere Bedeutung. Nach den Türkenkriegen, den Scharmützeln zwischen Kurutzen und den Habsburganhängern sowie nach den Befreiungskämpfen unter Rákóczi begann auch fürd die Landschaft Hegyalja eine friedlichere Periode. Schon nach wenigen Jahrzehnten hatte sich die Wirtschaft erholt, der Weinanbau nahm einen neuen Aufschwung, mit anderen Worten, der Acker­bau wurde völlig aus Tokaj verdrängt. Durch diesen wirtschaftlichen Aufschwung fühlten sich natürlich landwirtschaftliche wie auch handwerkliche Unternehmer angezogen. Und die schon erwähnte spezifische Lage des Ortes wirkte sich auf den Handel günstig aus. Die Einwohnerzahl nahm zu. Zum Teil zogen die Menschen nun für immer in die Stadl. Diese Talsache wurde von der gutsherrlichen Verwaltung, nach 1715 von der Königlichen Kammer gern gesehen und unterstützt. Der Kleinadel leistete einen Garant für die gesell­schaftliche Sicherheit und eine ungestörte Produktion. Der arbeitsaufwendige Weinbau bot den bäuerlichen Schichten gute Einkommensmöglichkeiten. Später dann konnte man beobachten, wie sich immer mehr Leibeigene in Tokaj niederliessen. Ausser ihnen waren hier natürlich auch die Saisonarbeiter anzutreffen. Charakteristisch für diesen Prozess ist, dass als erstes der Weinbau einen Aufschwung nahm. Die während der Kriegsjahrzehnte zugrundegegangenen Brachen wurden wieder neu bepflanzt; ja, man dehnte den Weinan­bau selbst auf die Gebiete aus, die keine optimalen Voraussetzungen für die Qualität der Weine boten. Es hat den Anschein, als ob hier alles beisammen gewesen wäre, um den Weinanbau und die Weinkelterei in Tokaj zu vervollkommen, denn die günstigen Anbau­bedingungen, die Möglichkeiten, ohne jede Vorbedingung zu Besitz zu gelangen und sich ansiedeln zu können, sowie die Märkte für das Produkt, den hochqualitativen Tokajer Wein, veranlassten die Besitzer vom Kopasz-Berg selbst dann dazu, wenn sie am Ort wohnhaft waren, oder aber auch wenn sie nur externe Besitzer waren. Diese positiven wirtschaftlichen Wirkungen regten die Vertreter des Klein - wie auch des mitderen Adels dazu an, zu Weingärten in Hegyalja, vor allem aber in Tokaj zu gelangen. Doch auch die Handwerker und Händler, die sich in der Zwischenzeit in Tokaj niedergelassen hatten, dachten nicht anders, ganz zu schweigen von den Bauern und dem besitzlosen Kleinadel. Das Rückgrat des Handels machten die griechischen Handelsleute aus, die sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts in der Stadt angesiedelt hatten. Neben ihnen kam dann später auch

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